Meine Geburtserfahrungen – #Gastbeitrag von Mami rocks

Die liebe Verena von Mami rocks hatte mich vor etwas längerer Zeit einmal gefragt, ob sie ihre Geburtsberichte bei mit veröffentlichen könnte. Ich sagte sofort: „Ja, natürlich!“. Ich finde es wird in ihrem Text recht deutlich, was es/Frau braucht, damit eine Geburt nicht als traumatisch wahrgenommen wird, sondern als ein positives Erlebnis in Erinnerung bleibt: es geht um Respekt, Vertrauen und das Gefühl mit seinen Wünschen und Ängsten ernst genommen zu werden!


*Achtung: Trigger-Warnung*

Die erste Geburt

Liebe Mother Birth,

für mich waren meine Krankenhausgeburten traumatisch. Vor allem die erste war ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. Ich hätte gerne eine Hausgeburt gehabt. Das haben wir uns aber nicht getraut, da wir zu der Zeit 30 km vom Krankenhaus entfernt in den Bergen lebten. Ich kaufte mir also die Hebammensprechstunde von der Allgäuer Hebamme Ingeborg Stadelmann und bereitete mich voller Freude und Zuversicht auf die Geburt vor.
Die Schwangerschaft war super und als ich im Krankenhaus ankam, war der Muttermund schon 3 cm weit geöffnet. Ich hatte schon die ganze einstündige Fahrt ins Krankenhaus auf dem Land Wehen. Anders als gedacht, befanden wir uns nämlich doch nicht in in der Großstadt am alten Wohnort. Alle im Krankenhaus Anwesenden gingen sofort von einer Blitzgeburt aus.

Entbindung im Krankenhaus

Aha. Zuerst war alles gut. Ich ging in die Gebärwanne, bekamm Musik und Duftlampe. Als mir aber an den Schultern kalt wurde, wollte ich aus der Wanne raus. Nicht wissend, das ich damit mein Los beschieden hatte und den normalen Krankenhaus-Geburt-Rythmus wählte. Ich wurde zu diesem Stuhl geführt und kam mir vor wie ein Lamm das zur Schlachtbank soll. Ich hatte das Gefühl totaler Ohnmacht, mein Freund war ebenso hilflos und aufgeregt. Als die recht junge Hebamme meinte, die Fruchtblase würde jetzt geplatzt werden, wagte ich zu widersprechen. Alles was ich darüber gelesen hatte, war negativ. Sie ging zur Ärztin und die sagte dasselbe. Ich wusste nicht, wie ich mich wehren sollte. Ich dachte, dass man der Gebärenden Zeit lassen sollte wie lange sie eben brauchte. Nachdem die Fruchtbalse nun geplatzt war, wurde nichts besser. Mein Sohn, der einen großen Kopf hat, stieß nun ohne Puffer wieder und wieder auf mein Schambein. So schmerzhaft, dass ich um eine PDA bettelte.

„Aber liebe Frau X, sie haben es doch bald geschafft…“

Irgendwann kapierten auch Hebamme und Ärztin, dass es sich bloß noch um STUNDEN! handeln konnte und gaben mir die PDA.

Das Trauma

Angekommen waren wir im Krankenhaus um 1.30 nachts und geboren wurde unser liebes Kind gegen 11 Uhr vormittags. Mehrere Stunden war es ohne Fruchtblase, bis es mir irgendwann doch gelangen ihn – mit Dammriss – herauszupressen. Nach einigen Stunden wurde er mir weggenommen – Neugeboreneninfektionen. War da wohl die Zeit ohne Fruchtblase schuld? Das ist jedenfalls meine Meinung.
Die folgende Woche in der Klinik war richtig schlimm. Da wir auf der Intensivstation waren wegen der Antibiotika und der Infektion, mussten wir uns auch deren Gepflogenheiten und Regeln unterwerfen. Das Kind musste vor und nach jedem Stillen gewogen werden, auch wenn es dann wieder aufwachte. Sicher wichtig bei Frühchen und Babys die zu wenig trinken. Mein Wonneproppen wog von anfang an 3.700 g und schmatzte beim Trinken an der Brust, weil er die viele Milch gar nicht schnell genug wegschlucken konnte. Erst nach Tagen hatten die Schwestern erbarmen und erließen mir die Wiegepflicht, die angesichts dieses gut genährten Kerlchens geradezu wie pure Ironie anmutete. Endlich durften wir Heim und alles wurde besser.
Dennoch blieb unser Schatz für 3 Monate lang ein Schreikind. Tagsüber war er glücklich und zufrieden bis es 18 Uhr wurde. Dann weinte er drei Stunden lang und nichts konnte ihn vom Schreien abhalten.

Jede Geburtserfahrung ist subjektiv!

Ich lasse diesen 1. Teil meiner Geburtserfahrung jetzt einfach so offen stehen. Das ist meine Meinung und meine persönlichen Empfindungen. Ich beschreibe das, was ich bei meiner ersten Geburt gefühlt habe. Das mich diese Erfahrung traumatisiert hat, habe ich erst in den Wochen nach der Geburt gemerkt.
Erneut verarbeitet und reflektiert habe ich das Erlebte, als ich dann nur 10 Monate später wieder schwanger war und mich auf eine Zwillingsgeburt vorbereitete. 16 Monate nach unserem starken Erstgeborenen haben wir unsere Zwillinge per Kaiserschnitt begrüßen dürfen.

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 Die Geburt der Zwillinge

Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als einmal eine Hausgeburt erleben zu dürfen. Das ging jetzt wieder nicht. Zumindest in Österreich sind Hausgeburten bei Zwillingen nicht erlaubt. Deutsche Hebammen gibt es auch nicht viele, die das übernehmen.
Wir zogen zwar gerade wieder an den Chiemsee, aber bald schon kam die Nachricht, das eines der Kinder verkehrt herum lag. (Sorry, dass ich die ganzen Fachausdrücke nicht mehr weiß.) Wie sich zeigte, war es jetzt nicht mal mehr leicht, eine Klinik zu finden, die nicht von vornherein eine normale Geburt ausschloss! Das ärgert mich so maßlos. Kein Wunder, dass das Wissen darüber, wie es geht, ein Kind normal auf die Welt zu bringen, weniger und weniger wird. Wenn kein Arzt mehr übt, Kinder auf die Welt zu bringen, die Hebammen in der Ausübung ihres Berufs geradezu staatlich sabotiert werden, was bleibt dann noch für Deutschland? Der Kaiserschnitt.

Kaiserschnitt verordnet

Ich wehrte mich dagegen, als das erste Krankenhaus sagte:

„Beckenendlage bei Zwillingen macht nur noch der Chefarzt und der ist im August in Urlaub!“

Na Dankeschön!😦 Diesen Satz bekam ich in Rosenheim und in München Großhadern ebenfalls zu hören! Das Kind schlug übrigens während der gesamten Schwangerschaft Purzelbäume. Verkehrt herum in der 14. SSW!!! heißt ja keineswegs, dass es immer so bleiben muss…

Vertrauenspersonen – so wichtig…

Ich wollte aber unbedingt natürlich entbinden und fand schließlich ein kleines privates Krankenhaus. Ich hatte Glück, denn meine damalige Frauenärztin war dort Belegärztin. So fühlte ich mich diesmal viel sicherer. Ich vertraute ihr und hatte das, was ich schon bei der ersten Geburt gebraucht hätte und mir nach der ersten Erfahrung jetzt sehr wünschte: eine Fachkraft, von der ich wusste, die kommt ins Krankenhaus, wenn es los geht und ist bei mir.

Es geht los

Dass es dann doch ein Kaiserschnitt wurde, war für mich übrigens überhaupt nicht schlimm. Ich musste zwei Wochen vor Entbindungstermin in die Klinik – es sollte losgehen. Für eine Zwillingsschwangerschaft ist zwei Wochen vor ET geradezu grandios und ich hatte einen megagalaktischen Bauch. Es war Sommer, es war heiß, ich freute mich, dass es losgehen sollte.

Eine gemeinsame Entscheidung

Die Ärztin gab mir Globoli und wir versuchten allerlei, um die Geburt natürlich einzuleiten. Bei einem entspannenden Bad drehte sich der Purzelbaumkandidat schwupps noch mit dem Kopf nach unten. Alles schien zu passen. Ich bekam wehenfördernde Mittel. Es ging los. Doch plötzlich hatten die Kinder keine Lust mehr. Das Baby, das sich seit Wochen in der Pole Position befand, schwamm wieder nach oben. Jeder schien abzuwarten und „Bitte nach Ihnen!“ zum anderen zu sagen. Wir brachen ab. Die Ärztin zeigte mir eine Yogaübung, die ich bis nächsten Vormittag praktizieren sollte. Manchmal würden die Kinder dann wieder in die richtige Position rutschen. Als sich nichts getan hatte bis zum nächsten Mittag, entschieden wir uns gemeinsam für einen Kaiserschnitt.

Ernst genommen fühlen

Versteht ihr, warum ich mit dieser Entscheidung gut leben konnte? Ich wurde von anfang bis Ende in die weitere Entwicklung der Geburt mit einbezogen. So fühlte ich mich ernst genommen, mit all meinen Wünschen und Ängsten. Auch hier musste ich eine Woche in der Klinik bleiben. Auch hier durfte ich nicht von Anfang an permanent bei den Kleinen sein. Ein Kind brauchte Sauerstoff und den zweiten ließ man aus Solidarität beim Geschwisterchen. Immerhin kam man auf die Idee, den Kindern ein gebrauchtes T-Shirt ins Bettchen zu legen, damit sie den Mama-Geruch bei sich hatten. Ein Kind durfte ich von Anfang an stillen, das zweite am zweiten Tag. Immerhin. Manchmal kommt eben nicht alles so, wie man es sich wünscht. Ich durfte auf einem Sessel in der Neugeborenenstation sitzen und konnte mit Hautkontakt kuscheln.

Ein kleiner Wehmutstropfen…

Schade, fand ich auch, dass bei einem Kaiserschnitt, das Kind nicht gleich trinken darf. Ich wollte dem ersten gleich die Brust geben, aber da wurde das Kind weggenommen, um es zu versorgen. Ist das wahrscheinlich wegen der sterilen Umgebung? Ich habe keine Ahnung, aber ich empfand es als gemein damals.

Aber wie gesagt, ich bin sehr dankbar, dass diese zweite Geburt so verlaufen ist. Sie hat mich ein wenig zumindest mit meinen Geburtserlebnissen versöhnt.

Eure Verena Mami rocks


Liebe Verena, ich hoffe von Herzen, dass das Schreiben dieses Textes dir helfen konnte, deine Geburtserfahrungen besser zu verarbeiten und einen Abschluss finden zu.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Trauma #Geburt #Krankenhaus #Zwillinge #Kaiserschnitt #Sectio #Vertrauen #Gastbeitrag #Wünsche #Ängste #Neugeborenenstation

Schoko-Wölkchen (Baiser-Plätzchen)

Weil für mich Adventszeit auch Backzeit ist, werde ich euch diese Woche wieder ein super leckeres Rezept vorstellen. Diesmal für Schoko-Wölkchen (Baiser-Plätzchen) – einfach und schnell gemacht!

Schoko-Wölkchen

Schoko-Wölkchen

Zutaten:

  • Eiweiß
  • 180 g Zucker
  • 100 g Mandelstifte
  • 2 EL (gehäuft) Backkakao

⇒ Ofen auf 100 Grad (Umluft) vorheizen.

Zubereitung:

Eiweiß sehr steif schlagen und den Zucker unter weiterem Schlagen langsam einrieseln lassen. In einer kleinen Schüssel die Mandelstifte mit dem Backkakao mischen. Diese Mischung dann vorsichtig unter die Baisermasse ziehen.

Mit Hilfe von zwei Teelöffeln kleine Häufchen der Baissemasse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.

⇒ Backzeit/Trockenzeit: 1,5 Stunden

⇒ ergibt etwa 30 Baiserplätzchen (je nach Größe)

❤❤❤❤❤❤❤❤

Ich hoffe ihr habt Lust bekommen diese einfachen, schnellen Schoko-Wölkchen nachzubacken. In meinem Freundeskreis sind sie heiß geliebt🙂 …

Guten Appetit!

*EURE MOTHER BIRTH*

Ein weiteres Plätzchen-Rezept findet ihr hier:

Orangen-Spekulatius

#Schokolade #Plätzchen #Rezept #SchokoWölkchen #Advent #Weihnachten #backen #Baiser #Mandel #Backkakao #Baiserplätzchen #schnell #einfach

„Habt ihr euch das gut überlegt?!“ – Herz über Kopf

Über unseren Kinderwunsch…

Gut überlegt? Ganz ehrlich? – Nö! Und an dieser Stelle könnte der Text auch schon wieder zu Ende sein.😉 Aber ich möchte meine Gedanken zum Kinderwunsch noch etwas genauer ausführen, auch weil ich es Mo Zart versprochen habe:

„Habt ihr euch das gut überlegt?!“

Ich gebe es zu: nein, haben wir nicht. Wir sind unserem Herzen(swunsch) gefolgt, anstatt eine Pro- und Kontraliste zu schreiben. Hätten wir das getan, hätte auf der Kontra-Seite vermutlich deutlich mehr gestanden. Denn wenn wir alle mal ganz ehrlich sind: objektiv betrachtet, bedeutet jedes weitere Kind mehr Arbeit, mehr Stress, weniger Zeit und weniger Geld. Solche Listen sammeln rationelle Gründe für oder gegen etwas, aber beim Kinderwunsch ist das nicht ganz so einfach. Der Verstand und die Logik allein kann diese Frage nicht umfassend beantworten. Das Herz und der Bauch haben viel Mitspracherecht und sie interessieren sich nicht für knallharte Fakten, wie Geld, Jobchancen, Zeit, Platz, Zweisamkeit, Autogröße…

Der Wahnsinn lässt grüßen

Objektiv betrachtet ist ein weiteres Kind Wahnsinn – in jeglicher Hinsicht. Das verfügbare Geld wird knapper sein und für die Ausbildungskosten muss gleichzeitig mehr zurückgelegt werden. Ich hätte diesen Sommer eigentlich die „perfekte Chance“ beruflich wieder neu einzusteigen. Aber statt beruflich durchzustarten, starte ich als Baby-Mama ein drittes Mal durch – denn im Sommer kommt nicht nur NotYet zur Schule und BusyBee in den Kindergarten, sondern sich unser 3. Kind auf die Welt. Alles beginnt von vorne…

„Der Wahnsinn! Warum tust du dir das jetzt wieder an? Es wird doch endlich etwas einfacher!“

So oder ähnlich sehen die – zum Teil entsetzten – Nachfragen aus. Und objektiv betrachtet haben sie recht! Absolut! Es ist der Wahnsinn, aber auch wahnsinnig schön – ein Herzenswunsch, der in Erfüllung geht. Mein subjektives Empfinden – das gemeinsame Glücksgefühl vom Herzensmann und mir – können Außenstehende, die allein auf der rationalen Ebene versuchen unseren Kinderwunsch nachzuvollziehen, nicht begreifen.

Herz über Kopf

Herz über Kopf by Pixabay

Herz über Kopf

Gefühle folgen keiner Logik und sind nur schwer vom Verstand greifbar. Bei uns ist es eine Bauchentscheidung – keine Kopfsache. Der Kopf sagt klar:

„Die Zeit wird knapper. Du musst deine Zeit mehr aufteilen. Ein weiteres Kind verlangt nach deiner Aufmerksamkeit. Was bleibt dann noch für dich – für euch?“

Mein Herz antwortet dann immer:

Ich habe noch so viel Liebe zu geben!❤

Und dann weiß ich: es wird schwierig werden – wie immer, aber mit Liebe, viel Herz und Optimismus werden wir es wieder schaffen. Auch wenn die Zweisamkeit in der ersten Zeit leiden wird, auch wenn die Me-Time eigentlich nicht vorhanden sein wird, auch wenn wir uns wieder mehr streiten werden, weil alle ihren neunen Platz in der Familie erst noch finden müssen. Aber all dies lohnt sich, da wir viel mehr zurückbekommen: ein kleiner Mensch, der unsere Familie bereichern wird mit seiner Anwesenheit und sie ein Stückchen weiter komplettiert. Ein weiteres Puzzlestück, dass uns noch fehlt. Mein Verstand weiß es nicht, aber ein Herz spürt es deutlich

Lass dein Herz sprechen❤

Warum für mich eine Pro- und Kontraliste gerade beim Kinderwunsch eigentlich keinen Sinn macht? Was man in seine Kinder „investiert“ – und hier meine ich nicht nur die finanziellen Seite, sondern auch Zeit und vor allem Liebe – und was wir zurückbekommen, ist in keiner Einheit messbar und somit auch für den rationellen Verstand nicht quanti- oder qualifizierbar. Kinderlachen, kleine Arme, die sich ganz fest um deinen Hals schlingen, weil sie wissen, dass du ihr sicherer Hafen bist und das Gefühl, wenn dein Kind immer ein Stückchen mehr Selbstständigkeit erlangt und die Welt erobern geht. Was ist damit? Alles Dinge für die Pro-Seite. Und mir fallen noch so, so viele ein… Aber nicht, wenn ich meinen Verstand befrage, sondern nur, wenn ich mein Herz sprechen lasse❤

Vielleicht ist eine Pro- und Kontraliste doch gar nicht so eine dumme Idee… so lange das Herz genügend Mitspracherecht erhält!😉 In diesem Sinne, liebe Mo, wünsche ich dir eine Entscheidung, die ihr von Herzen trefft – egal mit welchem Ergebnis❤ Und natürlich auch allen anderen Mamas und Papas, die gerade vor der Entscheidung stehen: Wollen wir noch ein weiteres Kind?

*EURE MOTHER BIRTH*

 

#Kinderwunsch #Familie #Herz #Verstand #pro #kontra #Wahnsinn #Geld #Zeit #Logik #Gefühl #Liebe #Kind #Kinder #Baby

 

Plätzchenrezept: Orangen-Spekulatius

Jetzt zur Adventszeit backe ich wahnsinnig gerne – und auch sehr viel😉 Mein absolutes Lieblingsrezept ist das für Orangen-Spekulatius.

Zutaten (Teig):

  • 200 g weiche Butter
  • 400 g Zucker
  • 2 Eier (Größe M)
  • 500 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 15 g Spekulatiusgewürz
  • 2 EL (gehäuft) abgeriebene Orangenschale (Bio) – wer es nicht so fruchtig mag, darf hier gerne reduzieren.
  • 1 Prise Salz

Zubereitung (Teig):

Butter und Zucker schaumig rühren (dauert sehr lange!!!). Dann die 2 Eier hinzugeben und unterrühren. Das Mehl mit Backpulver, Spekulatiusgewürz, Orangenschale und Salz mischen und unter die Butter-Zucker-Ei-Masse kneten.

Den fertigen Teig nun zu einer Rolle formen, diese flach drücken und in Frischhaltefolie wickeln. Dann muss der Teig für mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ruhen!

❤❤❤❤❤❤❤❤

⇒ Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) vorheizen.

Zutaten (Glasur):

  • 1 Ei (Größe M)
  • 3 EL Milch
  • 125 g Mandelblättchen

Zubereitung (Glasur):

Ei mit Milch gut verquirlen.

Orangen-Spekulatius

Orangen-Spekulatius

Den Teig am besten auf einer nur leicht bemehlten Fläche portionsweise ausrollen. Kreise (∅ 5-6 cm) zum Ausstechen nutzen. Die ausgestochenen Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Dann die Glasur reichlich mit einem Pinsel auftragen. Zum Schluss auf jedes Plätzchen einige Mandelblätter streuen.

⇒ Backzeit: 12-14 Minuten

Nach dem Backen die Plätzchen unbedingt noch auskühlen lassen!

⇒ ergibt ca. 60 Stück

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Ich hoffe ihr habt Lust bekommen diese sehr leckeren Orangen-Spekulatius-Plätzchen nachzubacken.  Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei und natürlich auch beim anschließenden Essen ;-)…

Guten Appetit!

*EURE MOTHER BIRTH*

#Orange #Plätzchen #Rezept #Spekulatius #Advent #Weihnachten #backen

Ein magisches Geräusch – die Herztöne meines Babys 💗

Ein magisches Geräusch…❤

Diese Woche war meine Hebamme zur Vorsorge bei mir zu Hause. Sie hat mir einen magischen Moment beschert – oder besser gesagt: das kleine Wesen in meinem Bauch hat dies getan😉 Ich habe zum ersten Mal die Herztöne hören können. Es ist kaum in Worte zu fassen, was ich in dem Augenblick gefühlt und empfunden habe. Es war so überwältigend, so bezaubernd. Mir war gar nicht wirklich bewusst, wie wichtig dieses akustische Lebenszeichen meines Kindes für mich ist. So durfte ich es nämlich noch nie erleben – so pur, ohne Erklärungen, ohne geteilte Aufmerksamkeit, ohne Ablenkung. Es ist ein unbezahlbares  Geschenk, das ich bekommen habe. Mein Baby hat mir „Hallo“ gesagt. Danke für dieses magische Geräusch deines schnell schlagenden Herzens. Wenn es ganz still um mich herum ist, kann ich es immer noch in meinen Gedanken hören. Es lässt mich beschwingt durch den Tag gehen, es trägt mich und wärmt mein Herz.

Babybauch <3

Babybauch❤

„Ich schalte dann noch mal kurz den Ton an…“

Ihr fragt euch sicher, wieso ich so faszinierst sein kann allein von den Herztönen meines ungeborenen Kindes. Wobei doch die hochauflösenden Ultraschallbilder so viel verlockender erscheinen mögen. Für die meisten sicherlich – für mich aber nicht. Mein Sohn NotYet hat diese Faszination für sich schon viel früher erkannt als ich es tat. Ich habe den Herztönen nie genug Aufmerksamkeit geschenkt, sie immer irgendwie „abgewertet“ gegenüber den Bildern, die man doch herbeisehnen sollte! Um das genauer zu verstehen, muss man wissen, wie es bei den anderen Schwangerschaften war. Meine ehemalige Frauenärztin ist ja bekanntermaßen sehr ultraschallfixiert. Viel vermessen, alles anschauen, Erklärungen, Fachbegriffe, Maße und Gewichtsschätzungen – Daten über Daten. Dazu noch die Bilder auf dem großen Monitor, die man ja nicht verpassen will. Eine Informations- und Bilderflut, die mich als hochsensible Person immer überfordert hat. Aber Zeit ist Geld – deshalb schnell, schnell zum nächsten Organ und zur nächsten Messung. Ich hatte richtig Panik irgendetwas zu verpassen, mir etwas Wichtiges nicht merken zu können. Es war alles zu viel – zumindest für mich. Und wenn dann meine Frauenärztin noch einwarf:

„Ich schalte dann noch mal kurz den Ton an…“,

konnte ich mich nicht auch noch auf die Herztöne, die jetzt kurz zu hören waren, konzentrieren. Meine Aufnahmefähigkeit war nämlich schon längst erschöpft. Es bedeutet für mich nur noch ein weiterer Input, den ich zu verarbeiten hatte. Traurig, wenn ich jetzt so bewusst darüber nachdenke….

„Mama, können wir wieder das Tok-Tok hören?“

NotYet fand den Ultraschall immer irgendwie unheimlich und wollte nicht wirklich hinschauen. DAS sollte sein sehnlichst erwartetes Geschwisterchen sein? Ne, so hat er sich das nicht vorgestellt – kindliche Imagination und Vorstellungskraft trifft auf 3D-Ultraschallbilder… Für NotYet ein Drama. Was er um so mehr genossen hat, war der Besuch im „Babyhaus“* – wie er es liebevoll nannte. Dort gab es nämlich keine für ihn verstörenden Bilder von seiner Schwester, sondern „nur“ sein heiß und innig geliebtes Tok-Tok! Es ist der Dopton, mit der die Hebamme die kindlichen Herztöne hörbar machen kann. NotYet war immer sehr zurückhaltend bei den Untersuchungen – selbst im Geburtshaus hat er alles mit gebührenden Abstand betrachtet. Außer eben beim Tok-Tok. Schon während die Hebamme die kleine Tasche hervorholte, in der der Dopton sich befand, huschte mein sonst so zurückhaltender Sohn in Windeseile an meine Seite, um möglichst nah am Geschehen zu sein. Dann flüsterte er mir ins Ohr:

„Mama, können wir wieder das Tok-Tok hören?“,

und ich sagte:

„Ja, gleich mein Schatz.“

Er war magisch von dem stetigen Tok-Tok des schlagenden Herzens seiner Schwester in den Bann gezogen. Für ihn das Highlight jeder Vorsorge.

*Geburtshaus😉

„Hallo Baby!“

Seine kindliche Begeisterung für das Hören der Herztöne konnte ich damals nicht so ganz teilen, weil ich mir immer vorstellte, was ich denn nun auf den Bildern sehen oder eventuell verpassen würde… Hätte ich früher mal auf meinen Sohn gehört, der ebenfalls hochsensibel ist, dann hätte ich erkannt, dass auch für mich weniger mehr sein kann. In dieser Schwangerschaft bin ich wie er: ich habe ein Bild von meinem Baby im Kopf – meiner Vorstellungskraft entsprungen und keinem hochauslösendem 3D-Ultraschallbild – und diese erste zarte Kontaktaufnahme, das Sich-Zeigen, dieser Klang des schlagendes Herzens werde ich niemals wieder vergessen. Der Herzton meines Babys hat sich in mein Gedächtnis und in mein Herz eingebrannt – unauslöschlich, für immer. Die Ultraschallbilder werden irgendwann verblassen – dieser Moment auf dem heimischen Sofa mit BusyBee an meiner Seite, die voller Freude

„Hallo Baby!“

ruft, wird niemals an Strahlkraft für mich verlieren.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

 

#schwanger #Schwangerschaft #Baby #Herztöne #Dopton #Vorsorge #Hebammenvorsorge #Ultraschall #hochsensibel

 

 

#Blogparade: Each Woman is a Rose #rosrev – #Gastbeitrag von Bine

Ich habe mich gerne dazu bereit erklärt, dass #Gastbeiträge zur #Blogparade: Each Woman is a Rose – Warum unsere Geburten so wichtig sind #rosrev von Nora Umlau auf meinem Blog veröffentlicht werden können. Damit biete ich allen Frauen, die entweder keinen eigenen Blog haben oder aber aus verschiedenen Beweggründen den Text anonym veröffentlichen möchten, bei mir eine Plattform. Heute am Roses Revolution Day berichtet Bine (25) von der Gewalt, die sie bei der Geburt ihres Kindes erfahren musste.

Wie die erträumte Hausgeburt – nach Geburtsstillstand – im Krankenhaus in meinem Albtraum endete. Die Schilderungen der brutalen vaginalen Untersuchungen ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, denn ich kenne den Schmerz, die Hilflosigkeit, die Machtdominanz dieser Handlung nur zu gut. Auch ich habe es am eigenen Leib erfahren müssen und auch ich würde sie als Vergewaltigung titulieren.


*Achtung: Trigger-Warnung*

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Die Geburt meiner Tochter ist inzwischen fast 1 Jahr her, allerdings ist die Geburt für mich so präsent, als sei es gestern gewesen. Ich habe lange gebraucht, bis ich realisiert habe, WAS mir da angetan wurde. Natürlich wusste ich vorher, dass die Geburt nicht so leicht wird. Dass ich an meine Grenzen gehen werde. Aber dass ich respektlos behandelt werde? Dass meine Würde mit Füßen getreten werden wird? Dass mir Gewalt angetan wird? Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Aber erst mal der Reihe nach…

Geplante Hausgeburt

Geplant war eine Hausgeburt mit einer tollen Hebamme die wir seit der 8. Woche kannten und die uns die ganze Schwangerschaft über wunderbar betreut hat. Wir hatten alles zuhause vorbereitet, inklusive aufblasbarem Geburtspool. Wir waren positiv gestimmt und freuten uns auf die Geburt. Die ersten richtig heftigen und regelmäßigen Wehen bekam ich nachts. Es war so heftig, dass ich dachte es geht so richtig los. Meine Hebamme kam direkt, aber mein Muttermund war erst fingerdurchlässig. So blieb es für die nächsten Stunden. Die Einzelheiten zuhause überspringe ich, weil sie für #rosrev keine Relevanz haben. Meine Hebamme war die ganze Zeit für mich da und hat mich vorsichtig untersucht und liebevoll betreut. Nach 18 Stunden regelmäßiger Wehen und keinem wirklichen Geburtsfortschritt, empfahl unsere Hebamme dann ins Krankenhaus zu gehen, da ich mittlerweile sehr erschöpft war. Sie rief dort an, um uns anzumelden und sagte uns, dass eine super nette Hebamme, die sie persönlich kennt, Dienst hat und sich toll um uns kümmern würde.

Klarstellen wer hier das Sagen hat – mit Hilfe von Gewalt!

Diese Hebamme war auch super nett und hat das erste CTG bei mir geschrieben, allerdings hatte sie nach einer Stunde Schichtende und herein kam eine Hebamme, der die Unlust geradezu ins Gesicht geschrieben war. Sehr herzlos und unmotiviert bat sie uns ins Vorwehenzimmer, um mich zu untersuchen. Ich kannte diese Untersuchung ja mittlerweile schon und legte mich, so entspannt es unter Wehen eben geht, auf das Bett. Was daraufhin folgte, kann ich gar nicht in Worte fassen. Sie bohrte vollkommen unvermittelt in mir herum und hörte auch nicht auf, als ich mehrfach: „Aua Aua!“ sagte. Ich konnte mich gar nicht wehren, ich lag einfach da und ließ mich „untersuchen“. Diese Schmerzen sind bis heute die schlimmsten, die ich je in meinem Leben hatte. Sie bohrte so fest in mir herum, dass die Fruchtblase platzte (bei nur 3cm!!). Sie saß mit auf dem Untersuchungsbett und sprang genervt zur Seite, dass sie nicht nass wird. Mir wurde daraufhin richtig übel und ich hätte mich beinahe auf den Boden übergeben. Vollkommen genervt, hielt sie mir eine Schüssel hin. Ab diesem Moment verlor ich komplett die Kontrolle über meinen Körper und meine Geburt. Es war, als hätte sie mir durch diese gewaltvolle Untersuchung gezeigt, wer hier das Sagen hat. Die Wehen, die ich vorher gehabt hatte, waren wirklich schmerzhaft, aber erträglich, die die jetzt kamen nachdem die Fruchtblase eröffnet war, waren einfach nur die Hölle. Als ich nach Schmerzmitteln und einer PDA bettelte, hörte ich nur von ihr:

 „Wie hättest Du das denn bitte zuhause machen wollen?“

Ich war so getroffen von dieser Kälte, dass ich klein beigab. Sie wird es ja wissen, dachte ich, wie konnte ich nur so doof sein und es zuhause versuchen wollen…*

*[Wochen später habe ich durch Zufall im Internet gelesen, dass die Art von Wehen, die ich hatte – sehr schmerzhaft aber unwirksam – typisch für die Kindslage ist, die meine Tochter hatte. Leider wurde dies nicht erkannt – stattdessen wurde ich dafür verurteilt, dass ich mit den Schmerzen nicht klar kam.]

Ich habe geschrien – interessiert hat es niemanden

Als sie mir einen Zugang legte für Schmerzmittel, zerstach sie mir beide Hände und Unterarme – so sehr, dass ich meine Hände für die nächsten Tage nicht mehr schmerzfrei benutzen konnte. Man hätte meinen können, dass sie sich dafür entschuldigt. Falsch gedacht – sie war super genervt, weil sie die Ärztin für den Zugang holen musste. Als das Schmerzmittel nicht wirkte, flehte ich sie an, mir eine PDA zu geben. Bevor mir diese „gestattet“ wurde, musste ich jedoch erst wieder untersucht werden. Ich hatte richtig Panik davor. Plötzlich stand sie wieder vor mir, die Hand in mir drin, wieder am Bohren. Wieder dieser unerträgliche Schmerz. Dann musste natürlich die Ärztin nochmal kontrollieren. Wieder dieser stechende Schmerz, der mich wünschen ließ, dass dies bitte ganz schnell vorbei geht. Ich weiß nicht mehr, wie laut ich geschrien habe. Interessiert hat es keinen. Dann der genervte Gesichtsausdruck der Hebamme:

„Sie ist erst bei 4cm. Na gut, Du kriegst ‘ne PDA.“

Das Ganze hatte nichts mit meiner Geburt und meinem Körper zu tun

Die PDA war ein Segen. Das erste Mal – seit fast 24 Stunden – konnte ich schlafen. Ich habe circa 2 Stunden geschlafen, dann kam die Hebamme und hat wieder nach dem Muttermund gefühlt – dieses Mal war untenrum alles taub, ich habe zum Glück nichts gefühlt. Ich war „endlich“ bei 10 cm und dann schaltete sie die PDA ab. Irgendwann kam sie dann rein, um mich aufs Kreißbett zu holen. Das Ganze hatte nichts mit meiner Geburt und meinem Körper zu tun – ich wurde jetzt entbunden. Sie fragte noch ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen und richtete schon die Armbänder. Ich wäre in diesem Moment am liebsten weggerannt, weil ich nicht glauben konnte, dass ich hier und jetzt in dieser Atmosphäre mein Baby bekommen würde. Ich wusste auch gar nicht, was ich machen sollte – die Schmerzen waren wieder voll da und ich war nun am Ende mit meiner Kraft. Ich habe mich richtig hilflos und verloren gefühlt.

Das Ganze hier irgendwie überstehen…

Als ich es dann wagte zu fragen, ob man mir bitte die PDA aufspritzen könnte, sagte die Hebamme nur kalt:

„Also ohne Schmerzen kann man halt kein Kind kriegen.“

Ende der Diskussion, das war‘s also. Na gut, dann mal aufs Kreißbett und das Ganze hier irgendwie überstehen. Nur wie? Mein Freund stand hinter dem Bett und schaute mich mit riesigen Augen an, er war genauso überfordert wie ich und konnte leider auch nichts machen. Nach etwa einer halben Stunde Presswehen und Anleitungen wie:

„Lehn dich mal nach vorne!“

„Geh in die Knie und atme aus wie wenn du …“  – „So atmest du dabei also?“

„Na also geht doch – durch den Mund ausatmen!“,

merkten wir, dass irgendwas nicht stimmt. Uns wurde dann auf Nachfrage gesagt, dass sie wohl nicht richtig mit dem Kopf liegt und dass der Oberarzt jetzt käme. Als ich fragte, was dann die Alternative wäre, kam ein knappes: „Über die Bauchdecke“. Ich sollte mich dann zum Untersuchen auf den Rücken legen und wir warteten eine Weile auf den Oberarzt. Als dieser dann endlich ins Zimmer kam, begann ich gerade ihn zu grüßen und mich vorzustellen, als ich abgewatscht wurde mit einem:

„Moment mal, ich muss jetzt erst mal hier fühlen.“

Was??? Hier ist mein intimer Bereich und eigentlich entscheide ich doch, was da unten passiert und was nicht? Scheinbar nicht. Dieser Moment war fast einer der schlimmsten der ganzen Geburt. Für Außenstehende mag das seltsam klingen – für mich war damit allerdings mein letztes Stück Würde dahin. Diese Untersuchung war wie eine Vergewaltigung. Wie kann es sein, dass ein mir bis dahin komplett unbekannter Arzt weniger als 3 Sekunden im Raum ist und schon seine Finger zwischen meinen Beinen hat? Wenn die Herztöne von meinem Kind abgesackt wären, okay. Bei einem Notfall, von mir aus. Aber doch nicht einfach so?! Nach der Untersuchung kam dann von ihm ein:

„Absolut unmöglich.“

In der Warteschleife…

Dann stellte er sich vor und erläuterte mir direkt, dass es nur per Kaiserschnitt geht. In dem Moment war mir alles recht und ich unterschrieb alles und nickte alle möglichen Komplikationen ab. Ich bekam die Haube aufgezogen und es hieß, dass wir sofort in den OP kommen. Wenige Minuten später kam dann jemand um zu sagen, dass gerade eine andere Geburt reingekommen ist und wir warten müssten. Dann waren wir alleine. Und ich hatte natürlich immer noch Wehen. Unwirksame, heftige Presswehen vom feinsten, jede Minute mindestens eine. Jede Minute wurde meine Tochter mit ihrem Gesicht gegen mein Schambein gedrückt und ich wusste nicht mehr wie ich das überstehen sollte. Mein Freund ist unzählige Male in den Gang gerannt um zu fordern, dass die PDA aufgespritzt wird oder dass zumindest irgendwas geschehen muss. Keine Antwort. Irgendwann kam die Ärztin rein und sagte, dass ich keine PDA mehr bekommen kann und man leider nichts für mich tun könne. Dann wenig später eine weitere Hiobsbotschaft, es sei jetzt noch eine Geburt reingekommen, wir würden noch länger warten müssen. Zu diesem Zeitpunkt lag ich nun schon über eine Stunde auf dem Rücken mit umgeschnallten CTG – natürlich immer noch mit Presswehen. Dazu kam, dass alle paar Minuten jemand reinkam um etwas aus den Schränken zu holen:

„Moment, ich hole nur schnell eine Nabelklemme.“

„Ich muss nur noch schnell was nähen, dann sind Sie dran.“

Wenn ich dann gefleht habe, dass hier etwas passieren müsse und ich nicht mehr kann, hieß es:

„Jaja, in 10 Minuten geht’s ja los…“

Diesen Satz haben wir sehr oft gehört, ich weiß gar nicht mehr wie oft. Ich glaube es war nach 1,5 Stunden, als ich alle meine Kraft zusammen nahm und meinem Freund sagte, dass ich jetzt sofort Hilfe brauche. Ich dachte wirklich ich würde sterben. Er hat es dann irgendwie geschafft die Ärztin reinzuholen. Sie glaubte mir scheinbar endlich, dass ich wirklich am Ende mit allen Kräften war und meinte dann:

„Hmmm… ich könnte Ihnen einen Wehenhemmer geben….“

„Dann tun Sie das!“,

war alles was ich dann noch sagte. Bis sie da war, dauerte es wieder mindestens 10 Minuten. Der Wehenhemmer wirkte dann für ca. 30 Minuten. Ich spürte zwar noch jede Wehe, aber etwas schwächer als vorher. Ich konnte also endlich zumindest ein bisschen durchatmen. Nachdem die Wirkung dann nachgelassen hatte, musste ich nochmal geschlagene 30 Minuten ohne Alles warten, bis endlich die Tür aufging und wir in den OP geschoben wurden. Auf einmal ging es dann ganz schnell und ich habe noch schnell die OP Schwester gefragt, was mit meiner Tochter nach der Geburt passiert. Sie versicherte mir, dass sie natürlich zu mir käme und ich war beruhigt. Ich habe auch noch gesagt, dass ich dann nach der Geburt gerne meine Plazenta* hätte.

*[Dies wurde übrigens vergessen – „Oh tut mir leid, die Plazentatonne ist schon weg.“]

 Das Baby ist da! – und wieder weg…

Mein Freund kam dann in den OP kurz bevor es losging. Nachdem die Ärzte schon ein bisschen zugange waren, habe ich das Wort Blutung aufgeschnappt und habe gesehen, dass mein Freund besorgt aussah. Also habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, ihm gut zuzureden und ihm zu sagen, dass schon alles gut wird. Rückblickend muss ich echt lachen, wenn ich daran denke. Ihn zu beruhigen hat mir lustiger Weise sehr geholfen, selbst auch ganz ruhig zu bleiben. Und dann auf einmal haben wir sie ganz leise gehört. Und dann die Worte.

„5:50 Uhr – ein Mädchen.“

Endlich war sie da, 28 Stunden nach Wehenbeginn. Die Hebamme hielt sie in den Armen und zeigte sie mir. Ich wollte sie instinktiv berühren doch meine Arme waren festgeschnallt. Die Hebamme hat sie mir dann kurz ans Gesicht gepresst und in der Zeit wurden meine Hände befreit. Dann hat die Hebamme sie wieder weggenommen und einfach nur gesagt:

„Ich nehme sie mit rüber. Hier ist es zu hell und zu kalt.“

Ich habe noch meine Hand nach ihr ausgestreckt, habe aber nur noch den Arm von der Hebamme erwischt. Ich konnte nichts sagen, ich war so perplex. Ich habe nur noch meinem Freund gesagt:

„Geh mit und nimm sie.“

Dann waren sie weg und ich war wie paralysiert. Mir ist richtig schlecht geworden und ich habe die OP nur Dank dem äußerst netten und hilfsbereiten Anästhesisten durchgestanden, ohne mich zu übergeben oder ähnliches. Mir ging es danach noch richtig schlecht, ich habe stundenlang gezittert und als ich dann endlich im Kreißsaal zurück war, wo mein Freund mit der Kleinen auf der Brust saß, konnte ich sie gar nicht halten, weil ich einfach zu kraftlos war.

Immer bedenken: Frauen, die Gewalt unter der Geburt erleben mussten, werden mit solchen Sätzen abermals gedemütigt!

Wir hatten Glück, dass die Kleine die ganzen 28 Stunden Wehen super überstanden hat. Ihre Herztöne sind kein einziges Mal abgesackt. Leider wurde das dann von diversen Verwandten und Freunden angeführt, als ich es wagte mich wegen des Kaiserschnitts oder gar der Geburt zu beklagen. Ich denke diesen Satz kennen viele Frauen zu gut:

„Die Hauptsache ist das Kind ist gesund.“

Wochenbettstation

Die Zeit nach der Geburt war eigentlich okay und auch sehr friedlich – bis auf die furchtbare Betreuung auf der Wochenstation:

„Stehen Sie gefälligst auf, Ihre Kaiserschnittkollegin war heute morgen schon beim Frühstücksbuffet“

„Hören Sie sofort auf Schmerzmittel zu nehmen, Sie stillen doch. Denken Sie gefälligst mal an Ihr Kind!“

usw.

Wir waren froh unsere Tochter endlich bei uns zu haben und bis auf die Tatsache, dass ich erst nach 10 Tagen wieder richtig laufen konnte, ging es uns allen gut. Meine Tochter hat in den ersten Tagen nach der Geburt nur 70 g abgenommen, und sie entwickelt sich weiterhin prächtig.

Erkenntnis: Mir wurde Gewalt angetan – physisch und psychisch

Irgendwann fing es dann bei mir an, dass ich das Wort Geburt nicht mehr aussprechen konnte und wollte. Durch Zufall ist mir aufgefallen, dass mir sowohl körperliche als auch seelische Gewalt angetan wurde. Ich bin bei Twitter auf ein Bild mit Bullshit Bingo – Gewalt in der Geburtshilfe gestoßen. Ich hatte eindeutig „gewonnen“, gleich mehrere Sachen trafen auf mich zu. Das war wie ein Schlag. Auf einmal war mir klar, was da passiert war. Dass mir tatsächlich etwas angetan wurde. Ich habe mich endlich verstanden gefühlt. Ich glaube ich musste gleichzeitig lachen und weinen, als ich das erkannt habe.

Hier noch einmal die grobe Zusammenfassung: meine Fruchtblase wurde sehr grob eröffnet, mein Muttermund wurde mehrmals schmerzhaft gedehnt, ich wurde übertrieben häufig vaginal untersucht, ich wurde nicht ernst genommen, meine Schmerzen wurden runter gespielt, ich wurde respektlos und würdelos untersucht und behandelt, ich wurde unter Presswehen für über 2 Stunden einfach alleine gelassen und mir wurde das Bonding im OP verwehrt.

Ich muss mir regelmäßig diese ganzen Punkte vor Augen führen, um sicher zu sein, dass ich nicht übertreibe. Dass es berechtigt ist, deswegen traumatisiert zu sein.

Entschuldigung – leider nicht von Herzen kommend

Ich habe es irgendwann geschafft, mich beim Krankenhaus zu beschweren. Ich habe allen Beteiligten (oder wohl eher Tätern) mehrere Briefe geschrieben. Ich hatte sogar ein Gespräch mit dem Chefarzt. Ich habe eine offizielle Entschuldigung vom Krankenhaus bekommen. Das klingt alles toll und man könnte meinen, dass ich es doch jetzt gut sein lassen könnte. Es fällt mir allerdings sehr schwer, eine Entschuldigung anzunehmen, die nur deswegen ausgesprochen wurde, weil ich mich an den Träger des Krankenhauses gewendet habe. Auch fällt es mir schwer diese Entschuldigung ernst zu nehmen, wenn ich auf detailliertere (und mehrfache) Nachfragen keine Antworten erhalte. Von den Tätern selbst habe ich bis heute nichts gehört, außer dass sie betroffen und traurig über meine Rückmeldung sind. Hier noch ein paar Zitate, die ich vom Chefarzt als Antwort bekommen habe – vielleicht kommt das – der ein oder anderen – auch bekannt vor:

„… mit Dr. XXX habe ich gesprochen, er war sichtlich traurig, zumal er normalerweise sehr positive Rückmeldungen bekommt.“

„… ich denke neben Ihrer persönlichen negativen Erfahrung werden gerade in der Geburtshilfe auch viele positiven Erfahrungen, gerade auch hier im Haus, wiedergegeben. Das Problem ist, dass wir in einem nicht berechenbaren und hoch emotionalen Bereich tätig sind. Deshalb leider auch manchmal enttäuschen.“

„… Aber die beteiligten Ärzte, gerade auch Herr Dr. XXX, sind, und das müssen Sie mir glauben, in der Regel mit höchsten Zufriedenheitsbewertungen versehen.“

„… Die Qualitätskontrollen innerhalb der Abteilung sind überdurchschnittlich inkl. mehrfacher jährlicher Risikotrainings.“

„… Allerdings können Sie nicht zwischenmenschliche Situationen üben.“

Da fühlt man sich doch direkt viel besser. Er hätte gleich schreiben können:

„Tja Frau XXX, mit Ihrem Ansprüchen sind Sie selbst schuld. Sie sind die Einzige, die sich hier je beschwert hat.“

Danke dafür lieber Herr Chefarzt! Aber haben Sie mal darüber nachgedacht, dass viele einfach keine Kraft, keinen Mut oder gar keine Zeit haben sich damit zu befassen und sich dann letztendlich auch zu beschweren? Schließlich haben wir alle gerade ein Kind bekommen und sind generell übermüdet und überfordert!

 Zuhören und Verständnis haben – so wichtig!

Ich bin mittlerweile auf einem guten Weg. Ich kann offen über das Thema sprechen – ich fange nur noch bei jedem dritten Mal an zu heulen. Das hat lange gedauert und das habe ich meinem Freund zu verdanken, der mir das Gefühl gibt, immer darüber sprechen zu können. Das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit, wie viele von uns am eigenen Leib erfahren haben. Selbst meine Mutter hat mich nicht ganz ernst genommen:

 „Naja XXX, wie hast Du Dir das denn vorgestellt? Was dachtest Du denn wie eine Geburt ist?“

Als ich ihr sagte, dass die Hebamme mich gefragt hat, wie ich das denn zuhause hätte machen wollen, fragte meine Mutter einfach nur zurück:

„Ja, wie hättest du es denn zuhause machen wollen???“

Durch solche Sprüche habe ich mich lange Zeit einschüchtern lassen und das hat die Aufarbeitung und Verarbeitung nicht leichter gemacht. Doch mittlerweile weiß ich: SO muss und darf eine Geburt nicht sein! Was können wir alle also tun? Wir müssen zuhören, wenn eine Frau über ein schlimmes Geburtserlebnis spricht. Nein, sie ist nicht selbst schuld, sie hätte es auch nicht vorher wissen können oder gleich einen Kaiserschnitt machen sollen. Daher heute hier mein Beitrag – gegen Gewalt in der Geburtshilfe – für mehr Würde, weniger ungewollte Interventionen und eine gute 1:1 Betreuung!

Großen Dank an Motherbirth dass ich diesen Beitrag veröffentlich konnte. Das bedeutet mir wirklich sehr viel! Und natürlich danke an meinen Freund, der mir immer zuhört und in den letzten Tagen dauernd mit der Kleinen spazieren war, dass ich viel Zeit hatte mir das alles von der Seele zu schreiben.


Und jetzt habe ich aus ganz verschiedenen Gründen Tränen in den Augen! Einerseits vor Entsetzten und Traurigkeit, was dir widerfahren ist -weil es eben auch viele Parallelen zu meiner eigenen Geschichte gibt, aber andererseits auch wegen des herzlichen Dankeschöns von dir❤ Das berührt mich sehr und es freut mich, dass ich dir allein durch das Veröffentlichen deines Textes bei der Verarbeitung des Geburtserlebnisses etwas helfen kann.

*EURE MOTHER BIRTH*

#rosrev #breakthesilence #Gewalt #Geburt #Geburtshilfe #Krankenhaus #Hebamme #Arzt #Kaiserschnitt #eachwomanisarose #vaginaleUntersuchnug #Muttermund #Entschuldigung #zuhören #Sectio

#Blogparade: Each Woman is a Rose #rosrev – #Gastbeitrag von Katharina

Ich habe mich gerne dazu bereit erklärt, dass #Gastbeiträge zur #Blogparade: Each Woman is a Rose – Warum unsere Geburten so wichtig sind #rosrev von Nora Umlau auf meinem Blog veröffentlicht werden können. Damit biete ich allen Frauen, die entweder keinen eigenen Blog haben oder aber aus verschiedenen Beweggründen den Text anonym veröffentlichen möchten, bei mir eine Plattform. Nun erreichte mich gestern Abend eine E-Mail von Katharina. Sie schrieb:

„Mein Name ist Katharina. Ich habe im Alter von 24 Jahren meinen Sohn entbunden bzw. ich wurde von ihm entbunden. Ich habe von einer lieben Freundin deine Kontaktdaten erhalten und möchte nun meine Erlebnisse mit dir teilen. Nach fast zwei Jahren, möchte ich nun nicht mehr schweigen!“

Gerne liebe Katharina gebe ich dir mit meinem Blog die Möglichkeit dein Schweigen zu brechen und über die erlebte Gewalt unter der Geburt zu berichten! #breakthesilence


yd6vobyt

*Achtung: Trigger-Warnung*

Herzlich Willkommen… oder auch nicht.

Ich kam auf Anraten meines Frauenarztes zur Einleitung der Geburt meines ersten Kindes ins Krankenhaus. Ich war 7 Tage über Termin, mir ging es körperlich schlecht – ich hatte keine Kraft mehr. Bei der Aufnahme erklärte man mir, ich solle alle vier Stunden zum Kreißsaal kommen, um mir die Tablette zur Einleitung zu holen. Dabei wird dann alle zwei Stunden das CTG gemacht. Unterwegs soll ich bloß nicht meine Akte vergessen! Weitere Informationen oder eine freundliche Begrüßung – Fehlanzeige! Danach brachte mich eine Praktikantin auf mein Zimmer. Dieses war weder sauber, noch war das Bett, in das ich mich legen sollte, gemacht. Mir wurde nicht erklärt wie das Bett funktioniert, woher ich die Kopfhörer für den Fernseher bekomme oder wo die Küche ist, in der ich mir Tee, Wasser und Essen holen konnt. Das alles übernahm meine Zimmernachbarin.

Nichts tut sich…

Nachdem ich mich “eingerichtet“ hatte, ging ich zu ersten Untersuchung. Dort wurde dann auch endlich gefragt, wie es mir geht. Ich hatte seit 4 Uhr nachts eigene Wehen entwickelt. Sie waren auszuhalten und kamen etwa alle 8-10 Minuten. Die Ärztin untersuchte mich. Gebärmutterhals war verstrichen, Muttermund allerdings hart und verschlossen. Nachdem ich einen Zugang gelegt bekommen habe mit der Begründung

„…falls etwas mit ihrem Baby sein sollte und es schnell gehen muss…“,

wurde ich an das CTG angeschlossen. Nun waren die Wehen nicht nur spürbar, sondern auch sichtbar. Ich war so froh! Meine ersten echten eigenen Wehen! Ich war richtig stolz! Ich bekam erstmal keine Tablette, weil die Hebamme abwarten wollte, wie sich meine Wehen entwickeln würden. Ich sollte gehen und um 12 Uhr zum CTG wiederkommen. Also schnappte ich mir meinen Mann und wir gingen raus in den Park spazieren. Einige Wehen musste ich veratmen, andere waren wiederrum recht schwach. Nach Stunden der Bewegung waren die Wehen verschwunden und ich bekam um 12:15 Uhr meine erste Tablette. So ging es weiter. Alle vier Stunden die Tablette, alle zwei Stunden das CTG. So verging der Freitag und auch die Nacht war gut und ruhig. Am nächsten Morgen wurde ich wieder untersucht. Alles wie am Tag zuvor. Ich War enttäuscht. Also ging es im 2/4-Stunden-Takt weiter. Den ganzen Tag tat sich nichts!

 Wo bitte kommt der ganze Blut her?

Da ich – wie fast jede Schwangere – Probleme mit dem Stuhlgang hatte, bat ich gegen 22 Uhr um ein Klysma (Einlauf), das ich auch bekam. Keiner half mir dabei – trotz der Neun-Monats-Kugel. Die Schwester sagte mir, dass es vielleicht sogar die Wehen antreiben könnte. Nach ca. 15 Minuten ging es dann los. Erst war es nicht schlimm, doch dann begann ich Blut auszuscheiden und auch der heißersehnte Schleimpfropf ging ab. Ab da verbrachte ich fast zwei Stunden auf der Toilette, nicht mal das CTG konnte geschrieben werden. Die Schwester sollte Recht behalten: mit dem Einlauf gingen auch die Wehen los und das nicht zu knapp. Nachdem ich mich endlich mal von der Toilette erheben konnte, ging ich mit meinem Mann erneut zum Kreißsaal. Die “Begeisterung“ über unser Auftauchen war fast greifbar. Nur wiederwillig und auf meinen Wunsch hin, wurde ich untersucht. Der Muttermund war „fingerdurchlässig“, also ging es wohl voran. Juhuuu! Dass ich Schmerzen hatte (nicht nur die Wehen) und dass ich viel Blut ausgeschieden habe, wurde einfach überhört und ich sollte in zwei Stunden wieder zum CTG kommen. Nach einer Stunde unter Schmerzen, die ich wieder auf der Toilette verbrachte, ging ich abermals zum Kreißsaal. Als die Hebamme mich und meinen Mann sah, verdrehte sie schon die Augen. Mein Mann versuchte der Hebamme dann zu erklären, dass es mir schlecht geht wegen des vielen Blutes, welches ich ausgeschieden hatte. Ihre Antwort:

„Das ist halt so, wenn man ein Kind kriegt.“

Ein Gefühl – etwas stimmt nicht.

Ich hatte mich nach dieser Aussage schon auf den Weg raus aus dem Kreißsaal gemacht, verzweifelt nach einer Lösung suchend. In meiner Verzweiflung wollte ich schnellstmöglich in ein anderes Krankenhaus. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass es so nicht richtig ist. Mein Mann ist dann gepflegt ausgerastet und hat die Hebamme angeschrien, die mir daraufhin nachlief und in einem separaten Raum an das mobile CTG anschloss, damit ich zwischendurch zur Toilette konnte. Ich wurde erneut unter Schmerzen untersucht. Leider war der Muttermund noch immer nur „fingerdurchlässig“. Die Hebamme verließ das Zimmer und ich lag zitternd und mit Krämpfen da, zwischendurch musste ich immer wieder zur Toilette. Irgendwann kam die Hebamme völlig nervös wieder. Ich konnte in ihrem Gesicht sehen das etwas nicht stimmte und ich sah wie mein Bett an der Zimmertür Richtung Kreißsaal geschoben wurde. Kommentarlos nahm sie das CTG ab und sagte ich solle mitkommen. Wohin, wieso, weshalb, warum? Was war los? Keiner sagte etwas. Im Kreißsaal angekommen, sollte ich mich in mein Bett legen und warten. Worauf? Keine Information! Die Ärztin kam nach einigen Minuten rein, mit einem sehr besorgten Gesicht und sagte mir mit der Hand an der Türklinke:

„Das CTG ist schlecht, bei jeder Wehe sinkt der Herzschlag. IHREM BABY GEHT ES NICHT GUT! Wir müssen einen Kaiserschnitt machen.“

Ein Kaiserschnitt – meine Horrorvorstellung

Ich fing an zu weinen, mein Mann nahm mich in den Arm. Ein Kaiserschnitt war für mich eine Horrorvorstellung! Ich wollte es doch so schaffen! Ich wollte mein Baby zur Welt bringen und ihn mir auf meine Brust legen! Das war mir so wichtig! Ich war völlig am Ende. Natürlich willigte ich dem Kaiserschnitt ein, denn der Satz: “IHREM BABY GEHT ES NICHT GUT!“ – machte mir große Angst! Die Ärztin bat mich noch um einige Unterschriften, während die Hebamme mir eine Infusion mit Wehenhemmer anhängte. Auch ein zweiter Zugang wurde gelegt, mit der Begründung:

„Nur falls etwas sein sollte und es schnell gehen muss…“

Was soll das? Immer diese Angstmacherei! Die Situation war schon schlimm genug!

Während die Hebamme wie ein Roboter um mich herumhuschte, zog ich das OP Hemd an und legte mich wieder in mein Bett. Der Wehenhemmer wirkte noch nicht, also musste ich zwischendurch immer wieder veratmen.

Ein Geburtsplan, an den sich nicht gehalten wird

Die Hebamme gab mir ein kleines Fläschchen und sagte:

„Trinken sie das mit einem Zug schnell aus. Es schmeck widerlich.“

Was das ist, wofür es ist, musste ich ihr regelrecht aus der Nase ziehen. Es war ein Mittel, dass das Aufsteigen der Magensäure während des Kaiserschnitts verhindern soll. Ich trank also das Zeug, was wirklich ekelhaft war, als die Hebamme mit einer weiteren Infusion wiederkam. Und wieder musste ich fragen, was ich da eigentlich bekomme. Während die Infusion schon lief, sagte sie mir, dass es etwas zur Beruhigung sei. Ich muss mich ja ENTSPANNEN! Gut ich zitterte am ganzen Körper, aber in meinem Geburtsplan hatte ich ganz klar geschrieben, dass ich – falls es zu einem Kaiserschnitt kommt – auf gar keinen Fall Beruhigungsmittel will!!! Ich wurde aber NIE gefragt!!!

Die PDA

Ich wurde in den OP gefahren, wo mir gesagt wurde, dass mein Mann gleich nachkommt, wenn ich “fertig“ bin. Im OP standen eine Menge Menschen, die mich vorwurfsvoll anstarrten. Als ob ich mir das ausgesucht hätte. Sowohl die Wehen, als auch die Krämpfe waren immer noch da und ich musste auch weiterhin veratmen. Auch während die Anästhesistin versuchte mir die PDA zu legen, musste ich immer wieder die Wehen veratmen, wodurch sich das legen der PDA natürlich in die Länge zog. Ein Assistenzarzt kam herein, er hieß genauso, wie wir unser Sohn nennen wollten. Als ich ihm sagte:

„Unser Sohn heißt auch so!“,

kam als Antwort zurück:

„Das werden wir noch sehen.“

Dann drückte er mich mit seinem ganzen Gewicht nach unten, damit mein Rücken rund blieb und die Anästhesisten freie Bahn hat. Ich schrie vor Schmerzen! Ich konnte die Wehen nicht mehr ordentlich veratmen und auch die Betäubung war keine wirkliche Betäubung, denn ich spürte die zwei Stiche (die Anästhesistin schaffe es nicht bei ersten Versuch) der PDA. Zwischendurch hörte ich den Assistenzarzt sagen:

“Wenn Sie nicht still halten, machen wir es in Vollnarkose.“

Der Schmerz zog bis ins rechte Bein. Und die Drohung machte es auch nicht besser. Ich wurde noch nervöser und zitterte noch mehr! Als mich der Assistenzart endlich atmen lies, kam die Ärztin rein die den Kaiserschnitt vornehmen sollte. Sie nahm meine Hand und redete beruhigend auf mich ein, dass half und die PDA konnte endlich gelegt werden. Ich merkte wie gehetzt und ungeduldig alle waren. Immerhin war es schon 2 Uhr in der Nacht.

Ohnmachtsgefühle

Im selben Moment, indem die PDA lag, wurde ich mit einem Ruck auf dem OP Tisch gelegt, mir wurden die Beine gespreizt und festgeschnallt und ich bekam einen Katheter, während mir auch die Arme festgeschnallt wurden. Ich lag da und dieser Assistenzarzt, der mich so runtergedrückt hatte, schaute mir in den Schritt, als ob es ihn freuen würde, dass ich da so läge. Es war so demütigend und erniedrigend! Ich habe mich so sehr geschämt und ich konnte nichts dagegen tun. Ich hatte solche Angst, dass sie anfangen zu schneiden, obwohl ich noch alles spürte. Ich war nicht darauf vorbereitet und keiner sprach mit mir. Ich weinte und schrie vor Angst! Immer wieder sagte ich:

„Stop!!! Das spüre ich noch. Nicht schneiden!“

Endlich durfte auch mein Mann zu mir. Ich sagte ihm, dass ich noch alles spüre und dass er sagen soll dass sie nicht schneiden dürfen. Daraufhin sagte der Assistenzarzt, dass der erste Schnitt schon gemacht wurde. Plötzlich begann es zu ruckeln und mein ganzer Körper bebte. Ich wurde regelrecht durchgeschüttet, das Blut spritzte auf die Abdeckung und ich war plötzlich wie taub. Ich sagte nichts mehr, ich habe kaum noch was gehört, ich hatte irgendwie aufgegeben, denn jegliches Recht an mir und meinem Körper wurde mir genommen. Ich wartete nur auf das ersten Schrei meines Sohnes. Das war das einzige, was mich wach hielt.

Respektvoller, umsichtiger Umgang mit der frisch gebackenden Mutter? – Fehlanzeige!

Mit einem Ruck wurde das Atmen leichter und die Hebamme huschte mit einem kleinen, nicht schreienden Päckchen an mir vorbei. OHNE EIN WORT! Mein Mann, der in der Zwischenzeit rausgebracht wurde, weil er meinen verängstigten Anblick nicht ertragen konnte, kam dann zu mir und sagte, dass alles gut ist. Endlich kam auch der erste Schrei unseres Sohnes und in mir löste sich alles. Ich fing sehr an zu weinen. Um 2:10 Uhr machte er mich zu Mama. Für einen kurzen Moment vergas ich alles, was ich in den letzten Stunden erleben musste und freute mich einfach nur meinen Sohn berühren zu dürfen. Doch auch als er endlich geboren war, wurden meine Arme nicht losgeschnallt! Mein Mann ging, während ich “zugemacht“ wurde, mit unserem Sohn und der Hebamme in den Kreißsaal. Dort durfte mein Mann das Bonding machen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ich aus dem OP zu meinen beiden Jungs geschoben. Sehr hektisch und gefühlskalt wurde ich von der Hebamme gewaschen. Obwohl die PDA noch wirkte, verlangte sie von mir die Beine aufzustellen und meinen PO zu heben damit sie mich besser waschen und anziehen konnte. Ich sagte, dass es nicht geht, da war sie natürlich umso mehr genervt und wurde grob. Als sie dann mit mir “fertig“ war, schaute sie nach unserem Sohn. Dem Himmel sei Dank war mit ihm alles bestens und wir konnten in unser Zimmer zurück. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, nicht mal an das erste Anlegen an die Brust.

Mehr Achtsamkeit im Umgang mit Mutter und Kind

Die folgenden fünf Tage auf Station waren genauso berauschend, wie die Tage zuvor. Die Schwestern kamen um ihre “Arbeit“ mehr schlecht als recht zu erledigen und obwohl die Station kaum belegt war, waren alle natürlich sehr gestresst und in Eile. Ich stand bereits einen Tag nach der OP auf, um mich und mein Baby selbst versorgen zu können. Ich lief mehrmals täglich am Stationszimmer vorbei. Komischerweise saßen die furchtbar gestressten Schwestern immer im Stationszimmer und tranken ihren Kaffee und dass obwohl doch so viel zu tun war. Da ich selbst Krankenschwester bin, kenne ich den Stationsalltag sehr gut. Daher kann ich sagen, dass ich oftmals nicht mal 30 Minuten Zeit hatte um meine Pause einzuhalten. Und selbst dann, war ich immer freundlich zu den Patienten und habe mein Bestes gegeben!!! Ich verstehe nicht, wie man gerade auf der Wochenstation und im Kreißsaal ein so furchtbar genervtes und unfreundliches Gesicht ziehen kann!? Sie ALLE haben die Ehre ein neues Leben zu empfangen! Sie dürfen Mutter und Kind in den ersten Stunden und Tagen begleiten und mit ihrer jahrelangen Erfahrung glänzen! Warum tun Sie es nicht? Ist die Geburt einen Kindes für Sie schon so sehr zum Alltag geworden? Wenn dem so ist, sollten Sie ihren Beruf wechseln! Sie wissen ja nicht, wieviel Sie bei eine frischgebackenen Mutter mit ihrer Art kaputt machen!

Mein Appell

Es mag Ihr Alltag sein, aber es war mein erstes Kind! Und nichts auf dieser Welt, gibt Ihnen das Recht Mutter und Kind so miserabel zu behandeln und seelisch zu verletzen! Die Erfahrungen, die ich bei Ihnen machen musste, haben mich in ein tiefes Loch gerissen. Und jetzt, nach fast zwei Jahren, schaffe ich es endlich, diesen Brief zu Ende zu schreiben. Auch wenn ich es bezweifle, hoffe ich dennoch, Sie nehmen sich meine Worte zu Herzen und ändern entweder Ihre Art und Einstellung oder eben Ihren Beruf! Auf gar keinen Fall darf so etwas weiter praktiziert werden!


Nun habt ihr den Brief gelesen, den Katharina morgen am Rose Revolution Day vor der Kreißsaaltür, hinter der ihr Gewalt angetan wurde, niederlegen wird. Ich danke dir, liebe Katharina, dass du diesen sehr persönlichen Brief mit uns teilst. Ich hoffe sehr, dass deine eindringlichen Worte einige dort zum Umdenken bringt.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Blogparade #rosrev #breakthesilence #Gewalt #Geburt #Geburtsplan #Sectio #sekundäreSectio #Kaiserschnitt #CTG #Einlauf #Klysma #PDA #Medikamente #verbaleGewalt #Angst #Krankenhaus #Geburtshilfe #Arzt #Hebamme #Wochenbettstation #Einleitung

#Blogparade: Each Woman is a Rose #rosrev – #Gastbeitrag von Kimberly

Ich habe mich gerne dazu bereit erklärt, dass #Gastbeiträge zur #Blogparade: Each Woman is a Rose – Warum unsere Geburten so wichtig sind #rosrev von Nora Umlau auf meinem Blog veröffentlicht werden können. Damit biete ich allen Frauen, die entweder keinen eigenen Blog haben oder aber aus verschiedenen Beweggründen den Text anonym veröffentlichen möchten, bei mir eine Plattform. Über meine Facebook-Seite bekam ich eine Nachricht – von Kimberly. Sie schrieb:

„Hallo, durch ihren heutigen Artikel, fühle ich mich nicht mehr so allein, mit meiner Erfahrung.“

Sie erzählte mir ihre Geschichte und ich bot ihr spontan an, dass sie ebenfalls auf meinem Blog ihr Geburtserlebnis und die Gewalt, dies sie erleben musste, öffentlich teilen kann. Sie sagte: „Ja!“ und so bekommt ihr nun einen weiteren #Gastbeitrag zum Thema: Gewalt in der Geburtshilfe zu lesen.


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*Achtung: Trigger-Warnung*

Hallo, mein Name ist Kimberly und auch ich möchte meine Geschichte erzählen…

Selbstzweifel – Wie soll ich das bloß aushalten?

Als unsere Tochter sich bereit machte, geboren zu werden, war ich 22 Jahre alt. Ich wusste das Schmerzen auf mich zukommen werden, allerdings wusste ich nicht, WIE sie auf mich zukommen werden! Am 1.9.2015 gegen 9 Uhr am Abend, verspürte ich schon leichte Wehen, dachte mir aber nicht viel dabei. Am nächsten Tag kamen die Wehen schon regelmäßiger, dennoch nicht heftig. Mein Mann ließ mir ein Bad ein, um mich vergewissern zu können, ob es wirklich Wehen waren. Es waren Wehen und ich dachte, unsere Tochter würde an diesem Tag geboren werden. Dem war aber nicht so. In der Nacht vom 2.9. machten wir uns gegen 2 Uhr nachts auf den Weg ins Krankenhaus. Ich hatte schlimme Schmerzen, dachte es wäre bald so weit. Allerdings musste ich dort enttäuscht werden, als man mir mitteilte, der Muttermund wäre erst bei knapp 2 cm und es hatte sich trotz übler Schmerzen den ganzen Tag über nichts getan. In diesem Moment begann ich schon an mir zu zweifeln, wie ich noch weitere 9 cm aushalten sollte.

Hier kann ich nicht bleiben – wieder ab nach Hause…

Ich bekam Tabletten zum einnehmen, die den Muttermund weicher machen würden und mir wurde geraten, nach draußen laufen zu gehen. Es war a*schkalt, regnete und mir war kotzübel wegen der Tabletten. Also gingen wir wieder zurück, ich wurde auf ein Zimmer geführt und mein Mann verabschiedete sich, um nochmal nach Hause zu fahren – sich ausruhen. Wirklich nett war keiner zu mir, da es anscheinend nicht gern gesehen war, nachts unter Schmerzen mit Wehen im Krankenhaus aufzutauchen. Im Zimmer angekommen, war es natürlich stockdunkel, die Frau neben mir schnarchte extrem. Ich setzte mich nur kurz auf das Bett und für mich war klar: Hier kann ich mich nicht in Ruhe auf die Geburt meiner Tochter vorbereiten, geschweige denn entspannen! Also rief ich meinen Mann an, der mich eine halbe Stunde später wieder abholen sollte. Den Damen der Station gefiel es gar nicht, dass ich plötzlich wieder nach Hause wollte, da meine Kanüle entfernt werden musste und das anscheinend wieder Arbeit für sie hieß. Dann musste ich eine weitere Stunde auf die Ärztin warten, die mich noch untersuchen musste, bevor ich wieder nach Hause gehe. Während dem Ultraschall dachte ich, ich würde jeden Moment auf die Untersuchungsliege pinkeln, aber mit Mini war alles okay! Dann durften wir wieder Heim fahren und mein Mann hatte Verständnis dafür, dass ich mich unter meinen Umständen DORT nicht wohl fühlen konnte! Super Voraussetzung, dachte ich! Bis Mittags um 14 Uhr konnte ich die Wehen Zuhause aushalten, zwischendurch auch etwas schlafen, bis es nicht mehr auszuhalten war und wir wieder ins Krankenhaus fuhren.

Abschied von der Wassergeburt

14.30 Uhr im Krankenhaus, natürlich war die Hölle los. Ich wurde in den CTG Raum geführt, wo neben mir, noch um die 7 weiteren Frauen waren, die meisten der Damen bekamen Akupunktur. Ich saß auf der Liege, dachte ich würde jeden Moment sterben und die Hebammen machten in Ruhe ihre Akupunktur fertig, während ich schon weinend dort saß und immer noch niemand nach mir geschaut hatte. Dann hatte es meinem Mann gereicht, er ging aus dem Zimmer und fragte wann endlich mal jemand nach mir schauen würde. Er verstand, dass viel los war, konnte mich aber nicht mehr leiden sehen. Endlich kam eine Frau und nahm mich mit in den Kreißsaal. Ich legte mich auf das Geburtsbett und bekam bald darauf Schmerzmittel über einen Tropf, wodurch es mir auch bald besser ging. Ich fühle mich als hätte ich Drogen konsumiert, alles zog an mir vorbei, als würde alles in Zeitlupe passieren. Im Nachhinein machte ich mir Gedanken, ob mein Baby das Schmerzmittel auch so wahrnimmt wie ich. Ich wusste nicht, was ich verabreicht bekam. Nach einer Stunde ließ die Wirkung nach und ich begann wieder an mir zu zweifeln, nicht länger auszuhalten. Ich hatte mir so sehr eine Wassergeburt gewünscht, also ging ich in die Wanne. Ich hatte ständig das Gefühl pressen zu müssen, sollte ich aber nicht. Irgendwann piekste die Hebamme die Fruchtblase auf und meinte, dass es jetzt nicht mehr lange dauern würde. Ich weiß nicht, wann ich in die Wanne ging und wie lange ich darin war. Ich war am Ende meiner Kräfte. Ich sackte zwei, drei Mal in die Wanne, mein Mann hatte Angst, dass ich mein Bewusstsein verliere und rüttelte immer mal kurz an mir. Ich fing voller Erschöpfung an zu zittern und zu frieren, die Wanne ging nicht noch voller. Also musste ich raus aus der Wanne, das war’s mit der gewünschten Wassergeburt.

Von da an, begann für mich der Horror

Ich wurde abgetrocknet und ging zum Geburtsbett. Ich wusste nicht, welche Position für mich die richtige war, um mein Kind auf die Welt zu bringen. Ich war nackt und es war kalt in diesem riesigen Raum. Es war alles andere als eine gemütlich Atmosphäre für mich! Ich sollte mich auf den Rücken legen und mit jeder Wehe pressen. Ich hatte kein Kraft mehr, mein Mann konnte dabei zusehen, wie ich unsere Tochter drei Mal wieder „reingezogen“ habe, weil ich es einfach nicht schaffte, ihren Kopf zu gebären*. Ich schrie, dass ich es nicht mehr schaffe. Dann sollte ich ihren Kopf fühlen, um neue Kraft zu tanken, aber das half mir auch nicht. Auf einmal ging alles so rasend schnell. Ich presste, obwohl ich keine Wehen mehr hatte und wurde gleich darauf an einem Wehentropf angeschlossen. Plötzlich spürte ich höllische Schmerzen, mein Mann guckte völlig entsetzt und mir war klar, ich wurde soeben geschnitten. Zwei Ärztinnen stiegen auf mich, versuchten mein Kind rauszuschieben und eine andere half von unten nach. 20.20 Uhr, es machte „Platsch“ und meine Tochter flutschte aus mir, direkt auf ein silbernes Tablett. Nachdem sie eingepackt wurde, durfte ich sie kurz begrüßen. Noch bevor ich realisierte, dass unsere Tochter geboren wurde, ging es für sie zum messen und wiegen und ich hatte nun noch die Plazenta vor mir. Ich fühlte mich untenrum komplett zerissen, die Plazenta konnte nicht raus, da meine Blase zu voll war. Also bekam ich kurzerhand einen Katheter gelegt und die Plazente folgte nach kurzem Pressen. Dass ich mir vor Schreck die Kanüle rausgerissen hatte, als ich geschnitten wurde, war niemandem aufgefallen.

*Anmerkung von Kimberly : Das Baby war ein #Sternengucker, was die Geburt erschwerte und verlängerte.

Alles OK! – Schmerzen? Stellen Sie sich nicht so an!

Ich bekam mitgeteilt, dass ich dreifach gerissen sei und nun noch genäht werden müsste. Nach neun Spritzen in meine Vagina, ununterbrochener ärztlicher Diskussion dazu, zupfen hier und ziehen dort, war auch das Nähen nach lang vergangener Zeit geschafft. Endlich durfte ich mein Mädchen begrüßen. Ich dachte immer, ich würde weinen vor Freude, aber ich war viel zu erschöpft. Und enttäuscht. Enttäuscht, dass es keine Wassergeburt wurde, dass ich es nicht „allein“ geschafft hatte. Ich war froh, dass das stillen direkt super gekappt hatte. Am zweiten Tag nach der Geburt, einen Tag früher als gewöhnlich, ging es zur Abschluss Untersuchung, da Sonntags kein zuständiger Arzt vor Ort war. Alles in Ordnung, alles würde super aussehen, wir wären bereit um nach Hause zu gehen. Ich hatte schlimme Schmerzen. Sitzen oder laufen waren die reinste Qual, aber das gehöre dazu und ich sei wohl etwas schmerzempfindlicher… Okay.

Pfusch an der Dammnaht mit schlimmen Folgen

Ich wollte nur noch nach Hause. Sonntag morgen wurden wir entlassen, Mittwoch sah meine Hebamme uns zum ersten Mal nach der Geburt. Als sie mich untenrum umschaute, war sie regelrecht entsetzt. So einen Pfusch hatte sie in ihren zwanzig Jahren als Hebamme noch kein einziges Mal erlebt. Die schlimmen Schmerzen kamen von den Nähten, welche gar nichts mehr zusammen hielten und alles wund gescheuert hatten. Falsch und schief wurde ich genäht. Fotos wurden gemacht, um sich mit Kollegen über die miserable Arbeit auszutauschen. Auch mir wurden die Bilder gezeigt. Meine Bilder und Bilder von anständig genähten Schnitten. Ich werde diesen Anblick niemals vergessen. Und ich wunderte mich, wie die Schmerzen „normal “ sein konnten. Ich bekam Angstzustände, wenn ich nur an’s Pipi machen dachte. Kein Toilettengang ohne Tränenbad! Also nur noch Pipi machen in der Dusche, mit laufendem heißen Wasser. Eine Woche nach der Geburt, wurden mir von meiner Hebamme und einer Helferin, ALLE inneren und äußeren Nähte gezogen. Mit Pinzette und Schere, ohne Betäubung. Ich wurde festgehalten, weil die Schmerzen unerträglich waren, bis der letzte Faden draußen war. Ich weiss gar nicht, wie viele Wochen ich geweint hatte. Wo andere schon wieder Sex haben konnten, hatte ich eine offen stehende Wunde, die von allein verheilen musste. Ich bin so dankbar, für meinen Mann, der mit mir litt, der für mich da war, der meine Schmerzen verstand. Fast ein Jahr später, im Juni, traute ich mich zum ersten Mal wieder mit meinem Mann zu schlafen. Als hätte ich es verlernt, als wäre es mein erstes Mal gewesen, musste ich mich erst ran tasten. Schmerzen nach dem Sex habe ich wahrscheinlich für immer. Genauso wie eine Narbe und OB’s die mich wund scheuern. Dennoch bin ich dankbar für mein kleines Wunder! Und dank unsrer langen gemeinsamen „Liegezeit“, konnte sich unsere Stillbeziehung nicht besser entwickeln und wir stillen heute, seit fast 15 Monate, immer noch! ❤

Für mich ist eins klar: bestehen keine Komplikationen für mich und unser nächstes Kind, werde ich in einem Geburtshaus oder Zuhause entbinden!


Ich danke dir Kimberly, dass du mir so viel Vertrauen geschenkt hast, indem du mir deine Geschichte erzählst und sie nun auch mit meinen Lesern teilst. Das berührt mich sehr. Gerade weil ich weiß, dass du bis jetzt mit niemanden darüber gesprochen hast. Ich hoffe, dass dieser Text ein Teil dazu beitragen kann, dass du das Erlebte aufarbeiten kannst❤ Ich bin wirklich bestürzt, was dir angetan wurde und wie sehr du noch immer darunter leidest.😦

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#rosrev #Gewalt #Geburt #Krankenhaus #Dammschnitt #Dammriss #Dammnaht #Wunde #Schmerzen #eachwomanisarose #Geburtshilfe #Blogparade #breakthesilence

#Blogparade: Each Woman is a Rose #rosrev – #Gastbeitrag von Stella

Ich habe mich gerne dazu bereit erklärt, dass #Gastbeiträge zur #Blogparade: Each Woman is a Rose – Warum unsere Geburten so wichtig sind #rosrev von Nora Umlau auf meinem Blog veröffentlicht werden können. Damit biete ich allen Frauen, die entweder keinen eigenen Blog haben oder aber aus verschiedenen Beweggründen den Text anonym veröffentlichen möchten, bei mir eine Plattform. Und schon heute kam der erste Text von Stella, die gerne anonym bleiben möchte. Es ist ein sehr bewegender Text, der mich unter anderem deshalb zutiefst berührt hat, da ich das Gefühl kenne, wenn das CTG stumm bleibt…


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*Achtung: Trigger-Warnung*

Gewalt in der Geburtshilfe, Fremdbestimmung, ignorieren des Bauchgefühls der gebärenden Frau, allein gelassen werden, Vorwürfe…

Mein Körpergefühl sagte mir zwar etwas anderes…

Dies sind Themen mit denen ich mich seit der Geburt meines ersten Kindes vor beinahe zehn Jahren auseinandersetze. Ich habe trotz allem hiernach noch weitere Kinder bekommen. Es sind drei (eigentlich vier) sehr unterschiedliche Geburtserfahrungen. Mein erstes Kind bekam ich vor fast zehn Jahren. Zunächst sah alles gut aus. Ich wurde am errechneten Entbindungstermin im Krankenhaus aufgenommen, da es beim CTG ein Intervall von 8 Minuten gab, bei dem die Herztöne des Kindes rapide abfielen, sich dann aber wieder stabilisierten. Am Morgen sollte die Entbindung eingeleitet werden. In dieser Nacht erwachte ich um 0:30 mit Wehen. Starke Wehen in sehr kurzem Abstand. Ich lief im Zimmer umher, immer an einer Uhr vorbei, der Abstand war kürzer als 5 Minuten. Ich ging zur Stationsschwester, die schickte mich die vier Etagen hinauf zum Kreissaal. Allein. Dort angekommen, sollte ich mich erstmal hinsetzen, bei Erstgebärenden dauert es ja immer bis es richtig losgeht. Ich versuchte mich zu setzen, es ging nicht. Die entnervte Hebamme schickte mich wieder hinunter in mein Bett. So lief ich unter Wehen wieder zur Wöchnerinnenstation, konnte mich aber nicht einmal auf das Bett setzen, ging dann also zwanzig Minuten später wieder hinauf. Die Hebamme kontrollierte den Muttermund, der war schon bei 6 cm, doch der Wehenschreiber zeigte kaum Wehen. Mein Körpergefühl sagte mir zwar etwas anderes, aber was wußte ich schon. Ich hielt mich selbst für wehleidig.

Keine Hebamme weit und breit

Die Hebamme liess mir ein Melissenbad ein und eilte zu einer der drei anderen Gebärenden, die mit mir im Kreissaal waren. Ich konnte sie gut hören. Und da stand ich mit Wehen in der Wanne und konnte mich einfach nicht hinsetzen. Mir wurde schlecht und ich stieg laut plätschernd aus der Wanne. Die Hebamme kam zurück und fragte warum ich nun schon wieder raus bin. Ich sagte ihr, ich kann mich nicht setzen und mein Magen dreht sich gleich um. Sie begleitete mich, so wie ich war noch immer splitterfasernackt, den Gang hinunter in einen der Geburtsräume. Dort meinte sie, wir warten noch drei Wehen ab und dann schaut sie mal den Muttermund an. Die Fruchtblase platze und wir beide rutschten fast aus. Aber ich veratmetet die drei Wehen im Stehen, die Hebamme stand hinter mir und dann sollte ich mich auf das Bett legen, rücklings und sie tastete, nur um schockiert zu sagen, dass ich nicht mehr aufstehen darf, der Kopf ist längst im Geburtskanal. So blieb ich auf dem Rücken nackig liegen und veratmete Wehe um Wehe, weil ich nicht pressen sollte. Ich hätte mich gern irgendwie anders legen, setzen, was auch immer wollen, aber ich tat was sie sagte. Dann schrie eine der anderen Frauen und die Hebamme war fort. Das Telefon lag neben dem Bett. Ich rief den Vater des Kindes zuhause an, dass es nun los geht, er wollte ja dabei sein. Meine Wehen wurden immer länger. Der Abstand dazwischen immer kürzer. Irgendwann kam der Kindsvater hinzu. Keine Hebamme weit und breit. Ich schrie nicht, dachte immerzu nur daran dass das Kind den Sauerstoff ja brauchte, kein Ton sagte ich. Der Kopf war immer wieder fast heraus und rutschte zurück.

Und plötzlich bleib das CTG still

Außer dem Mann war niemand bei mir, er hielt schweigend meine Hand. Mit jeder Wehe verschwanden die Herztöne beim angelegten CTG und kehrten hinterher zurück. Aber dann auf einmal blieb es still. Inzwischen waren vier Stunden vergangen. Es war kurz nach fünf Uhr morgens. Wo plötzlich die Hebamme herkam, konnte ich nicht sagen. Ich war im Schmerznebel gefangen und wurde mit jeder Wehe schwächer. Ich bekam das Kind nicht geboren, ich war vollkommen verzweifelt. Die Hebamme fand auch nach einigem Herumschieben keine Herztöne mehr, sie machte das CTG ab, verschwand wieder. Dann waren plötzlich zwei Ärzte mit im Raum, einer fragte, warum ich so leise bin. Dann fragte die Hebamme:

„Jetzt?!?“

Ich wusste nicht, was sie meinte, dann ein Schnitt, ein neuer Schmerz, brennend, ein Schnitt, Blut spritzte, der Vater des Kindes war entsetzt. Die Hebamme schob beide Hände in meinen Körper, sie entfernte die festgezogenen Nabelschnur im Geburtskanal zog sie vom Hals über das Köpfchen und griff das Kind am Kopf und zog, rief „Pressen!“ und die Ärzte linke und rechts von mir stemmten sich mit dem Fäusten und mit vollem Gewicht auf meinen Bauch. Das letzte was ich dann hörte, war:

„Das geht so nicht!!“

von dem Vater des Kindes. (Einige Tage später zuhause erzählte er mir, dass ich erst ganz blau, dann ganz weiß wurde, die Augen verdrehte und das Bewusstsein verlor. Ich gab keinen Ton von mir.) Ich erwachte allein. Blutend. Immernoch nackt. Und kalt. Ich wußte nicht ob mein Kind lebt. Ich wusste nichts.

Er zog mehrmals kräftig an der Nabelschnur – es tat sehr weh

Dann hörte ich eine Babystimme und hoffte es wäre meins. Einer der Ärzte kam herein und begann schweigend mich mit Tüchern abzudecken, viele Tücher. Er zog mehrmals kräftig an der Nabelschnur, damit die Plazenta geboren wird. Das tat sehr weh. Dann verschwand er wieder. Die Hebamme kam, sie drückte kräftig auf meinem Bauch herum, das tat auch sehr weh. Sie sagte, dass das Kind in Ordnung ist. Ich bat sie mir das Telefon zu geben, ich wollte der Oma sagen, dass das Enkelkind geboren ist. Die Hebamme zog auch an der Nabelschnur und endlich löst sich die Nachgeburt. Dann wurde ich genäht. Das dauerte lang und ich empfand es als sehr unangenehm. Dann endlich zeigte der Kindsvater mir das winzige blonde Bündel. Ganz blau war seine Haut und das weiß in seinen Augen komplett rot wegen der geplatzten Äderchen. Und trotzdem so wunderschön. Es ging wohl recht schnell, ihn wieder zu beleben, er atmete schnell allein und brauchte nur kurz zusätzliche Sauerstoffzufuhr. Was war passiert? Die Nabelschnur lag um seinen Hals, da sie abnorm kurz war, konnte er so nicht geboren werden und wurde durch die starken Wehen ganz langsam stranguliert.

Die Hebamme hat einen Schnitt gemacht, damit sie beide Hände in meinen Körper bekommt

Da ich nicht laut geschrien habe, sondern eine der wenigen Frauen bin, die unter Schmerzen absolut still werden, wurde die Not nicht erkannt. Die Hebamme hat einen Schnitt gemacht – für einen Notkaiserschnitt war das Kind zu weit im Geburtskanal – die Narbe ist heute knapp 10 cm lang, 2 cm breit, damit sie beide Hände in meinen Körper bekommt und die Nabelschnur über den Kopf ziehen und das Kind auf die Welt holen konnte. Bei diesem Schnitt wurde ein größeres Gefäß und ein Nerv durchtrennt. Dem Jungen rettete es aber das Leben. Die gesamte Geburt war ohne ein einziges Schmerzmittel vonstatten gegangen. Diese brauchte ich hinterher umso mehr…

Mein intimster Bereich blieb taub – für immer.

Ich wurde vier Tage darauf „mit subjektivem Wohlbefinden“ entlassen, wie es in dem Arztbrief hieß. Ein Schnitt wurde nirgendwo vermerkt. Nur der hohe Blutverlust und die Anämie – kann ja mal vorkommen – es war eine normale Spontangeburt… dieser verlogene Brief verletzte mich tief. Die Realität: ich habe komplett neu lernen müssen sauber zu werden. Mit 28 Jahren. Das war entsetzlich. Die Naht platze 2 Tage nach der Geburt auf und konnte wegen Risiko Abszessbildung nicht wieder genäht werden, das heißt, ich habe mit jedem ungewollten Urinverlust eine große Wunde gespült und viele Tränen vergossen vor Schmerz und Scham. Ich hab seither auf den Großteil des Beckenbodens keinen „Zugriff“ mehr, dieser bildete sich zunehmend zurück wurde immer schwächer. Und auch sonst blieb mein intimster Bereich taub. Für immer. Ich hätte ja schreien können, es ist ja meine Schuld, dass ich das nicht getan habe, hieß es.

Eine Fehlgeburt

Drei Jahre später wurde ich wieder schwanger. Aus dem kleinen Schreikind mit den Blockaden war ein eher ernstes, stilles, etwas kränkliches Kind geworden. Und fühlte mich oft sehr schwach, hatte sehr mit dem Kreislauf zu kämpfen in dieser zweiten Schwangerschaft. Dann waren vier Wochen seit der Feststellung um und die zweite Kontrolle in der Frühschwangerschaft stand an. Kein Herzschlag. Mein Kind war tot. In der zehnten Woche muss es wohl gestorben sein. Meine Kreislaufschwierigkeiten hingen damit zusammen. Meine Welt rieß förmlich entzwei. Ich habe mich so sehr auf dieses Kind gefreut. Man nennt das eine verhaltene Fehlgeburt (Missed Abort). Ich bekam einen Termin in einer Kinderwunschpraxis!!! Wie kann man sowas nur machen? Ich verstehe das bis heute nicht. Dort wurde der Eingriff vorgenommen, der mich noch viel mehr aus der Bahn warf, als der Verlust an sich. Es gab niemand, der einem ein tröstendes Wort sagte, ich wurde behandelt, als hätte ich abgetrieben. Das hat so unbeschreiblich weh getan und eine sehr tiefe Wunde hinterlassen. Ich hatte hiernach noch vier Wochen so etwas wie eine Scheinschwangerschaft, meine Gebärmutter entzündete sich und es stand im Raum, dass sie sogar entfernt werden müsste. Eine entsetzliche Zeit. Und zuhause der Kleine, der nicht verstand, warum Mama soviel weint. Der Vater des Kindes hatte etwas mit einer anderen Frau. Genau in dieser Zeit. Für mich da war er nicht. Aber da war ein anderer Mann, ein guter Freund bis dahin, der kümmerte sich um den Kleinen und der fragte auch oft, wie es mir geht. Wo er helfen konnte, da half er.

Diese Geburt machte für mich viel wieder gut

Einige Monate später trennte ich mich entgültig und kam mit diesem neuen Mann zusammen, der meinen Sohn annahm, als wäre es sein eigener und mich so liebte wie ich war. Er wußte auch ich wünschte mir ein weiteres Kind. Und so kam es tatsächlich, dass ich ein Jahr darauf wieder Mutter wurde. Nach einer Schwangerschaft voll Angst, dass das Kind in meinem Bauch nicht mehr leben könnte, brachte ich einen weiteren gesunden Jungen zur Welt. In einem anderen Krankenhaus als den ersten. Meine Wehen haben wieder so plötzlich und stürmisch begonnen. Zuhause diesmal, wieder um halb eins nachts. Ich weckte meinen Mann und wir gingen zum Auto und fuhren mit 90 Sachen zum Krankenhaus. Er musste einen Parkplatz suchen und ich hatte sechs groß Wehen auf den knapp 20m bis zur Kreissaaltür und dachte, ich werde das Kind dort draussen bekommen. Aber ich schaffte es noch. Und auch mein Mann war rechtzeitig bei mir. Die Hebamme empfing mich freundlich und begleitete mich in den ersten Geburtsraum, ich sollte mich unten herum frei machen und auf die Seite legen. Das konnte ich nicht. Aber sie hinderte mich nicht, mich in den Vierfüßer zu begeben und dann ging alles ganz schnell. Zwei Presswehen später war er dann da. 107 Minuten seit der ersten Wehe zuhause. Diese Geburt machte für mich viel wieder gut, was mich vorher belastet und begleitet hat. Ich fühlte mich innig verbunden mit diesem Kind, ganz anders als bei dem ersten Sohn.

Mein Beckenboden gab komplett nach…

Aber wenige Wochen nach dieser Geburt holten mich die späten Folgen der ersten Geburt ein. Mein Beckenboden gab komplett nach. Mir rutschten die Gebärmutter, die Blase, ein Teile des Darms einfach raus aus dem Körper. Kein Beckenbodentrainig der Welt konnte da noch helfen. Dieses Trainig mache ich seit der ersten Geburt regelmässig, aber wie gesagt mit mässigem Erfolg, da ja ein Ganzteil des Beckenbodens nicht mit trainiert wurde, da ich durch den verletzten Nerv nicht zugreifen kann. Dass ich mich vor mir selbst geekelt habe, muss ich wohl nicht extra sagen. Dass es so etwas überhaupt gibt, wusste ich nicht einmal bis dahin. Ich bekam eine große Unterleibsoperation (gebärmuttererhaltend!!), da wir so gern noch ein drittes Kind wollten.

Diesmal ist alles anders – fürsorglich, verständig und herzlich

Es muss viel Gewalt im Spiel gewesen sein, um solchen Schaden anzurichten, sagten die Ärztin dort. Bei einer so jungen Frau hatten sie das noch nie so massiv gesehen. Ein Netz und elastische Bänder wurden eingesetzt. Diese unterstützen von nun an den geschwächten Beckenboden. Und wirklich bekamen wir drei Jahre später unser drittes und letztes Kind. Eine natürliche Geburt war eher unwahrscheinlich, es wurde ein geplanter Kaiserschnitt forciert, um die Beckenbodenplastik zu erhalten, die bei einer natürlichen Geburt höchtstwahrscheinlich zerstört werden würde. Doch es kam anders. Ich entwickelte im achten Monat ein HELLP-Syndrom mit Leber-und Nierenversagen und dann musste alles ganz schnell gehen. Ich wurde in den OP gefahren und hatte furchtbare Angst vor dem Kaiserschnitt. Ich war sehr erschöpft, immerhin hatte sich die Problematik über acht Tage unter ärztlicher Beobachtung aufgebaut und mich sehr geschwächt. Meine Mutter und mein Mann kamen gerade rechtzeitig, als ich die PDA bekam. Der Anästesist scherzte ein wenig, um mir die Spannung zu nehmen, die Hebamme erkannte meine Angst und nahm mich in den Arm und hat mich gestreichelt und der Arzt der den Schnitt vornahm sagte auch, dass ich das ganz wunderbar mache. Hier war alles anders. Hier waren von A-Z alle unglaublich fürsorglich und verständig. In dieser Nacht erholte ich mich und konnte meine Tochter von Anfang an bei mir haben und versorgen. Nach dieser Kaiserschnittgeburt erholte ich mich schneller, als von den natürlichen Geburten zuvor. Auch auf der Wöchnerinnenstation wurde ich ernst genommen – respektvoll und freundlich waren alle dort. Dafür bin ich bis heute dankbar, denn diese positiv Geburtserfahrung zum Schluß hat mich innerlich mit manchem versöhnt, was ich zuvor erlebt habe. Obwohl ich bis heute nicht mehr das Krankenhausgelände betreten kann, in dem mein erstes Kind zur Welt gekommen war.

Ich habe meinen Frieden gemacht

Drei Geburten (und eine Fehlgeburt) und so grundverschiedene Erfahrungen. Einiges traumatisierend und nur mühselig in Therapien zu bewältigen. Und einiges eine Wiedergutmachung des vorher Geschehenen… Es gibt Gewalt – seelische und auch körperliche – in der Geburtsbegleitung. Aber nicht immer und nicht überall. Und manchmal erfährt man gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet, den Respekt, die Fürsorge und das Verständnis, welches man unter einer – ganz egal wie gearteten – Geburt eigentlich immer erfahren sollte. Ich bin stolz auf meine drei Kinder. Das ist es vor allen Dingen, was für mich heute zählt. Ich habe meinen Frieden gemacht mit den Geschehnissen und kann heute ohne Tränen darüber sprechen. 


Ich danke dir, liebe Stella, für deinen bewegenden, ehrlichen Bericht. Man merkt, was für eine starke Frau du bist. Ich bewundere deinen Mut und deine Zuversicht. Danke, dass du deine Erfahrungen teilst.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

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Der erste Ultraschall oder eben auch noch nicht! – frei nach dem „Schwedischen Modell“

Mir ist bewusst, dass gerade das Thema #Ultraschall in der Schwangerschaft sehr unterschiedliche Meinungen und Emotionen mit sich bringt. Deshalb verweise ich nochmals auf folgenden Text: Über Schutzbedürftigkeit. Ich möchte hier niemanden von meinem Weg überzeugen und auch keinesfalls andere verurteilen, die den „klassischen“ Weg wählen. So etwas steht mir überhaupt nicht zu. Jeder muss SEINEN Weg finden, der zu ihm passt und mit dem er sich wohl fühlt. Aber ich würde  gerne die Gedanken und Beweggründe für meine ganz persönliche Entscheidung mit euch teilen. Vielleicht rege ich die eine oder andere ja zum Nachdenken an oder inspiriere so gar einige von euch. Es wäre mir eine Freude.


Ein sehr passender Spruch, wie ich finde.

Ein sehr passender Spruch, wie ich finde.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, viel gelesen und mich mit meinem Mann ausgetauscht – schon lange bevor ich das dritte Mal schwanger wurde. Ich wollte mir sicher sein, was ich will, was mein Weg sein soll. Ich wollte mir diesmal nicht unnötig in meine Entscheidungen hineinreden und mich verunsichern lassen, sondern gut informiert meine Wünsche vertreten können. Dazu muss ich aber auch wissen, was ich will und auch warum😉 …

Und hast du nun schon den ersten Ultraschall gemacht?

Nein, habe ich nicht. Und wie kannst du dir sicher sein, dass es deinem Kind gut geht? Fragen, die mir immer wieder gestellt werden. Spürbare Kindsbewegungen fehlen noch gänzlich, damit ich selbst feststellen kann, ob es meinem Baby gut geht. Ich möchte aber diesmal diese Ungewissheit der ersten Zeit aushalten – mich meinen Ängsten stellen. Mir bewusst zu werden, dass ich mich von ihnen nicht beherrschen lassen muss und sie auch wieder loslassen kann. Und glaubt mir: mir fällt es nicht immer so leicht, wie es erscheinen mag. Auch ich verspüre Unsicherheiten, Ängste und Zweifel, aber ich weigere mich von ihnen wieder in den Sog der Abhängigkeiten ziehen zu lassen. Ich kann natürlich wieder und wieder alles abklären lassen. Aber MUSS ich es, nur weil es möglich ist? NEIN! Gerade in der Frühschwangerschaft gilt:

„Diese Ultraschallbefunde retten kein Leben, sondern {…} dämpfen vorübergehend die Angst.“*

*Schmid, Sarah: Alleingeburt – Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie; Salzburg, 2014, S.52.

Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: bei mir liegt die Betonung auf dem Wort vorübergehend! Welches einen  begrenzten Zeitraum umschreibt – einen sehr begrenzten….😦

Und dann wäre da ja noch die Sache mit dem ET…

Zudem erspare ich mir diesmal endlich die leidige Diskussion über den ET, die bisher immer entbrannt ist. Da sich mein Zyklus nicht an das statistische Mittel von 28 Tagen hält, sondern gern mal 33-38 Tage dauert, ist mein Baby bei der ersten Messung von (SSL) bis jetzt immer als „unterentwickelt“ eingestuft worden – also viel zu klein für die angebliche Schwangerschaftswoche. Dass ich meinen Zyklus sehr genau kannte, interessierte hier kaum. Die Diskussionen fingen an, über Eisprungtermine und durchschnittliche Zykluslängen … Ätzend, anstrengend und unnütz. Es wurden engmaschige Kontrolluntersuchungen mit dem Ultraschall angeordnet:

Das muss überwacht werden. Es entspricht nicht der Norm.

Bei der folgenden Kontrolluntersuchung 2 Wochen später, konnte dann immer festgestellt werden, dass sich der Embryo trotz alle Vorbehalte „gut entwickelte“… Oh Wunder, oh Wunder… *Ironie off* Aber um wirklich sicher zu gehen, musste noch ein weiterer Termin 2 Wochen später her, der die Entwicklung entweder bestätigen und widerlegen sollte. Auch wenn ich es eigentlich besser wusste: ein ungutes Gefühl blieb zurück – mein Baby musste auf den Prüfstand… Und das Ende vom Lied: natürlich wurde der ET geändert und mein Baby war endlich wieder „altersgerecht“ entwickelt. Dies war es vorher schon, aber eben noch nicht beweiskräftig, technisch überwacht und vermessen sowie auf Papier dokumentiert. Aber brauche ich das wirklich? Ich würde sagen: NEIN!

Meine Hebamme meinte dazu nur:

Wenn du das so sagst, glaube ich es dir. Wer sonst könnte deinen Zyklus besser kennen als du?

Es war so schön genau DAS zu hören – endlich!

Das „Schwedische Modell“*

Ein Blick nach Skandinavien zeigt: die handhaben die Schwangerschaftsvorsorge ganz anders als wir. In Schweden stehen die Hebammen noch im Zentrum der Schwangerschaftsvorsorge. Die Schweden sehen keine Notwendigkeit eines Arztbesuches bei einer gesunden Frau mit einer komplikationslosen Schwangerschaft.

Nur 1 Ultraschall? – Reicht!

„During a normal pregnancy without complications, just one ultrasound will be done over the whole nine months — and not a single gynaecological exam.“*

(Während einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen wird nur ein Ultraschall über die gesamten 9 Monate durchgeführt – und nicht eine einzige gynäkologische Untersuchung.)

*Quelle: New York Daily News, Midwives, not medicine, rule pregnancy in Sweden, with enduring success, 7. Okt. 2013.

Genau diesen einen Ultraschall Mitte der Schwangerschaft halte ich für mich persönlich aus 2 Gründen für unerlässlich und werde ihn darum auch machen lassen:

  • Zum einen zur Abklärung von Organfehlbildungen, die nach der Geburt sofortige medizinische Versorgung benötigen.
  • Zum anderen zur genauen Lagebestimmung der Plazenta. Dies ist besonders wichtig bei Zustand nach Sectio, da es zu Ablösungsproblemen kommen kann, wenn die Plazenta über dem Narbenbereich liegt und in diesen hineingewachsen ist. Hierbei liefert der Ultraschall die genauesten Ergebnisse.

Die Ergebnisse geben den Schweden Recht!

Für uns, die eine deutlich intensivere medizinische Vorsorge in der Schwangerschaft gewohnt sind, mag das „Schwedische Modell“ als sehr rudimentär erscheinen – vielleicht sogar als zu einfach und damit weniger gut oder sogar gefährdend für Mutter und Kind. Die Statistiken zeigen aber ein anderes Bild – ein sehr positives sogar! Die Neugeborenensterblichkeit ist die zweitniedrigste in ganz Europa, ebenso wie die Müttersterblichkeit. Da fragt man sich doch – zumindest ich tue es – warum in Deutschland so ein Hype um die vielen verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt, vielfach mit Ultraschall, gemacht wird. Es wird immer damit argumentiert, dass dadurch die maximale Sicherheit für Mutter und Kind garantiert werden könnte, aber die Datenlage spricht eine andere Sprache… Auch die Anzahl der Frühgeburten sind in Schweden extrem gering: nur 5% aller Kinder kommen als Frühchen auf die Welt. Auch hier sehen Experten einen Zusammenhang mit der Hebammenbetreuung. Ebenso ist die Kaiserschnittrate relativ niedrig. Mit 17% nur marginal höher, als die von der WHO als Quote der notwendig eingestuften Kaiserschnitte von 10-15%!

Die lieben Kosten…

Und kostet es die Schweden jetzt unverhältnismäßig viel diese Hebammenversorgung? Nein, ganz im Gegenteil. Prof. Berg von der Universität von Göteborg wird folgendermaßen zitiert:

„It’s an efficient system in terms of cost management.“*

(Es ist ein effizientes System in Sachen Kostenmanagement.)

*Quelle: New York Daily News, Midwives, not medicine, rule pregnancy in Sweden, with enduring success, 7. Okt. 2013.

Die Schweden haben in der Schwangerschaftsvorsorge mit dem Hebammen also nicht nur ein kostengünstiges System, sondern auch eins, was nachweißlich auch eine sehr gute und qualifizierte Betreuung der Schwangeren gewährleistet. Warum also wollen Politiker, Krankenkassen und so einige andere genau das Gegenteil davon in Deutschland erreichen? Eine gute Frage, die ich einfach mal so im Raum stehen lasse…

Für mich persönlich ein Modell, dass ich nachahmenswert finde – vielleicht auch, weil es meinem Weg entspricht.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

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*Quelle: New York Daily News, Midwives, not medicine, rule pregnancy in Sweden, with enduring success, 7. Okt. 2013.