Geburt

„Ihr Kind ist ein Abrechnungsproblem“ – ein #rant

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen keinen #rant zu schreiben – nie, aber ich fühle mich unfähig, die folgenden Geschehnisse ohne böse Worte oder beißenden Sarkasmus zu schildern.

1.Akt: Das unschöne Nachspiel einer wunderschönen Geburt

Tja, was ich beim Geburtsbericht von BusyBee bewusst weggelassen habe ist, dass wir noch mal ins Krankenhaus mussten – nicht weil es mir oder dem Baby in irgendeiner weise schlecht ging, nein: nur weil sich die Hebammen nicht sicher waren, ob die gesamte Plazenta geboren wurde. Sie zeigten mir eine Stelle in der Plazenta, wo es so aussah, als wenn ein Stückchen fehlte. Sie banden mich ein, behandelten mich auf Augenhöhe und bevormundeten mich nicht – dafür bin ich sehr dankbar. Ich konnte sehen, was ihnen Kopfzerbrechen bereitete und verstand ihre Sorgen. Somit stimmte ich zu, dass wir mich zur Ultraschallabklärung ins Krankenhaus verlegen. Ich war guter Dinge – berauscht von der wundervollen Geburt – und war der festen Überzeugung bald nach Hause zu kommen. Was dann geschah… mir fehlen die Wort … ich hatte alle möglichen Eventualitäten in Bezug auf die Geburt durchgespielt, aber dabei das DANACH außer Acht gelassen, was sich jetzt rächen sollte – bitterlich! Ich weis, ich wiederhole mich, aber: nachher ist man immer schlauer als vorher – insbesondere trifft das offensichtlich auf mich zu 😦 .

2. Akt: Die Fahrt zum Scheiterhaufen

Ich wurde also vom RTW abgeholt. Die Sanitäter wirkten sehr besorgt, weil ich ja „so schlecht aussehen würde“ und wollten sofort einen Zugang legen. Ich fragte: „Wieso?“ – Antwort: „Sie sehen kreidebleich aus, ihr Kreislauf wird gleich kollabieren.“ Ich schüttelte ungläubig den Kopf: „Nein. Ich fühle mich so gut, wie lange schon nicht mehr!“ Genervtes Blutdruckmessen zum Beweis; dann 130/90 – tja… Ich setzte an: „Dann haben Sie je jetzt den Beweis, dass es … „ Mir wird das Wort abgeschnitten und man droht mir, dass ich nicht mitgenommen werden würde, wenn ich mich weigere. Entmündigung Klappe die 1. – es werden noch viele folgen, aber zum Glück ahne ich das in meinem Endorphinrausch noch nicht! Also doch Zugang, da ich diese Farce schnellst möglich beenden will. Als Gratiszugabe gibt es noch einen Tropf, damit mein Zugang auf der 10 minütigen Fahrt!!! offen bleibt! Ein guter Witz, wenn es nicht so traurig wäre… Mir ging es einfach zu gut. Das darf nach einer Geburt offensichtlich nicht sein – Fehler meinerseits.

3. Akt: Lügen und Intrigen

Das wichtigste zu erst: Ein kurzes Ultraschall gab Gewissheit: die Plazenta ist vollständig. Tiefes durchatmen: keine Narkose, keine Ausschabung – gedanklich schon auf dem Weg nach Hause. Dann hatte ich ja noch den Dammriss 3. Grades, da BusyBee anscheinend eine etwas breitere Ausflugsschneise benötigte 😉 , der noch versorgt bzw. genäht werden musste. Wenn ich schon im Krankenhaus was, dachte ich mir, könnte ich das Nähen doch auch gleich hier machen lassen. Fehler, Fehler, Fehler!!!! Ich dachte praktisch, aber in Wirklichkeit bin ich selbst auf meinen eigenen Scheiterhaufen geklettert und habe ihn angezündet! Meine Hebamme wurde von der Oberärztin mit den Worten: „Wir entlassen sie sofort nach dem Nähen, versprochen!“ weggeschickt. LÜGE! Dieses Gespräch fand selbstverständlicher weise vor der geschlossener Kreissaaltür satt, damit ich nicht davon mitbekam – Intrigen spinnen für Anfänger! Eben diese Oberärztin schaute mir lächelnd ins Gesicht und verkündete: „Ihre Hebamme ist nach Hause gegangen. Wir haben uns darüber einvernehmlich verständigt, dass es sicherer für Sie wäre, wenn Sie noch eine Nacht hier im Krankenhaus bleiben würden.“ Eine brillante Lügnerin – skrupellos, da ihr die Lüge locker über die Lippen kam. Ich das kleine Opferlamm, an dem noch ein Exempel statuiert werden sollte, bleibt ahnungslos und gutgläubig zurück. Ich wurde einfach mal im Kreissaal „geparkt“, weil man nicht wusste wohin mit mir: alles voll. Dann kam eine Hebamme herein, genervt davon, dass sie sich jetzt, bei dem ganzen Stress, auch noch um mich kümmern muss – die „Hausgeburt“:

„Dammriss 3. Grades??!! Selber Schuld, wenn man bei so unfähigen Hebammen, wie denen im Geburtshaus entbindet!“ Ich schüttele den Kopf und will antworten, aber sie kommt mir zuvor: „Hoffe, sie wollen keine weiteren Kinder. Das wird mit dem Riss nichts – außer Kaiserschnitt natürlich. Die haben sie jetzt richtig versaut!“

LÜGE!!!! (aber zu dem Zeitpunkt wusste ich das noch nicht) Sie geht und ich bleibe fassungslos zurück.

Nichts ahnend bin ich zwischen die Fronten geraten; plötzlich finde ich mich in Grabenkämpfen zwischen Hebammen verwickelt wieder. Was soll das bringen? Auch diese Hebamme sollte doch dasselbe Ziel haben wie alle anderen ihrer Zunft: Mutter und Kind bei der Reise ins Lebens begleiten.Was war das dann bitte? Ein schlechtes Intermezzo in einer Komödie? Nein, es war der Beginn einer Tragödie, in der ich dafür leiden lernen sollte, dass ich mich dem System Krankenhaus während der Geburt entzogen habe. Ich sollte büßen – bestraft werden.

4. Akt: Hexenverbrennung

Wehenzimmer statt Wochenbettstation – wer hier nicht entbindet, muss halt sehen was übrig bleibt – Gute Nacht dann auch! Weder ich noch BusyBee haben ein Auge zu gemacht #ausgründen . Auf dem Flur wandern, damit wenigstens mein Baby schlafen kann – verboten!!! Warum? Keine Ahnung. Weiter gehts mit kleineren Schikanen:

  • Anstellbett für BusyBee?
  • Windeln?
  • Feuchttücher?
  • Wechselsachen?

Fehlanzeige!!! (Nur nach mehrmaligen entwürdigendem Betteln in der Nacht möglich, nachdem mein Baby komplett nass gepiescht war…) Warum, fragt ihr euch jetzt bestimmt: BusyBee war halt NUR als Begleitperson aufgenommen worden und nicht als Patientin, da sie im Geburtshaus geboren wurde und nicht im Krankenhaus. Was das noch für Folgen haben würde, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten, aber unser Gesundheitssystem überrascht mich ja immer wieder – böse. Ich freute mich naiver weise auf den nächsten Morgen mit dem Gedanken, endlich nach Hause zu können und dieses beschissene Intermezzo schnellst möglich hinter mir zu lassen und endlich mein Wochenbett genießen zu können. Dann kam die Oberarztvisite aka Inquisition – ich lade euch jetzt recht herzlich zu meiner Hexenverbrennung ein; mit an Bord bzw. auf dem Scheiterhaufen: meine Hebammen …

Zuerst belangloses Geplänkel bis ich frage, ob ich jetzt denn endlich nach Hause könne… (Alles selbstverständlich im Wehenzimmer mit reichlich Zuhörern)

Oberarzt: „Nein!!!!! Natürlich nicht.“

Ich: „Wieso? Das verstehe ich nicht. Die Oberärztin von gestern sagte aber, dass…“

Oberarzt: „Das stimmt nicht. Sie lügen! Hier würde das niemand sagen. Sie haben eine schwerwiegende Verletzung. Sie müssen 3 Tage hier bleiben. Außerdem müssen Sie beweisen, dass sie Stuhlgang haben können!“

Ich: „Ich kann doch auch zu Hause auf Toilette gehen… Was soll den passieren?“

Oberarzt: „Das können Sie nicht. Die Naht kann wieder aufreißen, dann müssen sie von Spezialisten sofort operiert werden, sonst kann sie Keiner mehr retten. Hier ist rund um die Uhr qualifiziertes Personal da, das die Lage sachgerecht beurteilen kann.“

Ich: „Aber ich habe eine gute Nachsorgehebamme aus dem Geburtshaus, die ich jederzeit anrufen kann. Die kann sich das im Notfall ja auch anschauen.“

Oberarzt: „Nein!!! Die kenne ich nicht. Der vertraue ich nicht. Was weis ich, ob die überhaupt schon mal nen Dammriss gesehen hat. Wenn Sie jetzt hier entbunden hätten und von meinem Mädchen eine  genommen hätten, dann…Aber so: nein.“

Ich: „Wie hoch ist denn bitte die Wahrscheinlichkeit, dass die Narbe reißt?“

Oberarzt, dem jetzt der Geduldsfaden gerissen ist: „Mindestens 30%!!!! Jede Dritte!!! Stellen sie sich das mal vor!!!! Sie in ihrem Alter stuhlinkontinent… Windeln wie Ihr Baby…“

Ich will noch mal ansetzten, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass… aber der Oberarzt kommt mir zuvor und spricht über meinen Kopf hinweg, wie bei einem unmündigen Kind, nur noch mit meinem Mann – Entmündigung Klappe die 2.: „Wollen Sie wirklich eine Frau haben, die Ihre Scheiße nicht halten kann? Windeln tragen muss? So was will man doch nicht haben als junger Mann, oder? 30%!!! Wollen Sie das wirklich riskieren?! Reden Sie mit Ihrer Frau. Bringen Sie sie wieder zur Vernunft!“

Mein armer Herzensmann ist total verunsichert, kann selbst unserer Hebamme nicht mehr richtig vertrauen, die uns versichert, dass wir nach Hause können, wenn wir wollen. Das 30%-Damoklesschwert schwebt über ihm. Er tut mir so leid. Aus Liebe zu ihm und aus Respekt vor seiner Angst um mich, lenke ich ein und bleibe.

Übrigens nur mal so am Rande: es hat natürlich NIEMANDEN interessiert, als ich endlich den so ersehnten Stuhlgang hatte. Soweit zur Sicherheit, dem qualifizierten Personal und der schnellen Hilfe… Alles LÜGE!!!

Mit mir hatte man noch nicht genug Geld gemacht – die Geburt konnten sie schließlich nicht abrechnen. Mist! Eine andere Geldquelle musste also gefunden bzw. erfunden werden: ein läppisches Ultraschall konnte das natürlich nicht rausreißen. Genauso wenig wie das Nähen, was vermutlich nur viel Zeit in Anspruch genommen hat, aber die Vergütung mit der entsprechenden Fallpauschale winzig ist. Also musste man sich was anderes ausdenken, um an genügend Geld von der Krankenkasse zu bekommen. Lösung: lass die Frau umbetreut einfach lang genug liegen – das rechnet sich vielleicht 😦 … Willkommen im deutschen Gesundheitssystem, dass einen kränker macht, als man ist, damit sich eine Behandlung rentiert. Der Patient als Ware und der Arzt als Verkäufer. Er verkauft sich und seine Patienten. Wofür? Für schwarze Zahlen in einer anonymen Statistik. Wo bitte bleibt da das einzelne Individuum und die Ethik? Ich frage mich immer, ob Ärzte, die wissentlich den Patienten ins Gesicht lügen, abends ruhig schlafen können – ich könnte es nicht. Wo soll das hinführen? Ein solches Verhalten schädigt nachhaltig das Vertrauen zwischen Arzt und Patient – wirtschaftliche Gesichtspunkte sollten nicht über medizinische Behandlungen entscheiden dürfen. Das ist grundlegend falsch!!! Es muss sich was ändern – schnell.

5. Akt: Das Abrechnungsproblem namens BusyBee

Endlich bin auch ich auf der Wochenbettstation angekommen, in einem richtigen Zimmer – ich soll dankbar sein, dass das so schnell möglich gemacht wurde (nach fast 2 Tagen…). Bis jetzt hat sich niemand für meine Begleitperson aka BusyBee interessiert. Kontrolle von Temperatur oder Gewicht – Fehlanzeige!!! Ich beschließe also selbst das ganze in die Hand zu nehmen: ich möchte in das Stillzimmer, wo es auch die Möglichkeit gibt mein Kind zu wiegen und zu baden, da BusyBee von der Geburt immer noch blutverschmiert ist. Ich begebe mich also zu besagtem Stillzimmer, welches mit einer einer Kamera und einer Klingel „gesichert“ ist. Ich drücke den Klingelknopf und warte auf Einlass. Was dann passiert, ist wie im schlechten Film: Ein Drachen von Krankenschwester steckt genervt ihren Kopf aus dem Türspalt und fragt nach meinem Namen. Ich nenne ihn ihr. Sie schließt kommentarlos die Tür vor meiner Nase. Weitere Minuten vergehen, als sich plötzlich die Tür wieder öffnet und sie mich wütend anfährt: „Ihr Kind hat hier keine Akte!!!“ – ich freundlich: „Vielleicht weil es hier nicht geboren wurde…?“ Ihre Antwort folgt prompt: „Dann dürfen sie hier auch nicht rein.“ und die Tür wird mir vor der Nase zugeschlagen.

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Gestatten: ich bin ein echtes Abrechnungsproblem

Ich bin fassungslos – wir sind anscheinend Patienten 2. Klasse, nicht würdig respektvoll behandelt zu werden, mal ganz zu schweigen von einer medizinischen Betreuung für BusyBeeAn uns soll ein Exempel statuiert werden. Ich bin eine Hexe, die öffentlich diffamiert werden muss und deren Verbrennung auf dem Scheiterhaufen möglichst für alle sicht- und hörbar sein soll. Es wäre ja fatal, wenn sich die ein oder andere Frau ein Beispiel an mir nehmen könnte und als potenzielle Geldquelle bei der nächsten Geburt nicht zur Verfügung stehen würde – das darf unter keinen Umständen passieren!!! Am Rande bemerkt: Wir haben mit Hilfe von einer Hebammenschülerin noch geschafft in den Hochsicherheitstrakt des Stillzimmers einzudringen – heimlich, still und leise während des Schichtwechsels. Absolut entwürdigend, dass ich zu einer solchen Handlungsweise  gezwungen wurde. Endlich steht die Entlassung an und ich frage, ob die U2 für BusyBee noch hier im Krankenhaus vorgenommen werden könnte, wenn wir jetzt eh schon so lange da waren. Als Antwort bekomme ich:

Krankenschwester: „Das geht nicht. IHR KIND IST EIN ABRECHNUNGSPROBLEM.“

WTF!!!!

Dem Herzensmann platzt jetzt endgültig der Kragen. Er spricht extra laut mit mir mitten auf dem Stationsflur, so dass alle „interessierten“ gut zu hören können. Wir drehen den Spieß um, haben keine Lust mehr schikaniert zu werden. Es reicht!!! „Komm dann gehen wir jetzt. Dem Kinderarzt können wir ja berichten, dass das Krankenhaus nicht in der Lage ist eine U2 zu machen, nachdem sie schon 3 Tage unser Kind nicht medizinisch betreut haben. Das Wohl unseres Kindes scheint hier nicht zu interessieren. Wir sollten uns noch mal überlegen, ob wir das Krankenhaus und die verantwortlichen Ärzte und Pfleger wegen Unterlassung und Fahrlässigkeit verklagen werden…“

Keine 10 Minuten später war eine Kinderärztin auf die Station gekommen, um BusyBee zu untersuchen – extra nur für uns. So schnell kann das gehen – seltsam… Einen kleinen Bonus zum herzlichen Schmunzeln und Lachen möchte ich euch hier nicht vorenthalten: Als der HB-Wert von BusyBees Blut bestimmt werden sollte, wurde uns mitgeteilt, dass das Gerät kaputt sei, da es einen Wert von 26 anzeigen würde – das kann nicht sein. Unser Einwand, dass wir die Nabelschnur haben auspulsieren lassen, konnte die blinde Gläubigkeit an die Technik nicht entkräften… Hier geht es einzig und allein um Profit, egal auf welche Kosten. Unser Gesundheitssystem krankt und wird dadurch zur Gefahr für uns als Patienten.

Epilog

Als ich endlich zu Hause bin, rufe ich unverzüglich meine Frauenärztin an. Ich liebe diese Frau für ihre folgenden Worte und frage mich gleichzeitig, warum ich sie erst von ihr höre:

„Machen Sie sich keine Sorgen wegen dem Dammriss. Dass die Naht zu 30% wieder aufreißt stimmt so nicht! Wer hat ihnen denn den Sch… erzählt? Der hat keine Ahnung. Der Damm heilt am schnellsten – noch schneller als das Zahnfleisch und das ist schon fix dabei 😉 … Das ist jetzt 3 Tage her? – dann passiert da auch nichts mehr. Die Natur hat das als Soll-Bruchstelle vorgesehen, die sie auch schnell wieder reparieren kann. Alles gut. Genießen sie jetzt endlich ihr Wochenbett!“

Ich atmete tief durch, legte mich aufs Bett und konnte endlich in mein wohlverdientes Wochenbett starten, nachdem ich meine Zusatzaufgabe als „Cashcow“ des Krankenhauses zu deren Zufriedenheit erledigt hatte.

*EURE MOTHER BIRTH*

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77 thoughts on “„Ihr Kind ist ein Abrechnungsproblem“ – ein #rant”

  1. Das ist ein mutiger Text von dir. Soviel Mut hatte ich bisher nicht, um über ähnliche Erfahrungen zu schreiben, auch nicht sarkastisch. Wenn eine bestärkende Geburtserfahrung auf Erfahrungen mit Krankenhausroutine und Buchwissenden stößt, bleiben oft langfristig Wunden. Da helfen manchmal auch keine Pflaster und auch kein #rant. Zum Glück funktioniert Heilung – bei jeder in einem anderen Tempo und mit anderen Werkzeugen. Liebe Grüße, Silke von Elternstimme sichere Geburt

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    1. Der #rant ist eine Anklage an unser Gesundheitssystem und geht weit über meine persönliche Geschichte hinaus, die ich übrigens verarbeitet habe. Den #rant habe ich bewusst erst nach 1,5 Jahren geschrieben. Ich wollte nicht vom meinen hitzigen Gefühlen übermannt werden, sondern grundlegende Punkte anprangern, die Allgemeingültigkeit haben – am Beispiel meiner eigenen Erfahrungen. Es ist so wichtig, dass wir unsere Stimme erheben – jede einzelne von uns – damit der Geräuschpegel so groß ist, dass selbst Herr Gröhe im All uns hören kann 😉 …

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Liebe MotherBirth.
    Ich bin fassungslos. Schon beim Lesen werde ich richtig wütend und es erinnert mich unglaublich an die entmündigte Zeit im Krankenhaus. „Der Patient als Einnahmequelle“ ist schon ein krankes System.
    Es tut mir so leid für Euch. Zum Glück hast Du eine so schöne Geburt gehabt. Schade, dass das Wochenbett so etwas gelitten hat.

    Alle guten Dinge sind Drei? 😊
    Liebe Grüße, Anita

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    1. Liebe Mother Birth,
      ich kann deine Situation und deine Gefühle nachvollziehen. Bei meiner Geburt im Geburtshaus war es ganz ähnlich. Mich haben die super-tollen Hebis aus dem Geburtshaus auch nur zur Sicherheit ins KH gebracht, um was ordentlich abchecken zu lassen. Und damit fing ein ganz ähnliches Drama an wie bei dir. Wilde Horrorszenarien, wenn ich nicht im KH bleibe (im Nachhinein ebenso fadenscheinig wie bei dir), Baby ebenso ein „Abrechnungsproblem“, um das sich keiner kümmern wollte und das allgemeine Chaos eines KH-Betriebes, in dem NICHTS funktioniert-zulasten der Patienten. Don´t go to the doctors! Ich habe das alles weniger gut weggesteckt als du, ich hatte danach regelrechte Depressionen, als mir diese tagelange Tortour zu Hause hochkam.
      Was für ein Unterschied doch zwischen Geburtshaus und Krankenhaus-Maschinerie besteht!
      Normalerweise lasse ich mir nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen und weiß mich zu wehren. Ich habe erst seit meiner Geburt am eigenen Leib erfahren, wie dünnhäutig und leicht verunsicherbar Frau nach einer Geburt sein kann und dass es in dieser speziellen Situation wirklich nötig ist, jemanden zu haben, der medizinisch und emotional kompetent im Sinne der Eltern handelt, dem man vertrauen kann.
      Ich habe mich im Nachhinein im Krankenhaus und bei der Krankenkasse beschwert. Hat alle beide nicht die Bohne interessiert. Wirklich klasse, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erlebnisse aufzuschreiben. Ich hatte nicht die Kraft dazu, über die Beschwerden hinaus aktiv zu werden, dafür war die erste Zeit mit meiner Kleinen einfach zu anstrengend. Ich wünsche dir und deiner Kleinen und allen Frauen, die das lesen, das Beste und nicht solche Erlebnisse wie ich, du und offenbar noch viele sie hatten/haben. Katja

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      1. Liebe Katja,

        Es tut mir sehr leid für dich, dass auch du nicht mit dem nötigen Respekt behandelt und bevormundet wurdest. Dass sich daraus auch noch eine Depression entwickelt hat, ist doppelt bitter. Du hast mein volles Mitgefühl!
        An den vielen Geschichten, die seit dem Artikel an mich herangetragen werden, sehe ich immer wieder, wie viele Frauen unnötig leiden müssen. Das bricht mir das Herz… Es soll doch die schönste Zeit im Leben sein – die Ankunft des Baby in der Welt. Wieso fällt es vielen Geburtshelfern so schwer achtsamer mit diesem Wunder umzugehen? Wo bitte bleibt die Empathie – das, was uns menschlich macht? Ich bin erschüttert, wenn ich bedenke, was für einen Nerv mein Text getroffen hat. Einerseits freut es mich, dass ihn viele lesen, aber andererseits bedeutet das auch, dass die Dunkelziffer der still seidenen Frauen unglaublich hoch ist. Bei dem Gedanken könnte ich schon wieder anfangen zu weinen.
        Viel mehr Frauen müssen aktiv werden und ihre Stimme erheben. Wir dürfen nicht mehr schweigend hinnehmen, was geschieht. Es muss sich etwas ändern und wir müssen öffentlichen Druck ausüben. Ich hoffe, ich habe mit meiner Geschichte andere Frauen inspirieren können!!!
        Du schreibst, dass du dir normaler weise nicht die Butter vom Brot nehmen lässt… ich auch nicht und viele andere Frauen bestimmt ebenfalls nicht, aber wir sind in einer besonderen Situation. Dazu habe ich kürzlich ebenfalls einen Artikel geschrieben, der auch auf die Vorwürfe Bezug nimmt, dass ich mich selbst verschuldet zum Opfer gemacht habe, da ich mir als mündige Person hätte mehr wehren können. Hier der link:
        https://motherbirthblog.wordpress.com/2016/03/19/selbst-schuld-du-opfer-wie-wehrhaft-koennen-gebaerende-sein

        Liebe Grüße
        Mother Birth

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      2. Liebe Mother Birth, danke für deine lange und mitfühlende Antwort. Ich habe auch ähnliche und sogar schlimmere Stories in meinem Umfeld mitbekommen. Das betrifft wirklich sehr viele! Nun sind meine schlimmen Gefühle verdaut und meine Maus tappst vergnügt durch die Welt. Aber ich habe immer noch Wut auf diese Ärzte und diese seelenlose Maschinerie. Ich denke auch, dass man sich organisieren muss, um dieses „Gesundheits“System zu verbessern. Aber wie? Ein Blog ist ein Anfang, aber wie erreicht man die Politiker und Verantwortlichen? Wenn sich noch nicht mal die Krankenkasse dafür interessiert, dass das Krankenhaus Leistungen zu Unrecht abgerechnet hat und sonst auch einiges schief lief, was die Krankenkasse teuer bezahlt. Man hat ja auch nicht endlos Zeit und Nerven, gerade nicht mit Kind. Deinen Beitrag zur besonderen Verfassung um die Geburt herum habe ich gelesen. Das kann ich nur bestätigen. Das sollten sich auch mal die Betreffenden in den Krankenhäusern zu Gemüte führen…
        Alles Gute weiterhin!

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        1. Ja, mein Blog ist ein Anfang. Durch ihn habe ich eine Interviewanfrage von Carola Hauck bekommen, die den Film „Die sichere Geburt“ (gerne auf FB like 😉 ). Das ist ein Kontakt, den ich ohne meinen Blog niemals gehabt hätte. Ich bekomme dort hoffentlich die Möglichkeit zu schildern, was es braucht, damit Frauen wieder selbstbestimmt gebären können. Das ist ein weiterer Schritt. Zwar klein, ja, aber irgendwo muss man beginnen. Ich will die jetzige Situation in der Geburtshilfe nicht mehr hinnehmen!!!

          Liebe Grüße
          Mother Birth

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  3. Bua eh, das ist echt dicke Post, was du da schreibst, ganz ehrlich gesagt, ich musste deinen Blog erstmal verdauen. Sowas gibts doch ernsthaft nicht!!! Ich hab da immer noch die (vielleicht naive) Hoffnung, dass das bei uns in der Schweiz nicht soooo schlimm ist. Echt schade, dass du diese Erfahrung nach so einer wundervollen Geburt noch machen musstest! Ich drück dich ganz feste! 😉

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    1. Bleib bei deiner Hoffnung!!! Unbedingt. Ich finde deine gesamte positive Einstellung so wundervoll, so erfrischend und anregend, dass du sie dir unbedingt bewahren solltest.
      Schlimme Dinge passieren einem egal ob man sie erwartet oder nicht. Aber wenn man in dieser Erwartung lebt, bekommt man eine ganz schlechte Aura, erzieht einen runter und schützt trotzdem nicht. Es nützt einem also nicht.
      Deshalb gab es auch schon nach der ersten Geburt für mich gedanklich keinen wirklichen Plan B zum Geburtshaus. Und ich spüre auch jetzt wieder, wenn ich dir dies schreibe, dass ich auch weiterhin keinen Plan B haben will – egal welche Erfahrungen ich machen musste. Absichern in alle Richtungen will ich nicht, da ich mit ganzem Herzen an meinen Plan A glauben will ❤
      Danke, du hast mich gerade irgendwie inspiriert 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  4. Also mal ehrlich, sind du und dein Mann mündige Erwachsene oder nicht? Wieso habt ihr nicht euren Mund aufgemacht und mal ordentlich die Meinung gegeigt und seid gegangen??
    Oder wieso hat dein Mann sich nicht besser gekümmert wenn du nicht in der Lage dazu warst?
    Kann ich nicht verstehen, sorry. Die können euch da ja nicht angekettet haben.

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    1. Vielleicht gibt es ja durchaus Leute, die in einer solchen Situation so „mündig“ reagieren können, aber ich bezweifle, dass es viele sind. Was da passiert, ist, dass den Eltern massiv Angst eingejagt wird. Ich glaube, fast jeder von uns würde da einknicken, vor allem in einer so emotional instabilen Situation. Hinterher ist man immer schlauer und fragt sich, was man hätte anders machen können, aber jemandem vorzuwerfen, in solch einer Situation nicht knallhart gewesen zu sein, finde ich unangebracht.

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      1. Danke für dein Statement!!! Es freut mich, dass du mein Verhalten nachvollziehen kannst ❤
        Wir sind zusätzlich noch "vorbelastet" aus der ersten Geburt gewesen, in der wir massive physische und psychische Gewalt erleben mussten. Einige Sachen haben enorm getriggert und da fällt es wahnsinnig schwer sich von frei zu machen. Ich konnte es nicht genug. Das kann man mir vielleicht "vorwerfen", aber ich wollte am Beispiel von meiner Geschichte zeigen, wie es vielen Frauen, Babys und ganzen Familien ergeht. Und an den vielen teils sehr schockierenden Geschichten, die hier an mich heran getragen werden, seh ich deutlich, dass ich kein Einzelfall bin, sondern mit meinem Text einen Nerv getroffen habe!

        Liebe Grüße
        Mother Birth

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    2. „Die können euch da ja nicht angekettet haben.“ Doch. Können sie. Zwar nicht physisch aber verbal und psychisch. Auch ohne vorbelastete Geburtserlebnisse, haben die Worte von Ärzten in solchen Situationen eine große Macht. Das sollte man nicht unterschätzen und das hat nichts mit der Mündigkeit der Patientin/ der Eltern / dem Vater oder sonst jemandem zu tun. Da geht es um das Abschätzen von Verantwortung und Sicherheit. Die Tragweite dessen, was in diesem Beitrag angeklagt wird, ist auch nicht in dem Moment seines Geschehens transparent sondern summiert sich während des kompletten Aufenthaltes und somit natürlich auch im Nachhinein, wenn es zu spät ist, um zu erkennen, das man früher hätte auf eine Entlassung (gegen den Rat der Ärzte, gegen die Sorgen des Ehemannes, körperlich müde, hormonell in Höchstform) bestehen müssen.

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      1. Ach liebe Juli ❤ Danke, dass du so liebe und unterstützende Worte findest.
        Schuldzuweisungen lassen sich immer leichtfertig aufstellen (die unmündigen Eltern; der Ehemann, der sich nicht gut genug gekümmert hat; die Frau, die sich selbst zum Opfer gemacht hat, da sie sich nicht genug gewehrt hat…). Dabei vergisst man aber eindeutig die Tatsache, dass man sich nur zur Wehr setzten muss, wenn man angegriffen wird. Und die Frage bleibt: wieso werden frisch gebackene Eltern in deutschen Krankenhausern so behandelt, dass sie sich zur Wehr setzten müssen?! Das ist die entscheidende Frage: WIESO? Welches Handeln ist also verkehrt? Meines? Das meines Mannes? Oder eher das des Arztes, der Rettungssanitäters, der Hebamme, der Schwester?…
        Ich habe mich mit diesem Text angreifbar gemacht, dass ist mir bewusst, aber das Thema betrifft viel zu viele Frauen und es ist viel zu wichtig, als dass ich nicht hätte darüber schreiben sollen.

        Liebe Grüße
        Mother Birth

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    3. Hallo Anonym,

      ich weiß nicht, ob Sie schonmal entbunden haben, aber ich sags mal ganz offen: Ich vermute eher nicht. Direkt nach der Entbindung denkt man anders, handelt man anders und ist ein komplett anderer Mensch als man es sonst von sich gewöhnt ist und extrem offen und sensibel für alles was um einen herum passiert. Das ist auch ganz gut so, das sicherte vor ein paar tausend Jahren noch das Überleben eines Babys und ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil des Bondings.
      Ich finde es perfide, einer jungen, frisch entbundenen Mutter noch vorzuwerfen, dass sie im Prinzip selber an ihrer damaligen Situation Schuld hat.
      Die Macht der Worte sollte man nicht unterschätzen, auch ich hab mir nach der Geburt die Worte eines Arztes, laut denen meine Tochter den nächsten Morgen vielleicht nicht mehr erlebt hätte, so sehr zu Herzen genommen, dass ich noch heute, knapp 15 Monate nach der Geburt, sehr daran zu knabbern habe. Meine Hebamme meinte später, dass der Arzt etwas übertrieben hat und ich vermutlich gemerkt hätte, wenn etwas nicht stimmt. Ich bin selbst nicht so sicher, wenn ich ehrlich bin aber die Gesamtsituation war für mich damals etwas zuviel. Würde derselbe Arzt mir gegenüber heute die Worte von damals wiederholen, wüsste ich auch, was ich drauf erwidern würde. Und ich wüsste auch, was ich den Krankenschwestern sagen würde und ich wüsste auch ganz genau, was ich der Hebamme und dem Arzt in der 1. Nacht im (darf ich die Klinik eigentlich nennen??) Braunschweiger Frauenkrankenhaus sagen würde, als sie versucht haben, mich auf der Frauenstation zu behalten während meine 3 Tage alte Tochter in einem anderen Krankenhaus lag, und die Eigenentlassung mit den Worten „Bis morgen“ kommentierten (Die Gründe und Beschreibung der Gesamtsitutation hierfür würden jetzt jeden Rahmen sprengen, deshalb geh ich da jetzt nicht näher drauf ein).

      Ich wüsste heute vieles. Damals war ich einfach nur komplett erschlagen, überfordert und hilflos!! Sie können von frischgebackenen Eltern nicht erwarten, dass sie handeln wie immer, besonders dann, wenn die Situation anfängt von dem abzuweichen, was man mal erwartet hat.

      Ich bin der Meinung, dass hier eine Entschuldigung fällig ist. Vielleicht haben Sie ja den Mum dazu! Die Anonymität des Internets macht es einem leider viel zu leicht, hässliche Worte zu schreiben. Ich hoffe sehr, dass sie sich das zu Herzen nehmen, dass Ihre Worte für andere Menschen Folgen haben können, die Sie sicherlich nicht mal beabsichtigt haben.

      MfG

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      1. Die Anonymität des Internets wird gerne genutzt, um sich über andere erhaben zu fühlen. Leider. Unser/e liebe(r) anonyme Schreiber/-in scheint der Meinung zu sein, er/sie hätte die Situation besser meistern können, als wir. Das ist auch völlig ok. Vielleicht kann er/ sie das auch. Aber muss man dazu uns als selbstverschuldetes Opfer darstellen? Wesentlich konstruktiver wäre dieser Kommentar, wenn die bestreffende Person geschildert hätte, wie sie solche Situationen meistert – als vorbildhaftes Beispiel. Aber anstatt dies zu tun, zieht sie über uns her und das auch noch anonym.
        Wer mich schon angehen will, der sollte doch bitte so viel Mut haben und seinen Namen nennen!

        Vielen Dank, dass du so sehr Partei für uns ergriffen hast. das rührt mich sehr. Es tut mir sehr leid, dass auch die verbal Gewalt angetan wurde, denn nichts anderes ist das. Wir müssen es benennen – öffentlich, damit sich etwas ändert! Leider gibt es immer noch Menschen, die dieses Tabu auf gar keinen Fall brechen wollen und Menschen, wie mich, die darüber sprechen, anonym wieder zum Schweigen bringen wollen. Ich finde das sehr schade.

        Ich glaube persönlich nicht an eine Entschuldigung, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt.

        Liebe Grüße
        Mother Birth

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    1. Und trotzdem fragen noch einige Leute, warum ich nicht „mündig genug“ sei und mich gewehrt habe…. dabei wird meine Vorgeschichte mit NotYet leider nicht bedacht…. Ich bewundere ja Menschen, die in hochemotionalen Situationen immer rational und überlegt handeln können. Ich kann mich nicht so von meinen Emotionen frei machen, aber das macht mich nicht unmündig und auch nicht selbst schuldig für die Situation, denn ich müsste mich gar nicht erwehren, wenn man mich nicht so behandeln würde.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Du hast so recht damit, wenn es dich aufregt, dass sich immer das „Opfer“ rechtfertigen muss, warum es sich nicht genug gewehrt hat – egal in welchem Kontext!!!! Wie wäre es bitte mit der Sichtweise: die/der Täter müssen ihr nicht korrektes Verhalten ändern, so dass niemand sie überhaupt in die Lage versetzt fühlt, sich zur Wehr setzten zu müssen! Das ist bei vielen noch der Denkfehler… – insbesondere bei der Geburtshilfe. Nach dem Motto: Ist die Frau stark genug, passiert ihr nichts. (von Frauen gesagt…. 😦 )

        Liebe Grüße
        Mother Birth

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  5. Oh man , das ist wirklich krass.
    Ich hatte bei meiner ersten Geburt auch schlechte Erfahrungen im Krankenhaus gemacht und bin jetzt wieder schwanger.
    Ich habe vor schön entspannt mit meiner Hebamme eine Beleggeburt im Krankenhaus zu haben und danach gleich nach Hause zu gehen. Aber wenn ich das lese , fesseln die mich danach wahrscheinlich auf dem Bett und es gibt auch dolle Gründe, weshalb wir 3 Tage bleiben müssen.
    Ich hoffe ihr habt euch von eurem Zwangskrankenhausaufhalt schon erholt und könnt jetzt die Zeit genießen.
    Lg Jenny

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    1. Ich wünsche dir für deine Geburt alles erdenklich Gute ❤ Vielleicht kam mein Text für dich zur rechten Zeit, so dass du deine Interessen noch klarer argumentieren wirst! Das würde mich freuen.
      Wir haben uns schon lange von dieser kleinen unschönen Episode erholt – es ist schließlich schon 1,5 Jahre her… 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  6. Meinen Sohn habe ich spontan zu Hause allein entbunden (ungeplant). Da ich nur eine Nachsorgehebamme hatte, bin ich auch mit dem RTW ins KH gefahren. Auch bei mir gab es das Problem mit der Abrechnung und mit der U2. Denn es ist in Deutschland wohl so, dass dort, wo die Plazenta geboren wird, der Geburtsort ist. Es geht nicht ums Baby, es ist die Plazenta. Und wenn die zu Hause kommt, dann hat das KH in der Tat ein Abrechnungsproblem mit der Krankenkasse. Mein Kind wurde auch als Begleitkind aufgenommen und es gab eine große Teambesprechung darüber, was man mit mir machen kann und was nicht (abrechnungstechnisch). Mein KH war diesbezüglich super. Ich kam gleich auf die Wochenbettstation und es wurde sich um mich genauso gekümmert, wie um die Frauen, die dort entbunden hatten. Ich habe mich allerdings nach einer Nacht entlassen können und die U2 dann auch beim Kinderarzt gemacht. Also ähnliche Geschichte, anderer Ausgang. 🙂 Es hängt wohl viel am KH, aber die eigentlichen Übeltäter sind meines Erachtens nach die Krankenkassen! Siehe auch aktuelle Hebammendebatte. Alles Gute für Euch!

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    1. Es freut mich, dass er auch anders laufen kann!!! Solche Geschichten geben mir Hoffnung. Du hast es übrigens genau erfasst: mein #rant ging gegen die Krankenkassen und das Gesundheitssystem, dass solches Handeln, das nur Profit orientiert ist, erst provoziert!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  7. Es tut mir so leid, wie mit Dir umgegangen wurde. Diese bodenlosen Frechheiten machen auch richtig wütend!
    Unsere Wochenbettzeiten nach den Hausgeburten verliefen zum Glück ohne Zwischenfälle. Nur die Kleine wollte man mit noch nicht mal zwei Wochen wegen eines Pickelchen am Kopf unter Narkose operieren. Seit unsere Große hemmungslos in die Krankenhausmachenschaften hereingezogen werden sollte, sind wir skeptischer als je zuvor: http://freeyourfamily.net/2015/12/196/

    Ich wünsche Dir und Deiner kleinen Familie alles Liebe. Beste Grüße, Evelin

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  8. Liebe Motherbirth, ich wollte dir ja noch ein paar Gedanken schreiben zu deinem Erlebnis.
    Während ich deinen Text gelesen habe, schrie in mir alles: Geh nach Hause! Entlasse dich sofort auf eigene Verantwortung! Wenn etwas reißt oder blockiert, kannst du immernoch zurück ins Krankenhaus. Und dann Selbstbestimmt und überlegt in ein Krankenhaus deiner Wahl!
    Aber ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Ich predige ja immer: Bist du ein Mal in der Maschinerie Krankenhaus gefangen, gibt es kaum Möglichkeiten ihr wieder zu entkommen. Es tut mir wahnsinnig weh, wenn ich daran denke, wie positiv du versucht hast durch die zweite Geburt deines Kindes das Geburtstraum des ersten in positive Energie umzuwandeln. Natürlich kann man die Geburt des Bienchens von dem anschließendem Krankenhausaufenthalt trennen, doch ganz losgelöst von einander ist beides nicht.
    Ja, nachher ist man immer schlauer. Manchmal sogar währenddessen. Aber wenn einem jegliche Kontrolle genommen wird, man in einer emotional geprägten Lage ist und es um die Beurteilung von Gesundheitszuständen geht, dann bringt einem diese Schlauheit auch nicht immer weiter. Jetzt kann man das Rädchen drehen und drehen, um herauszufinden an welchen Stellen ein Absprung möglich gewesen wäre, ein Entkommen aus dem Krankenhausablauf, ein Entrinnen vor Respektlosigkeit (insbesondere bezogen auf das „Abrechnungsproblem“, das meines Erachtens einfach durchsichtiger kommunziert werden können. Sollte das Problem tatsächlich bei dem Status Begleitperson liegen, hätte man sich schließlich nach einer Alternative für die U2 umschauen können, die ihr sicherlich ob der Geburtshausgeburt sowieso in der Hinterhand hattet).
    Ich frage mich, was läuft in dieser Gesellschaft falsch? Kreissäle werden geschlossen, schwangere Frauen zu Zwangsübersiedlungen aufs Festland unter Androhung von Klagen gezwungen, Eltern das Mitspracherecht an der Geburt versagt, Hebammen unzureichend vergütet. Wo soll das hinführen? Ich möchte das nicht für meine Tochter. Nein. Niemals. Und für mich wäre das ein Grund noch mal Medizin zu studieren, um die ärztliche Riege der Außerklinischen Geburtshilfe zu stärken.
    In deiner dritten Schwangerschaft werde ich mit dir gerne alle Wenns, Obs, Notfallpläne überdenken, die man auch nur im Entferntesten kreiieren kann – denn unvorbereitet in eine solche Situation wirst du nicht nochmal gehen. Ich reiche dir meine Hand und leihe dir meine Stimme, wenn nötig.
    Ich umarme dich in Gedanken,
    Juli

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    1. Ich danke dir von Herzen für deine liebe und herzensgute Antwort, die mir so gut tut. Ich weis, dass du mich sehr gut verstehen kannst, da du trotz aller guten Vorsätze auch in die Fänge der Krankenhausmaschinerie geraten bist. Sich daraus zu befreien, ist nicht immer so leicht, wie einige zu meinen scheinen. Die eher Angst machende Kommunikation erklärt weniger die realistischen Möglichkeiten, als dass sie den Patienten in eine vorbestimmte Entscheidung zwingt. Das hat für mich nichts mit einem respektvollen Umgang unter mündigen erwachsenen Menschen zu tun. Da wird das Macht- und Fachwissensgefälle zwischen Arzt und Patient bewusst ausgenutzt. Das sollte so nicht sein.

      Ich liebe dich dafür, dass du dich anbietest, mich bei den Vorbereitungen auf meine 3. Geburt zu unterstützen ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤
      Ich würde selbiges auch für dich tun, meine Seelenverwandte!!! Ein Austausch mit dir wäre bestimmt wunderbar.

      Eine ganz dolle und liebevolle Umarmung
      Mother Birth

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  9. Das ist so unbeschreiblich! Wie die Momente unserer größten Schwäche, die Momente in denen wir ausgeliefert und verletzlich sind so hinterhältig ausgenutzt werden von einem System, welches ursprünglich den Zweck hatte uns zu helfen, zu unterstützen und gesund zu machen. Zumindest sollte man meinen, dass dies der eigentliche Zweck und die einzige Daseinsberechtigung eines Krankenhauses und dessen Angestellten ist! Wie fatal wie Wahrheit doch davon abweicht…

    Bei der Krankenkasse gibt es für solche Fälle eine Beschwerdestelle. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich nicht den Eindruck habe, dass dort wirklich viel passiert.

    Ich finds toll und sehr mutig, dass du deine Erfahrungen und deine Gefühle hier mit uns teilst und ich danke dir dafür! Du bist eine tolle starke Frau und Mutter und ich wünsche dir und deinen Lieben das Beste!

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    1. Vielen lieben Dank für deine Worte ❤ Sie erwärmen gerade mein Herz… Ich habe gelernt, dass man seine Stimme erheben muss, damit man gehört wird. Mein Blog ist meine Möglichkeit dazu. Ich habe mir allerdings niemals träumen lassen, dass jemals einer meiner Texte soooooo viel Leser erhalten wird. Ich bin immer noch sprachlos und gerührt.

      Die Krankenkasse hatte ich über die Geschehnisse informiert, nachdem sie mich über meine Zufriedenheit bei meinem Krankenhausaufenthalt befragen wollten. Kam aber nichts mehr zurück…

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  10. Oh. Wie. Krass. Bestätigt mich in meiner Meinung zu Krankenhäusern… ich habe beide Kinder in Geburtshaus gekriegt, übrigens das zweite völlig problemlos zwei Jahre nach dem ersten, obwohl mir das erste einen Dammriss 3. Grades beschert hatte. Mit dem zweiten musste ich ins KKH als er drei Monate alt wsr. Da habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht…

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    1. Das dein Dammriss 3. Grades keinerlei Probleme bereitet hat, macht mir gerade echt Mut. Danke, dass du mir davon berichtet hast. ❤
      Ich habe zwar auch schon darauf vertraut, dass die Natur nicht so rumfuscht, aber eine konkrete Geschichte zu hören, wie bei dir, ist eben doch war anderes 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  11. 😦 ich bin erschüttert… es kommt selten vor, dass ich mal sprachlos bin und heute bin ich es. Ich bin zufällig und über vier Ecken auf diesem Blog gelandet und hab mich mal ein wenig umgesehen. Es ist wunderschön hier 🙂 ❤ …von diesem Beitrag einmal abgesehen und nein, leider ist das kein Einzelfall. Ich habe etwas vergleichbares nach der Geburt meiner Tochter erlebt. Allerdings genau anders herum, als Begleitperson meiner Tochter, die einen Tag nach der regulären Entlassung ins Kinderkrankenhaus eingewiesen wurde mit einem Bilirubinwert von 25,6 am 3. Lebenstag o.O Was ich und wir dort dann erlebt haben, hat tiefe Spuren hinterlassen…
    Es scheint ein System zu sein und mir scheint, dass die Problematik kontinuierlich schlimmer wird, insbesondere, seit es für Krankenhäuser nötig ist, wirtschaftlich zu agieren! Wenn ich schon Krankenhausfirmierungen sehe wie GmbH oder gar AG (!!!!!), kann man sich denken, warum hier sovieles im Argen liegt und ich fürchte, dass das nicht besser werden wird sondern wir in absehbarer Zeit amerikanische Verhältnisse haben werden, wo nur der gut behandelt wird, der auch gutes Geld abwirft (von welcher Stelle ist ja erstmal egal..)

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  12. „Krass!“- Das war mein erster Gedanke beim Lesen!! Unglaublich, wie man in einer doch schon an und für sich delikaten Situation derartig entwürdigend behandelt werden kann!! Ich bin echt verärgert mit Dir, die sowas miterleben musste! Und mitten drin noch ein kleines, wehrloses Neugeborenes, dem die Basispflege verweigert wird! Unfassbar! Wir hatten gestern auch mal wieder einen KH-Aufenthalt und ich bin noch immer wütend, was da abgelaufen ist und wollte darüber auch meinen Dampf ablassen und das bald auf meinem Blog tun. Bei uns hier in Italien gibt es ein sogenanntes „Krankengericht“, wo Beschwerden oder Feedbacks von Pazienten entgegen genommen werden. Gibt es sowas in Deutschland auch? Denn ich persönlich finde, dass solche Vorkommnisse nicht unter den Teppich gekehrt sondern präsent gemacht werden müssen. Viele Grüsse und nochmal mein tiefstes Verständnis! Wir kennen absurde Situationen und Verhaltensweisen seitens mancher Ärzte und vor allem Krankenschwestern auch nur allzu gut- leider!

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  13. Es tut mir Leid das du so etwas direkt nach der Geburt erleben musstest!Schrecklich wie einem eine Hausgeburt,das gemütliche Nest und die erste Bindung zum Kind von den Kliniken kaputt gemacht werden kann. Wir haben ähnliches erlebt.Nur das das Geld über einen angeblichen Herzfehler beim Kind, der sich zum Glück als nichtig herausstellte und dann einfach in eine gravierende (nicht vorhandene) Neugeborenengelbsucht gewandelt wurde gemacht wurde. Inklusive sofortiger Verlegung des Kindes auf die It`s – mit dem ganzen Programm drum …alles ohne unsere Zustimmung oder Unterschriften.Und immer mit dem Hinweis, das unser Kind schwer behindert wird, wenn nicht jetzt gehandelt wird.
    Nach vielen quälenden Stunden haben wir uns selber entlassen, verletzt ,gedemütigt, erschüttert in dem Vertrauen das unsere Kind gesund und richtig ist wie es ist und um ein Wochenbett, das sehr schön hätte sein können beraubt. Und warum? Wegen nichts, gar nichts- alle medizinischen Daten die uns dargelegt wurden, stellten sich als haltlos heraus. Nicht einmal eine ansatzweise Gelbsucht war vorhanden, nichts. Ein Kerngesundes Kind, erschöpft vom Ärztemarathon und der fehlenden Zeit zum trinken an der Brust.
    Ein Zimmer habe ich auch nicht bekommen, da ich ja nicht krank sei. Nach langem Bitten, gab es wenigstens einen Stuhl zum stillen.Trinken, Betreuung oder Aufklärung – Fehlanzeige!Wir hatten Glück, dass unsere Kind gesund war- wie geht es Eltern wo wirklich eine Krankheit vorliegt und die so im Stich gelassen und schuldig gemacht werden?
    Ich bin tief entsetzt wie Menschen die jeden Tag mit anderen Menschen, mit schwer kranken Kindern, die jeden Tag Geburten betreuen so mit einem neuen Leben und einer neuen Familie umgehen können.Ich weiß das täglich viele Menschen viel schrecklicheres Erleben und doch wünsche ich keiner Familie das der Anfang des Gemeinsamen Lebens manipuliert wird nur um Geld zu machen.

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    1. Eine ganz furchtbare Geschichte, die du da erleben musstest. Es tut mir unendlich leid für dich und deinen Mann. Ich kann mir nur in Ansätzen vorstellen, welche Ängste Ihr ausstehen musstet und wie hilflos ihr euch gefühlt habt. Wenn man dann noch feststellen muss, dass man von vorne bis hinten belogen wurde, ist man gedemütigt.
      Warum passiert das immer wieder? Auf meinen Text haben sich jetzt so viele Frauen und Familien gemeldet, die ähnliches erleben mussten, dass es deutlich wird: mein Fall ist kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für das Fehlverhalten von Ärzten, Krankenschwestern, Hebammen, Kliniken und Krankenkassen. Sie alle tragen dazu bei, dass Familien in ihren schönsten Stunden solche Ungerechtigkeiten erfahren müssen.

      Wir müssen wieder mehr Achtung vor der Würde des Menschen bekommen – insbesondere vor, während und nach der Geburt! Diese sensible Zeit bedarf einem besonderen Schutz.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  14. Ich bin fassungslos über deinen Beitrag und so manche Kommentare hier.
    So krass, was in deutschen krankenhäusern abgeht. Obwohl ich sehr tolle Krankenhausgeburten hatte, kenne ich die Geldmacherei dennoch – beide Male erfanden Ärzte Gründe, warum ich nicht ambulant nach der Geburt gehen sollte.
    Hab mich dann auf eigene Verantwortung entlassen.

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  15. So etwas sollte in jedem Fall erzählt werden. Auch wenn du keine Namen nennen magst, können so zumindest werdende Mütter in deiner Gegend privat mal anfragen, wo das passiert ist, um diese unsägliche Klinik zu meiden.

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    1. Mir ging es nicht nur um meinen konkreten Fall, sondern ich wollte allgemein auf die Problematik der Abrechnung von Leistungen in unserem Gesundheitswesen hinweisen. Da läuft was in eine völlig falsche Richtung! Darauf MUSS hingewiesen werden.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Ja, das ist auch gut und wichtig und leider ja kein Einzelfall. Trotzdem sollte es möglich sein, konkrete Konsequenzen auch für andere möglich zu machen.
        Bei mir hatten übrigens die Hebammen/Ärztinnen im KH nichts an der Plazenta auszusetzen und trotzdem stellte sich später raus, dass noch was drin war und eine Ausschabung nötig war. Schon zynisch, dass du und deine vorsorgliche Hebamme dafür bestraft werdet, sichergehen zu wollen und dann war nix.
        Zum Glück ging das bei mir ambulant und sehr schnell vonstatten, und die Blutungen hörten dann sehr schnell auf. Im Nachhinein habe ich dann von meiner Mutter erfahren, dass sowohl sie als auch meine Großmutter Probleme beim Ablösen der Plazenta hatten.

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  16. Unglaublich… Es tut mir wahnsinnig Leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Und andererseits bin ich froh, dass meine Hausgeburt komplikationslos verlief und ich nicht vorher, während oder danach ins kh musste.
    Ich wünsche dir und der kleinen süßen Maus alles nur erdenklich Gute!!!

    Liebe grüsse
    Kathrin

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    1. Danke für dein Mitgefühl! ❤
      Ich hoffe auch, dass bei Kind 3 das KH vermieden werden kann! 😉 Ich bin schließlich steigerungsfähig:
      Kind1: Krankenhaus mit Not-Sectio, Kinderintensiv und schweren Trauma
      Kind2: Geburtshaus mit anschließenden KH, aber die Geburt war großartig ❤
      Kind3: wenn es sich auf den Weg macht, dann wird es eine Hausgeburt!

      Alle guten Dinge sind schließlich 3 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Hallo Mother Birth,

        unsere große war auch eine Sectio.
        Die zweite eine Hebammenhaus Geburt mit Verlegung ins KH, da hoher Labienriss ( genäht im HH und nochmals im Klinikum).
        Vieles was du geschrieben hast hab ich auch erleben dürfen.
        Ich habe mich damals beschwert bei den Patientenführsprechern des Klinikums.
        Unser drittes Kind kam in einer geplanten Hausgeburt zur Welt.

        Alles gute euch, vor allem noch eine schöne Kugelzeit und eine richtig tolle Geburt 💐😃

        Grüße Carina

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  17. So ähnlich erging es mir auch. Wurde 3 Tage nach Kaiserschnitt entlassen, da der Platz auf der Station gebraucht wurde. 3 Wochen später musste ich dort wegen eines infizierten Hämatoms in der Bauchdecke (gestörte Blutgerinnung aufgrund einer Gestose) wieder aufgenommen werden. Mein Kleiner durfte bei mir bleiben, war aber auch nur Begleitperson, obwohl er in dem Krankenhaus geboren wurde! Ich wurde in einem Zimmer in der Grösse eines Abstellraumes untergebracht, Ausstattung für den Kleinen gab es nicht (musste sofar meine eigene Milchpumpe mitbringen, obwohl mehrere vorhanden waren) obwohl die Schwestern oft mit ihm redeten wenn sie ins Zimmer kamen. Er war stark erkältet – nen Rat bekam ich nicht!
    Einzig und allein die Oberärztin beschäftigte sich am Entlassungstag mit „uns“, und nach einem intensiven Gespräch über unsere Stillprobleme (die bis dahin niemanden interessierten) trennte sie dem Kleinen das Zungenbändchen durch – ohne es ab zu rechnen…..
    Ich war danach wieder so froh zu Hause zu sein, auch wenn ich dort mit den Kindern wirklich alleine war…..

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  18. Ich habe selber genug Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht, leider kann ich das nachvollziehen und finde es unfassbar. Bei der Geburt meiner Großen war ich noch privat versichert, aber ohne Chefarztbehandlung, das kostete nur extra Beiträge und war mir egal. Ich sollte aber bei jeder Behandlung im KH (es gab zwei/drei Situationen wo wir am WE zur Kontrolle dort waren) einen Wisch unterschreiben für die Abrechnung. Als ich schon 12 Tage über Termin war, war ich zur Kontrolle wieder dort (an einem Freitag). Die Hebamme war verzweifelt, weil sie nicht wusste wie sie das abrechnen soll, wenn der Chefarzt mich untersucht (der Dienst hatte), ich aber keine Chefarztbehandlung habe und den Wisch nicht unterschreibe, das extra zu zahlen. Zwei Tage später (Sonntag) fuhren wir ins KH, mit geplatzer Fruchtblase und ich wurde begrüßt mit: Sie schon wieder, ich weiß doch immer noch nicht wie ich das abrechnen soll und in der Verwaltung ist am WE keiner!!! Als es dann mitten in der Nacht auf einen ungeplanten Kaiserschnitt hinauslief hielt man mir ein Formular hin zum unterschreiben, ich musste ja dem Kaiserschnitt schriftlich zustimmen (da ich ziemlich schwach war nach 8 Stunden Wehen hat mein Mann unterschreiben und ich nur einen Kringel gemacht zur Vollständigkeit). Ein paar Wochen nach der Geburt erhielt ich die Chefarztrechnung über 1600 Euro. Als ich sagte ich hätte dem nicht zugestimmt erhielt ich eine Kopie der Zustimmung. Mit der Unterschrift meines Mannes und meinem Kringel, die wir VOR dem Kaiserschnitt getätigt hatte…ich hatte also gar nicht dem Kaiserschnitt zugestimmt, sondern eine pfiffige Hebamme hatte mir die Zustimmung für die Abrechnung hingehalten. Hätten Sie die Rechnung nicht storniert, hätte ich das Krankenhaus verklagt. Und das war nur der Anfang, ich kam nach dem KS in einen Raum zum Erholen/wach werden nach der OP, für etwa 4 Stunden. Als ich dann auf mein Zimmer kam war mein Kind gewaschen, angezogen und hatte schon TEE bekommen weil sie so geweint hatte auf dem Arm von meinem Mann!!! Und ich hatte unfreundliche Hebammen auf der Wochenstation die mir nachts mein Kind weggenommen haben weil ich zu oft geklingelt habe, trotz 24h-Room In („sie können doch nix alleine wegen dem Kaiserschnitt und ich kann nicht dauernd kommen wenn sie klingeln, ich nehm‘ die Kleine jetzt mit und bring sie wieder wenn sie Hunger hat“…und damit schob sie mein Kind im Bettchen raus und ließ mich alleine). Beim ersten Kind ist man einfach nur unsicher und hilflos…und es ist furchtbar, dass die Schwestern und Ärzte einem auch noch das Gefühl geben total ausgeliefert zu sein… und unfähig.

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      1. Ist schon ein paar Jahre her, ich habe es damals unter Vorbehalt gezahlt, weil ich keine weiteren Mahnungen mehr bekommen wollte während der schriftliche Austausch mit dem KH stattfand. Habe auf eine Kopie meiner „Krankenakte“ inklusive Geburtsbericht bestanden und dann gedroht zum Anwalt zu gehen. Habe das Geld anstandslos zurückbekommen mit einer halbherzigen „Entschuldigung“ des Krankenhauses für die Umstände bzw. Missverständnisse.

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    1. Unglaublich wie vielen Frauen Unrecht vor, während und nach der Geburt angetan wird. Wenn ich deine Geschichte lese, kann ich nur mit dem Kopf schütteln…. Es tut mir unendlich leid, was dir widerfahren ist. Das sollte keine Mutter erleben. Deshalb ist es wichtig, dass du darüber sprichst. Die Öffentlichkeit muss erkennen, dass wir keine traurigen Einzelfälle sind, sondern das System krankt!
      Danke, dass du deine Geschichte mit mir geteilt hast ❤

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  19. Mir fehlen echt die Worte. Es ist wirklich unlaublich. Aber vielleicht sind solche Erfahrungen auch wichtig, weil man so diese Missstände offenlegen kann. (Ich musste manchmal übrigens auch lachen, du hast den Beitrag wirklich wunderbar geschrieben). Eins ist sicher: DAS wird die kein zweites Mal passieren. Seit ich auch einiges erlebt habe, bin ich auch nicht mehr so ehrfürchtig vor Ärzten. Menschen sind in ihren Augen oft nur Zahlen. ABER: Zum Glück gibt es auch wunderbare, hervorragende und (zwischen)menschlich kompetente Ärzte, denen ich viel zu verdanken habe. Die sind aber leider nur rar gesät. Danke, dass du das öffentlich gemacht hast. Das ist ungeheuer wichtig, nur so kann sich etwas ändern.
    Alles Liebe!

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    1. Da hast du absolut Recht: DAS wird mir so nicht noch ein zweites Mal passieren! Definitiv nicht!
      Ich wollte diesen Text unbedingt schreiben, da ich dieses System anprangern wollte, in dem nur noch Fallpauschalen geschaut wird und die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Der Mensch ist keine Ware und sollte auch nicht so behandelt werden.

      Liebe Grüße und danke für deine lieben Worte
      Mother Birth

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  20. Ich würde das an die Presse geben und die Klinik darin namentlich nennen. Wer meint, solche Grabenkämpfe auf dem Rücken von Patienten austragen zu können, verdient die öffentliche Zur Schaustellung seines Versagens.

    Mir tut furchtbar Leid, was dir passiert ist. Das muss schrecklich für dich gewesen sein.

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    1. Danke für dein Mitgefühl ❤ !!! Ist aber bei weitem nicht das Schlimmste, was mir in einem KH angetan wurde (siehe meine anderen Blogtexte … 😦 )…
      Ich scheue mich damit zur Presse zu gehen, da ich befürchte, dass ein KH, dass so seine Patienten behandelt, auch nicht davor zurückschreckt dich mit allen Mitteln ruhig zu stellen… Ich habe zur Zeit vermutlich nicht die Kraft dazu, dies durchzustehen. :-/
      Aber es ist schon mal ein Anfang, diese Geschichte auf einem Blog der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Nur Mut!!! Wenn jeder so denkt, den so etas angetan wurde… dann kommen die immer weider damit durch. Setz dich mit dem Geburtshaus zusammen und deiner Frauenärztin, frag auch bei deiner Krankenkasse an, den die sollten ja schön bezahlen! Tu dumm und hinterfrage ob es normal ist wegen Nichtigkeiten da gehalten zu werden, gegen den Willen.

        Es kann nicht sein, dass ein Kh einen Patienten SO behandelt! Auch das deine hebamme weggeschickt wurde. usw. Lass es bitte nicht drauf beruhen! Vielleicht wird so eine Hetzjagt auch anderen frauen angetan =( Wir haben das recht zu wählen wo wir entbinden, das hat gefälligst hingenommen zu werden. Und egal woher ein patient kommt, behandelt werden. Selbst im Einzelhandel ist der Kunde könig, egal wie viel geld er in der tasche hat… Arg mich regt das so auf, was die passierte. ich bin so fassungslos.

        Ich habe mich auch selber entlassen, weil ich kein bock mehr hatte nur wegen antibiotika da zu bleiben, die konnte ich auch daheim nehmen und bin nach der u2 geflüchtet. „auf eigenen wunsch und eigener gefahr“
        KH nie wieder!

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  21. Ich wurde 2 Monate nach der Geburt meiner Tochter mit einem Nierenstein ins KH eingeliefert. Zuerst waren sie etwas irritiert, weil ich sagte, mein Baby bleibt bei mir. Ich wollte keinesfalls abstillen. Ich drohte, dass ich dann in ein anderes KH zu gehen und siehe da, wir bekamen ein Zimmer auf der Wöchnerinnenstation! Meine Tochter war auch kein Patientin, aber die Schwestern waren sehr lieb. Meinen Sohn hab ich später auch dort entbunden.
    ABER unfassbar was dir passiert ist! Wie kann man sich so menschenverachtend verhalten. Gerade in einem Krankenhaus!!!!

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    1. Meine Menschenwürde scheint immer in einen KH antastbar zu sein. Warum? Keine Ahnung, aber ich bin bestimmt kein Einzelfall und ich habe keine Lust mehr zu schweigen! Ich möchte meinen Blog nutzen, um an meinem Beispiel auf solche eklatanten Missstände aufmerksam zu machen!
      Es freut mich, dass du andere Erfahrungen machen durftest ❤

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  22. Kranke Welt – kann ich immer wieder wiederholen! Nichts ist mehr wert als das Geld.

    EinemNEUGEBORENEN wird nicht geholfen?! Das kommt nicht in meinen Kopf rein, bin total sprachlos! Keine Windeln, .. stell dir mal vor, du hättest nicht gestillt!!! Bin total wütend auf solche ‚Menschen‘.

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    1. Geld regiert die Welt… Was soll ich sagen? Ich bin ebenso fassungslos, dass so etwas tatsächlich passiert – mitten in Deutschland! Und ich bin bestimmt nicht allein mit meinen Erfahrungen. Und das macht mich noch viel mehr wütend!

      Danke für deine Worte
      Mother Birth

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