Geburt

Noch (k)ein Geburtsbericht

Meine Inspiration

Vor nicht allzu langer Zeit las ich einen Blogbeitrag „Mein nicht vorhandener Geburtsbericht“ von Kiwimama (www.kiwimama.de). Ich kommentierte dort spontan, weil ich ja schließlich auch noch keinen Geburtsbericht veröffentlicht hatte. Ich fühlte mich irgendwie ertappt. Das Thema Geburtsberichte habe ich immer wieder nach hinten geschoben. Bewusst? Unbewusst? Ich tangiere in meinen Texten zwar die Geburten meiner beiden Kinder, aber ins Detail gehe ich dabei nicht. Es bleibt an der Oberfläche. Weil ich MICH schützen will? Oder vielleicht weil ich euch vor dem Kopfkino schützen möchte, welches meine Worte unzweifelhaft in gang setzten würde? Im Kommentar berichtete ich der Kiwimama von meinem Gefühl, dass mich etwas zurückhält, meine Geburtsberichte zu bloggen – schrieb es aber spontan meinem Geburtstrauma mit NotYet zu. Ich habe es trotz Trauamtherapie und einem langen Zeitraum von fast 5 Jahren nicht vollends verarbeitet. Das gebe ich gerne zu. Es braucht noch Zeit, die ich mir auch erlauben werde. Die wunderbare Geburt von BusyBee war sehr heilsam, aber sie konnte die traumatische Vergangenheit nicht verändern oder negieren. Ich muss das Geburtstrauma verarbeiten – in der Therapie. Aber zurück zum eigentlichen Thema: mich lies der Blogbeitrag der Kiwimama einfach nicht mehr los. Meine Gedanken wanderten in den folgenden Tagen immer wieder zu diesem Thema zurück. Da ich im Urlaub war, hatte ich zudem vergleichsweise viel Zeit, um ungestört darüber nachdenken zu können. Nur für mich. In mich gehen.

Eine Gefühlsinventur brachte die Erkenntnis

Ich spürte immer wieder in mir nach, was mich WIRKLICH zurück hielt – machte eine gründliche Gefühlsinventur. Was blockierte mich die Geburtsberichte anzugehen? Es lies mir einfach keine Ruhe. Es nagte an mir. Irgendwann in meiner Grübelei dämmerte es mir – es fiel mir sprichwörtlich wie Schuppen von den Augen! Dann war die ERKENNTNIS da – wie selbstverständlich: ich möchte nicht noch einen weiteren traumatischen Geburtsbericht veröffentlichen!!! Es gibt schon so viele davon im Netz. Das soll nicht heißen, dass ich deren Wichtigkeit negiere – auf gar keinen Fall!! Sie sind wichtig: zum einen für die Schreiberin als eine Art Therapie und zum anderen als Informationsquelle für andere betroffene Frauen und um die Öffentlichkeit für dieses Problem zu sensibilisieren. Aber reichen die vorhanden Berichte nicht? Was soll meiner noch Besonderes liefern, außer mein persönliches Schicksal? Ich glaube, sämtliche Facetten der Grausamkeiten sind schon beschrieben worden – im Detail – von anderen.

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Ein Leitsatz, dem ich folge, den ich anderen gerne an die Hand geben würde, den ich aber nicht als Dogma jedem auferlegen möchte.

Vorwärtsgewandtheit – keine Retrospektive

Ich möchte nach Vorne schauen und nicht in der Retrospektive leben. Mir persönlich tut es emotional nicht sonderlich gut, wenn ich die negativen Erlebnisse aus der Vergangenheit in den Fokus meines Denkens setzte. Ich habe mich dafür entschieden positiv zu denken, Mut zu machen, Hoffnung zu geben, aktiv zu werden für eine bessere Geburtskultur in Deutschland und natürlich gegen die Gewalt unter der Geburt! Das steht in meinem Fokus. Dafür kämpfe ich – täglich! Wer meinen Blogbeitrag „Ein Brief von mir…“ gelesen hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich selbst bei diesem Brief, den ich beim Roses Revolution Day 2015 niedergelegt habe, meinen Geburtsbericht NICHT geschildert habe! Ich wollte auch hier nicht den Fokus auf die Vergangenheit legen, die ich eh nicht verändern kann. Ich muss lernen mit ihr zu leben – das Geschehene zu verarbeiten. Aber ich habe immer die Möglichkeit für die Zukunft etwas zu verändern – nachhaltig. Diese Chance habe ich ergriffen! Ich habe einen Appell geschrieben: für einen respektvollen, menschlichen Umgang mit gebärenden Frauen, so dass sie selbstverantwortlich ihr Kind zur Welt bringen können. Keine Gewalt, keine Bevormundung, keine Grenzüberschreitungen jeglicher Art – das wünsche ich mir. Ich werde nicht müde, das immer wieder zu erzählen und zu verbreiten. Vielleicht sind einige schon genervt davon, aber das Thema ist viel zu wichtig, um darüber zu schweigen! Aber wieso schreibe ich dann bitte nicht über mein traumatisches Geburtserlebnis? Gute Frage an dieser Stelle: ich möchte den Fokus auf die Gesamtsituation in der Geburtshilfe lenken und nicht nur mein eigenes Schicksal in den Mittelpunkt stellen. Meine Herzensangelegenheit ist, dass möglichst wenig Frauen so leiden müssen wie ich! Ich will sensibilisieren für das Thema: traumatische Geburt. Das ist mir ein wirkliches Anliegen, aber dazu muss ich eben NICHT zwangsweise meine eigenen erlebten Grausamkeiten im Detail beschreiben. Es reicht, wenn ich öffentlich bekenne und kundtue, was mir widerfahren ist – kurz und knapp:

„Ich habe unter der Geburt Gewalt erfahren und fühlte mich auf sexuelle weise misshandelt. Es war eine traumatische Geburt – für mich, mein Kind und meinen Mann. Ich habe mir therapeutische Hilfe gesucht.“

Das sollte als Statement von mir genügen, um zu begreifen, dass meine erste Geburt mehr als nur nicht schön war.

Den Blick nach vorne richten

Zu Beginn meiner Traumatherapie verharrte ich sehr stark in dem Vergangenen. In den schrecklichen Geschehnissen von NotYets Geburt verlor ich mich immer wieder, drehte mich gedanklich im Kreis, litt, trauerte und weinte. Dann begann ich zu verarbeiten, mich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen und meinen Blick auch mal in die Zukunft zu richten, abzuwenden von dem Grauen der Vergangenheit hin zu einer weiteren Schwangerschaft, die ich mit Hoffnung, Mut und ganz viel Positivität angehen wollte. Die Retrospektive war für mich nicht das geeignete Mittel, um mich auf eine weitere Schwangerschaft zu fokussieren. In dem Hypobirthing-Ansatz fand ich einen „Verbündeten“: positive Geburtserlebnisse sollten in den Vordergrund stehen, man sollte sich darauf konzentrieren – fokussieren. Horrorgeschichten darf man in der Schwangerschaft – und natürlich auch schon davor – abblocken. Sie können ein Gedankenkarussell in Gang setzen, negative Erwartungen schüren und Ängste aufbauen. Ich möchte keinen Beitrag zu einem solchen Gedankenkarussell bieten. Deshalb stelle ich meine positive Geburtserfahrung mit BusyBee in den Fokus auf meinem Blog: als Ausblick, als Möglichkeit, als Hoffnungsschimmer, als Mutmacher, als Vision, als Denkanstoß, als etwas explizit positives – aber definitiv nicht als MUSS oder GARANTIE! Das wäre eine Anmaßung. Ich bin dankbar, dass ich diese wunderbare Erfahrung machen durfte, aber ich muss auch sagen, dass es ein sehr langer, schwieriger und schmerzvoller Weg dahin war, was viele häufig vergessen. Dieses Geburtserlebnis mit BusyBee ist mir alles andere als in den Schoß gefallen. Das könnt ihr mir glauben!

Meine Geschichte, meine Gründe, meine ganz persönliche Entscheidung

Vielleicht ist jetzt dem einen oder anderen etwas klarer geworden, warum noch keinen Geburtsbericht geschrieben habe. Irgendwann – wenn die Zeit dafür reif ist – werdet ihr einen Geburtsbericht bekommen. Allerdings NUR von BusyBees Geburt. #ausgründen Aus meinen Gründen. Nicht jeder kann und mag meinen Weg verstehen, aber auch ich bin Kind meiner Erfahrungen und handele danach – nach besten Wissen und Gewissen. Nicht gedankenlos, keineswegs bewertend oder abwertend, sondern mit einer Vision im Herzen von einer positiven Geburtskultur mit wenig Interventionen, guter Hoffnung und dem Glauben an die Gebärfähigkeit der Frau. Ich erbitte dafür euren Respekt!

 

*EURE MOTHERBIRTH*

#Geburtsbericht #Trauma #positiv #negativ #Fokus #Vision #Mut #Hoffnung #Geburt 

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9 thoughts on “Noch (k)ein Geburtsbericht”

  1. Du Liebe!
    Das ist doch hier keine Stripshow. Jeder sollte von sich so viel Preis geben, wie er möchte. Ich habe auf meinem Blog beide Berichte aufgeschrieben, den ersten schlimmen und den zweiten wunderschönen (und den ersten mit einer Warnung versehen). Ich finde Deinen Ansatz, sich hier auf dem Blog auf das Positive zu fokussieren richtig und gut. Niemand kann irgendwelche Forderungen an Dich stellen, Deine Berichte zu veröffentlichen. Mit welcher Berechtigung denn? Nur weil Du hier ein Blog über Geburt schreibst? Ich frage mich manchmal, welche Werte und Maßstäbe einige Leute mit sich herum tragen.
    Ich kann Deinen Standpunkt zu 100% verstehen und unterstützen.
    Ganz liebe Grüße
    Susanne

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    1. Danke für deinen lieben Worte!!! Es sind ja nicht nur die „Forderungen“, die ich ja zum Teil sogar verstehen und nachvollziehen kann… Aber was ich NICHT, absolut nicht nachvollziehen kann, ist der Vorwurf an mich, dass ich mit dem Text eine ZENSUR haben möchte. Was schlussendlich bedeuten würde, dass ich alle negativen Berichte verboten haben wollte. WTF!!! Eine derartige Verleumdung ist mir selten untergekommen… Darüber bin ich sehr schockiert! Wirklich. Selbst als ich versucht habe, klarzustellen, dass dies absolut niemals in meinem Sinne ist, wurde stur daran festgehalten. Bin immer noch fassungslos. Ehrlich.
      Den einzigen Menschen, den ich eventuell zensiert habe: das bin ich selber. Und das darf ich. Vor allem auf meinem eigenen Blog!!!
      Deine Worte haben mich sehr aufgebaut. Danke!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Ich verstehe Dein Anliegen und finde es auch grundsätzlich gut. Aber Charaktere sind unterschiedlich. Der eine verarbeitet durch die Konzentration auf das Positive. Der andere verarbeitet erst, wenn ausgesprochen ist, was sch… lief. Du musst bedenken, dass viele Frauen, darunter auch ich, in ihrem privaten Umfeld nicht die passenden Ansprechpartner für solche schwierigen Themen wie eine traumatische Geburt haben. Nicht einmal meine erste Hebamme wollte das mit mir aufarbeiten, geschweige denn Freunde/Familie. Insofern rumoren solche Erfahrungen lange in den Frauen und jeder geht anders damit um. Ich hatte zwei sehr unterschiedliche Geburten, die erste war wirklich traumatisch und fürchterlich (inkl. allem, was danach noch folgte) und die zweite wunderwunderschön. Ich kann für mich sagen, dass ich in dem Moment, als ich meinen Geburtsbericht der ersten Geburt auf dem Blog aufgeschrieben habe und alle Tränen rausgeheult habe, damit meinen Frieden gemacht habe. Und das war erst lange nach der zweiten, schönen Geburt. Ich bin also mit einer unverarbeiteten ersten Geburt und großer, sehr großer Angst in die zweite Geburt gegangen und siehe da, sie war wundervoll. Es liegt also nicht an der Einstellung oder Herangehensweise, sondern an vielen anderen Faktoren, die man oft nicht beeinflussen kann (also ich habe nichts bei der zweiten Geburt beeinflusst). Nun kann man sich fragen, ob man solche schlimmen Berichte überhaupt öffentlich machen sollte. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden, aber mir hat es sehr geholfen, Mitfühlende und Betroffene zu hören/lesen und ein Feedback zu bekommen, das ich im privaten Umfeld nie bekommen habe. Es hat sich plötzlich überhaupt jemand dafür interessiert! Und auch wenn es fremde Menschen ist, das bedeutet etwas. Und da meine beiden Geschichten ja sehr unterschiedlich sind, habe ich auch nicht das Gefühl, zu Horrorstories beizutragen, sondern sie zeigen das Leben, wie es eben ist: manchmal furchtbar und manchmal herrlich. Ich glaube, das ist wichtig, und eben nicht nur eine Seite zu zeigen. Wenn man aber nur eine Seite hatte und einen dieses Erlebnis zerfrisst, dann soll man auch darüber sprechen/schreiben können. Deshalb fühlen sich Frauen, die das betrifft, sicherlich angegriffen von Deinen „Forderungen“. Du und ich, wir hatten das Glück, beides zu erleben, nur mit dem Unterschied, dass Du VOR Deiner zweiten Geburt Frieden mit der ersten gemacht hast (wenn ich Dich richtig verstanden habe) und deshalb überzeugt bist, dass diese Tatsache dazu beigetragen hat, dass die zweite Geburt schön war. Nun, ich habe ja geschildert, dass bei mir die Voraussetzungen anders waren und da bei mir überhaupt kein Zusammenhang besteht. Erfahrungen sind unterschiedlich, Charaktere sind verschieden, Aufarbeitung ist verschieden. Schön wäre, wenn alles friedvoll nebeneinander bestehen könnte. Beides hat seine Berechtigung. Was Deinen Blog betrifft, entscheidest natürlich Du ganz allein.
    Liebe Grüße!

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    1. Erst einmal vielen lieben Dank für deine differenzierte und umfangreiche Antwort! Du hast in meinen Augen auch irgendwie mit der ersten Geburt deinen Frieden geschlossen, indem du wieder schwanger wurdest. So war es bei mir. Nicht mehr und nicht weniger. Ich war so schwer traumarisiert, dass jeglicher Gedanke an eine erneute Schwangerschaft eine echte Panik und schwere Angstattacken auslösten. Selbst kleine Babys von Freunden auf dem Arm zu halten, fühlte sich für mich an, als wenn ich eine scharfe Handgranate in Händen hielt, die mich bald töten könnte! Ich bin seit September 2012 in Traumatherapie und werde es vermutlich noch einige Zeit sein. Daran erkennst du vielleicht schon, dass ich mit dem Thema noch lange nicht fertig bin! Deshalb treffen mich Vorwürfe, dass bei mir doch eh alles wieder so toll ist schwer. Ich kann seit Tagen nicht mehr richtig schlafen. Es macht mich fertig und ich frage mich, ob ich den Blog zu früh angefangen habe zu schreiben…
      Auch ich habe in meinem sozialen Umfeld keine Unterstützung erhalten. Im Gegenteil: Als ich fast direkt nach dem KH meinte, ich habe eine Trauma und muss eine Therapie machen, wurde ich beschimpft, dass ich mich doch bitte freuen soll, dass mein Kind gesund und am Leben ist. Was will ich denn mehr?! Alles Negative, alle Einwände meinerseits wurden strikt negiert und verboten. Andere Frauen haben auch schlechte Geburten – hört man doch überall – dann stell dich doch nicht so an. Auch betroffene Frauen, mit denen ich sprach, befanden sich in einer Art seltsamen Wettkampf, wer denn bitte das aller schlimmste erleiden musste. Das half mir auch nicht.
      Ich schleppte mich durchs erste Jahr: mit einem Kind, dass mich als Mutter ablehnte und einer Gefühlswelt, auf die ich Trauma bedingt keinerlei Zugriff mehr hatte. Ich war abgeschnitten von mir und meiner Umwelt. Dann endlich habe ich gegen alles Gerede doch einen Therapieplatz bekommen. Und habe eine EMDR Therapie begonnen. Eine sehr anstrenge Therapie, die aber gute und relativ schnelle Erfolge versprach.
      Trotz allem hatte meine Therapeutin für die Geburt in Rufbereitschaft – falls doch etwas „schief“ lief. Alle hatten Angst um mich. Ich auch. Suizidgefährdung wäre hier das richtige Stichwort! Ich wäre zerstört gewesen. Vollends. Ich habe für mich ein hohes Risiko eingegangen mit dem Ja zur zweiten Schwangerschaft.
      Auch während der 2. Schwangerschaft hatte ich eher Grabenkämpfe, Anschuldigungen und Bevormundungen, als Unterstützung. Ich war ein Alleinkämpfer. Es hat unendlich viel Kraft gekostet. Und auch diese Zeilen an dich kosten mich Kraft. Ich zittere… Ich bin stolz auf meine 2. Geburt, aus oben genannten Gründen und möchte gerne diese Gefühle mit euch teilen. Alles was mit der 1. Geburt zu tun hat, hat so tiefe Narben an meinem Körper und an meiner Seele hinterlassen, dass ich diese lieber verstecken möchte, nicht ans Licht der Öffentlichkeit tragen möchte – sie einfach für mich weiter bearbeiten und verarbeiten.
      Und ich bin auf jeden Fall dafür, dass alle Seiten gehört werden! Das ist immer mein Anliegen. #dasLebenistBUNT Und eine Zensur liegt mir mehr als fern – außer bei mir selbst! Ich habe mich zensiert. Ich habe mich entschieden, was ich nicht mit der Öffentlichkeit teilen möchte. Aus Schutz für mich und eventuell auch für euch!

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      1. Ich danke Dir für Deine offenen Worte, die Dich so schmerzen und mich beim Lesen auch. Ich hoffe, dass Du meinen Kommentar nicht als Angriff aufgefasst hast. Wenn es so ist, tut es mir sehr leid. Er sollte einfach verdeutlichen, dass Menschen verschieden gestrickt sind, und was dem einen hilft, löst beim anderen das Gegenteil aus. Das – und genau das – ist auch der Hintergrund der Diskussion auf Twitter. Die direkten Kommentare zum Text hier sind doch allesamt sehr ausgewogen, oder nicht? Und auch auf Twitter bekommst Du viel Rückhalt. Ich denke nicht, dass es ein Grund ist, den Blog grundsätzlich infrage zu stellen. Du hast Deine Richtung und Du wirst Deine Fangemeinde bekommen bzw. hast sie ja schon.
        Mir geht es sehr nahe, was Du erlebt haben musst, auch, dass Du schreibst, dass Dein Kind Dich im ersten Lebensjahr ablehnte etc., und ich würde gern mehr darüber erfahren. Das sind individuelle Geschichten, die mich persönlich sehr interessieren, viel mehr als „Heile-Welt-Geschichten“. Ich möchte nicht „beschützt“ (wie Du schreibst) werden. Aber auch dies ist meinem Wesen geschuldet und ich akzeptiere es selbstverständlich, wenn Du das in Dir verschließt. Und wenn genau das der richtige Weg für Dich ist, dann tue genau das, mache ein paar Tage Pause und blogge weiter.
        Ach so und übrigens: meine letzte Schwangerschaft war völlig ungeplant, wir wollten definitiv nach dem Schreibaby kein zweites Kind mehr. Ist eine lange Geschichte. Irgendwann, wenn ich soweit bin, werde ich mal über unsere schmerzhaften Kinderwunschjahre bloggen, nach denen eine natürliche Schwangerschaft so ziemlich das Unwahrscheinlichste war, was passieren konnte, und trotzdem zustande kam. So ähnlich, wie eben die zweite Geburt schön wurde, obwohl die erste nicht aufgearbeitet war. Das sind Geschichten, von denen es so viele gibt und die das Leben schreibt und wo pauschale Zitate (wie in der eingefügten Grafik) eben nicht stimmen :-). Weißt Du, wie ich es meine?
        Und jetzt kann ich nur noch hoffen, dass meine Kommentare nicht zu denen gehören, die Dir schlaflose Nächte bescheren, denn sie sind wirklich sehr zugewandt gemeint und möchten nur dazu beitragen, dass man pauschal eigentlich gar nichts sagen kann, weil jeder Mensch anders ist, andere Erfahrungen macht und anders verarbeitet. Aber darin sind wir uns ja auch einig.
        Ich freue mich auf Deinen positiven Geburtsbericht!
        Liebe Grüße!

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  3. Liebe Motherbirth.
    Ich verstehe das gut. Bin natürlich jetzt noch neugieriger auf Deinen Geburtsbericht von BusyBee und etwas traurig, dass Du den von NotYet nicht veröffentlichen wirst, aber das ist natürlich in Ordnung.
    Hast Du den Bericht denn für Dich aufgeschrieben? Wahrscheinlich schon.
    Für mich war das Aufschreiben ein wichtiger Schritt in Richtung Aufarbeitung.
    Liebe Grüße, Anita

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    1. Ich kann sehr gut verstehen, warum du den Bericht von NotYet gerne gelesen hättest. Aber ich habe ihn tatsächlich nicht einmal für mich aufgeschrieben… Sonst hätte ich ihn dir ja per mail zu kommen lassen können. Aber falls dich etwas sehr brennend interessiert, was mit der traumatischen Geburt von NotYet zu tun hat, kannst du mir gerne eine e-mail schreiben unter:
      motherbirth@gmx.de
      oder du schreibt einfach mal ne DN bei Twitter! Keine Scheu, frag einfach 🙂

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Mother Birth,

    es freut mich sehr, dass mein Text dich so sehr bewegt hat und du dich nun dazu entschieden hast, dich auf dein positives Geburtserlebnis zu konzentrieren. Das finde ich toll und werde mit Sicherheit ganz gespannt deine weiteren Beiträge lesen, in der Hoffnung, dass meine irgendwann folgende zweite Geburt eine ebenso schöne Erinnerung für mich werden wird 🙂
    Zur Twitter-Debatte von gestern, welche „Art“ von Geburtsberichten denn nun richtig, wichtig oder legitim sei, kann ich persönlich sagen, dass ich in meiner Schwangerschaft einen großen Bogen um „negative“ Geburtsberichte gemacht habe (und immer froh darüber war, wenn es vorher so etwas wie eine kleine „Warnung“ gab). Ich bin persönlich so gestrickt, dass mich derartige Berichte sehr verunsichert hätten und da ich der Geburt gegenüber sehr positiv eingestellt war, wollte ich mir das nicht „kaputt machen lassen“. Ich sah die anstehende Geburt mehr als eine Art „sportliche Herausforderung“, die ich schon irgendwie meistern würde. Angst vor den Schmerzen hatte ich nicht.
    Umso mehr überrollte mich dann die tatsächliche, sehr schwierige und für mich überhaupt nicht schöne oder erfüllende Geburt. Ich glaube, ich war wie du, traumatisiert.
    NACH dieser schlimmen Erfahrung jedoch tat ich genau das Gegenteil von dem, was ich in meiner Schwangerschaft getan hatte: Ich suchte nach Geburtsberichten, bei denen nicht alles nach Plan lief, ja die vielleicht sogar als traumatisch empfunden wurden. Dass auch andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, dass es Menschen gab, denen es so ging wie mir, das half mir ungemein das Erlebte zu verarbeiten und anzunehmen.
    Daher denke ich, dass jede Art von Geburtsbericht ihre Berechtigung hat und sich immer die Leute finden werden, denen der jeweilige Bericht weiterhilft.
    Ich verstehe deinen Text aber keineswegs so, dass du anderen „verbieten“ möchtes, auch negative Berichte zu verfassen und zu teilen. Vielmehr ist es deine eigene Entscheidung für dich und deinen Blog und wenn ich dich richtig verstehe, hast du es dir jetzt einfach zum Ziel gesetzt, deine Leser positiv auf das Thema Geburt einzustimmen – obwohl du selbst einmal eine sehr schlimme Erfahrung gemacht hast. Das finde ich persönlich völlig in Ordnung und es wird sicherlich denen helfen, die auf eine schöne Geburtserfahrung hoffen (so wie mir auch).

    Alles Liebe
    Kiwimama

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    1. Vielen Lieben Dank für deinen sehr ausführlichen Kommentar!
      Auch ich habe natürlich negative Berichte nach meiner traumatischen Geburt verschlungen. Habe mir Bücher gekauft, in denen solche Berichte zusammengestellt waren – ja, selbst das!!!! Ich habe mich auch eine gute Weile mit dem Negativen beschäftigt. Das musste auch sein und war wichtig. Auch für mich. Aber irgendwann kam ich auch durch meine Traumatherapie an einen Punkt, an dem ich für mich erkennen musste, dass ich so nicht weitermachen kann, wenn ich eine zweite Schwangerschaft anstrebe. Die immer währende Fokussierung auf die negativen Aspekte meiner und anderer Geburten führte ab einem bestimmten Zeitpunkt dazu, dass sich meinen Gedanken in einer negativen Abwärtsspirale bewegten. Ich „vergiftete“ mich mit ihnen. Innerlich. Ich wollte und konnte so nicht weiter machen… Aber es war definitiv ein Prozess, der über 2 Jahre dauerte!!!!! Erst kurz bevor ich mit BusyBee schwanger wurde, habe ich meine Gedanken in eine positivere Richtung gelenkt! Zuvor dachte ich bei jeder Schwangerschaft in meiner näheren Umgebung: zum Glück hat es mich nicht getroffen!!! Fast wie bei einer Tod bringenden Krankheit. Ich wollte selbst das Baby meiner Freundin nicht auf dem Arm halten – dachte, dass andere sagen: steht dir! Ich fühlte mich sehr unter Druck. Hatte fast panische Angst vor einer Schwangerschaft. Aber ich wollte immer mehr als ein Kind. Und ich liebe eigentlich Kinder über alles. Deshalb meine gedankliche Kehrtwende. Es musste sein – zu mindestens für mich.
      Liebe Grüße
      Mother Birth

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