Geburt, Mother Birth, Schwangerschaft

Es werde Licht – ein (Vor-)Geburtsbericht

Nun will ich endlich wieder etwas Positives schreiben. Mich machen meine eigenen negativen Texte „Fenster zu meiner Seele – Ein- und Ausblicke“ und „Am Abgrund – ein (Nach-)Geburtsbericht“ langsam mürbe und traurig… Es werde Licht! – also setzt eure Sonnenbrillen auf und freut euch auf einen positiveren Blogbeitrag 😉

Erneute Schwangerschaft? Eine echte Überwindung

Ich habe mich lange gesträubt wieder schwanger zu werden. Hatte panische Angst davor, da am Ende jeder Schwangerschaft zwangsläufig eine Geburt wartet: mein persönlicher Angstgegner. #ausgründen Aber irgendwann im Jahr 2013 änderte sich – fast schlagartig – meinen Einstellung. Ich weis bis heute nicht richtig warum, aber ich war bereit ein Kind zu bekommen! Als es dann tatsächlich klappte und ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt – habe ich mich wirklich aus vollem Herzen gefreut. Keine Zweifel, keine Ängste, einfach nur Vertrauen. Ich war voll „guter Hoffnung“!

Der Fehler mit der Frauenärztin und die „Aber“-Falle

Dann machte ich den Fehler und  holte mir einen Termin bei meiner Frauenärztin… Ein durch Routine geprägter Termin- völlig empathielos. Ich wurde mit folgenden Worten begrüßt:

Schön, dass sie es doch noch mal gewagt haben wieder schwanger zu werden, ABER da sie ja Zustand nach Sectio sind, werden wir sie als Risikoschwangere einstufen müssen, die Kontrollen sollten besser engmaschiger sein – sicher ist sicher –  *gekünstelte Lache*  und da Sie nun auch schon älter sind, habe ich hier noch einige Broschüren, die Sie über alle Möglichkeiten der diagnostischen Abklärung informieren. Die können sie ja bis zum nächsten Mal durcharbeiten und mir dann mitteilen, was sie machen wollen.

Natürlich war ich eine „Risikoschwangerschaft“! – ich hatte ja schließlich einen Kaiserschnitt gehabt *Ironie off* Ich fühlte mich wie eine entschärfte Handgranate, die nur von Spezialisten unter Kontrolle zu halten ist. Jeder Zeit im Begriff alles zu zerstören. Nicht sicher zu sein. Bin ich jetzt gefährlich, ein Risiko – für mein ungeborenes Kind? Das gute Gefühl war wie weggepustet. Danke übrigens an dieser Stelle noch vielmals. NICHT! Ich frage mich manchmal wirklich: Wieso zum Henker werden Frauen in einer solchen Situation nicht beglückwünscht? Unvoreingenommen, ohne „ABER-Satz“ in der Hinterhand, der bekanntlich alles zuvor gesagte unmittelbar wieder negiert. Alles was nach dem „aber“ folgt, ist bedeutungsvoller und entspricht eher der Wahrheit, an die der Sprecher glaubt. Die vorangestellt Aussage verliert ihre Relevanz und könnte prinzipiell auch einfach weggelassen werden. Mein Unbehagen nach diesem Besuch ist also nicht ganz so unbegründet: meine Frauenärztin vertraut meinem Körper nicht! Das ist ihre Kernaussage!!! Was soll ich es jetzt tun? Mein Bauchgefühl und meinem Körper vertrauen, gegen ihr „Fachwissen“?

Die Hebamme – es werde Licht

Die Freude – Vorfreude – auf mein Kind war schon sehr gedämpft worden. Aber zum Glück suchte ich mir sehr früh in der Schwangerschaft mit BusyBee eine Hebamme. Ihr Zuspruch, ihr volles Vertrauen, ihre Empathie fühlten sich so gut an. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Es war Balsam für meine Seele, Nahrung für mein Herz. Diese Termine waren mehr als reine Vorsorge: sie waren keine Routine, ich wurde als Mensch wahrgenommen und in meinen Gefühlen ernst genommen. Nach jedem Termin bei der Hebamme kam ich freudestrahlend nach Hause. Ich fühlte mich stark. Mein Körper kann das, ich kann das!

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Wenn man sich von den Ängsten anderer befreit, können die eigenen Visionen fliegen lernen.

Der Eklat bei der Frauenärztin – Grenzüberschreitungen

In der ersten Schwangerschaft mit NotYet habe ich noch alle Vorsorgetermine bei meiner Frauenärztin wahrgenommen. Nun wollte ich im Wechsel die Vorsorge machen lassen. Dies sagte ich auch meiner Frauenärztin. Als wir dann zum zweiten großen Ultraschall in ihrer Praxis waren, passierte das für mich immer noch Unfassbare: Wir wurden als schlechte und verantwortungslose Eltern beschimpft!!! Aber nun erstmal von Anfang: wie kam es bitte dazu? Wir freuten uns eigentlich sehr auf den Termin, weil wir hofften, dass wir eventuell erfahren würden, ob es ein Mädchen oder Junge werden würde (Randnotiz: wir haben es bis Zur Geburt nicht erfahren 😉 ) Der Herzensmann hatte sogar extra frei genommen, um dabei sein zu können. Meine Frauenärztin studierte noch einmal meine Unterlagen, schüttelte unmerklich den Kopf und drehte sich dann zu mir um. Ich lag auf dem Rücken im Gynäkologenstuhl. Spotlight auf meine Intimsphäre. Ich muss hier erwähnen, dass meine Frauenärztin sehr wohl um die Tatsache wusste, dass vaginale Untersuchungen für mich – sagen wir mal „sehr schwierig sind“ – seit der gewaltsamen Muttermundsmassage #Wortwitz bei NotYets Geburt. Sie fragte mich also kurz bevor sie routinemäßig nach dem Muttermund tasten wollte (eine Untersuchung die sinnfrei ist und die ich heute nicht mehr machen lassen würde, aber hinterher ist man immer schlauer… 😦 ):

FA: Ich habe gesehen, dass sie zur Vorsorge im Geburtshaus waren. Da wollen sie doch sicher nicht entbinden?

Ich: Doch! Wieso nicht?

FA: Das kann ich nicht verantworten!!!!!! Sie gehören in ein Krankenhaus mit OP!!! Wenn sie ins Geburtshaus gehen sind sie verantwortungslose und schlechte Eltern!!!

Um ihren Worten und ihrer Macht mir gegenüber anscheinend Ausdruck zu verleihen, untersuchte sie mit unnötiger Gewalt meinen Muttermund. Sie wollte mir ihren Willen aufzwingen – gewaltsam. SIE hatte Angst, wollte keine Verantwortung übernehmen. Aber wer hat sie bitte gebeten verantwortlich für mein Handeln und meine Entscheidungen zu sein? Ich bin erwachsen und eine mündige Person! Ich kann und darf eigenständig Entscheidungen treffen, ohne sie mit jemanden abstimmen zu müssen. Wieso fühlt sie sich jetzt bitte bemüßigt so viel Druck auszuüben? Der Herzensmann schaltet sich ins Gespräch ein, da ich wie gelähmt bin unter ihren mehr als unsanften Griffen in meinem Intimbereich. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er die Worte gefunden hat, die ich nicht aussprechen konnte in dieser Situation.

Herzensmann: Glauben Sie etwa, wir hätten uns keine Gedanken gemacht und einfach mal auf gut Glück eine Entscheidung getroffen? Und von ihrer Verantwortung hat hier niemand was gesagt!

FA: Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die da im Geburtshaus Frauen nehmen mit Zustand nach Sectio. Haben sie denen das überhaupt erzählt? Das ist nicht zu verantworten!!!! Wissen Sie eigentlich was alles passieren kann? Die Gebärmutter kann reißen – Uterusruptur!!! Dann sind sie nicht in meinem Krankenhaus. Ihre Frau stirbt und das Baby auch. Viel zu gefährlich! Sie sollten sich noch mal genau überlegen, ob sie das wirklich wollen.

Ich (habe nun auch mein Sprache wiedergefunden): Haben Sie eben ehrlich behauptet, dass ich eventuell den Hebammen im Geburtshaus verschwiegen habe, dass ich einen Kaiserschnitt hatte? Das steht doch alles im Mutterpass!!! Und auch die Narbe am Bauch übersieht man ja nicht!!! Die wissen dort was sie tuen und ich weis was ich will!

Danach folgte noch der Ultraschall – alle Parteien schwiegen. An die Bilder kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich konnte mich nicht darauf konzentrieren, war mit meinen Gedanken ganz woanders. Diesen Moment hat sie mir genommen. Schade, aber die wundervolle Geburt im Geburtshaus konnte sie mir mit ihrer perfiden Art nicht ausreden 🙂

Auf zu neuen Ufern – man kann zu jeder Zeit seinen Arzt wechseln

Eigentlich müsste ich meiner Frauenärztin sogar dankbar sein 😉 … Wenn sie nicht so unglaublich grenzüberschreitend gewesen wäre, mich nicht so massiv in eine Ecke gedrängt hätte, dann wäre vermutlich meine kleine innere Kakerlake nicht hervor gekrochen. Sie verlangte von mir zu handeln: JETZT!!! Also rief ich von zu Hause umgehend wieder bei der Frauenarztpraxis an und sagte alle Folgetermine ab. Auf Nachfrage, ob neue Termine vereinbart werden sollten, sagt ich nur: „NEIN!“ Dieses kleine Wörtchen war so befreiend, so unglaublich befreiend. Ich suchte mir eine andere Ärztin, eine einfühlsame, die mich in meinen Entscheidungen respektierte und meinen Weg akzeptierte, ohne mich zu verunsichern.

Die Diskussion mit meiner Frauenärztin hat dazu geführt, dass ich meine Schattenwelt abgeschüttelt habe, vom Abgrund weggetreten bin und mich vollends dem Licht zugewandt habe. Ich habe meine Augen, meine Ohren und mein Herz für die positiven Dinge geöffnet und musste feststellen, WIE gut diese mir taten. Wie ich aufblühte, welche Kraft sie mir schenkten, welchen Mut sie mir machten und wie frei man sich fühlen kann, ohne die erdrückenden Ängste. Jetzt sind wir endliche wieder bei meiner positiven Blogbotschaft angekommen – Kraft spendend und Mut machend. In dem Sinne: ich hoffe, ich konnte euch inspirieren dem Positiven im Leben mehr Raum zu geben

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Schwangerschaft #Kaiserschnitt #Sectio #Uterusruptur #Verantwortung #Angst #Bevormundung #Beschimpfungen #Frauenarzt #Hebamme #Geburtshaus #Sicherheit

 

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7 Gedanken zu „Es werde Licht – ein (Vor-)Geburtsbericht“

  1. Oh Mann! So schlimm waren meine Frauenärztinnen zum nie (ich war immer in der gleichen Praxis, aber die Ärztin verstarb plötzlich, dann kamen zwei Vertretungen nacheinander und nun ist eine neue Ärztin fest in der Praxis), Und ich erlebte in 3 Schwangerschaften 4 Gynäkologinnen, die alle ein ernstes Gespräch mit mir führen wollten, wegen der geplanten Hausgeburten. Und alle waren sie, ich sag mal, angepisst, dass ich die Vorsorge (außer Ultraschall) bei der Hebamme machen ließ. Ich hab die Sprüche wie: „Da kann ich dann aber keine Verantwortung für übernehmen!“ einfach ignoriert. Aber es kostet schon Kraft diese Ärztesprüche auszublenden und seiner Überzeugung zu folgen. Ich finde es schon krass, dass von Verantwortung gesprochen wird. Als wäre man ein Leibeigener der Ärzte. Die Verantwortung liegt doch ganz klar bei jedem selbst. Eine Schwangere ist aber anscheinende nicht mehr jemand der eigene Entscheidungen treffen kann. Echt schlimm!

    Gefällt 1 Person

    1. Die meisten Frauenärzte sehen es nicht gerne, wenn sie nicht alle Vorsorgetermine abrechnen? können 😉 … Nein, mal im Ernst: ich finde es von dir wahnsinnig stark, dass du dich von ihren Aussagen zur Hausgeburt absolut nicht beirren lassen hast. Daumen hoch!!! Echt. Meine Frauenärztin hat versucht mich an meinen „wunden Punkten“ zu packen. Einmal bei der Erinnerung an die dramatische Geburt meines ersten Kindes und zum anderen – was ich ganz perfide finde – indem sie mich während der vaginalen Untersuchung, natürlich in unterwürfiger Rückenlage, beschimpfte. Nicht auf Augenhöhe, nein, hier sollte eine klare Hierarchie gezeigt werden!!!!! Übrigens eine Haltung, die eine Gebärende auch im KH am liebsten einnehmen sollte, ginge es nach den meisten Ärzten…

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Krassomat wie respektlos deine Frauenärztin dir gegenüber gewesen ist!!! Und definitiv die richtige Entscheidung zu Wechseln. Hätte ich damals auch machen sollen.
    Toll, dass dich dieses Ereignis nicht total runtergezogen und verunsichert hat! Manch eine hätte sich sicherlich davon beeinflussen lassen. Ich frage mich ernsthaft, was die Ärzte von dieser Panikmache haben und warum gleich alles als pathologisch, risikobehaftet oder verantwortungslos eingestuft werden muss. Woher kommt das um Himmels willen?
    Liebe Grüße,
    Juli

    Gefällt 2 Personen

    1. Das wahrlich tragische an dieser Geschichte ist, dass ich bestimmt kein bedauerlicher Einzelfall bin!!!
      Die Ärzte sehen sich verantwortlich für das Handeln einer fremden Person. Aber wieso? Vermutlich aus eigener Angst heraus – in Ansätzen verständlich und menschlich, aber sie sollten professionell bleiben und sachlich. Wenn es aber in eine derartige emotionale und herabwürdigende Auseinandersetzung hinausläuft, dann Zweifel ich die Kompetenz des Mediziners an!!! Man kann seinen Patienten nicht die eigene Meinung aufzwingen – auch keiner Schwangeren!!!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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