Geburt

#positiveGeburtskultur – Visionen brauchen eine Stimme

Positive Geburtserlebnisse – ein Paradoxon?

Eine Frage drängt sich mir immer wieder auf: Wie positiv darf ich mein zweites Geburtserlebnis in der Öffentlichkeit darstellen, ohne sofort anzuecken? Bin ich verrückt, wenn die diesen eigentlich natürlichen Vorgang des Gebärens, eben NICHT als ein einziges risikobehaftetes, negatives Ereignis betrachten will? Bin ich damit alleine? Manchmal kommt es mir so vor – einsam in einer Masse von Müttern und auch Großmüttern, die meine positiven Erlebnisse nicht hören wollen. Ich stoße auf eine Mauer der Ablehnung – undurchdringlich. Vehement werden meine Schilderungen im Keim erstickt, mit Aussagen wie diesen:

  • „Da hattest du einfach Glück gehabt…, aber bei mir…“
  • „Da hast du das Schicksal aber auf die Probe gestellt…Aus meiner Erfahrung unverantwortlich …“
  • „Naja, du …, aber ich …“
  • „Das kann ich mir nicht vorstellen… Bei mir…“
  • „Sei froh, aber schüre jetzt bitte keine falschen Erwartungen bei anderen. Also bei mir…“
  • „Naja, das ist aber nun wirklich nicht die Regel!“

Die Reaktionen machen eins sehr deutlich: für viele Frauen ist es offensichtlich schwer zu akzeptieren, wenn die Geburtserfahrung einer anderen Frau, stark von der eigenen abweicht, insbesondere wenn die eigene als negativ oder gar traumatisch bewertet wird. Es werden sofort Vergleiche angestellt zwischen meinen Erzählungen und dem eigenen Erleben. Warum immer diese Vergleiche?

Ich werde den Eindruck nicht los, dass ein positives Geburtserlebnis ein Schattendasein zu führen hat. Es ist ein Tabuthema. Aber warum? Online sowie offline sind die negativen Berichte übermächtig. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Geburt schlimm, schmerzhaft und traumatisch sein MUSS. Ein Naturgesetz – unabänderlich, dem man sich als Frau zu fügen hat. Bin ich also ein Freak – die absolute Ausnahme, die einfach zufällig Glück hatte, deren Geschichte aber niemals die Regel werden kann? {Zum Thema „Freak-Sein“ hat sich Tanja von HerzBauchWerk in ihren Text „Warnung vor dem freilaufenden Geburtsfreak…“ Gedanken gemacht – unbedingt lesenswert!} Ich will nicht akzeptieren, dass die Gesellschaft mich zum Außenseiter macht! Nicht bei diesem Thema. Ich glaube an eine #positiveGeburtskultur – es ist meine persönliche Vision für die Zukunft

Solidarität, eine Selbstverständlichkeit

Negative Geburtsberichte erzeugen bei Lesern und Zuhörern eine tiefe Solidarität – auch bei mir. Ich kann den Schmerz nachempfinden, die Enttäuschung spüren und die Fassungslosigkeit über Gewalt und Bevormundung mehr als nachvollziehen. Eine negative Geburtserfahrung gehört auch zu meiner Biographie. Das möchte ich weder verschweigen, noch unter den Teppich kehren. Die negativen Berichte sind der eine Teil der Medaille: sie geben den betroffenen Frauen die Möglichkeit sich auszudrücken, ihr Erlebtes mit anderen zu teilen. Es ist ein wichtiger Bestandteil ihres Verarbeitungsprozesses. Zudem dienen sie als Informationsquelle für andere betroffene Frauen, denen dadurch gewahr wird, dass sie nicht allein sind. Das ist sehr wichtig und heilsam für beide – sie profitieren von einander. Außerdem wird die Öffentlichkeit durch solche Berichte für die Probleme in der heutigen Geburtshilfe sensibilisiert. Es ist unglaublich wichtig, dass darüber gesprochen wird und dass es nicht totgeschwiegen wird. Davon bin ich aus tiefen Herzen überzeugt.

Empörung über die „Abweichung von der Norm“

Aber ich glaube andererseits auch daran, dass die positiven Geburtsberichte ebenso ihre Daseinsberechtigung haben sollten. Sie sind die andere Seite der Medaille. Beide sollten gleichberechtigt nebeneinander existieren können – ohne Vergleiche, Unterstellungen oder Abwertungen! Sie schließen sich gegenseitig doch nicht aus! Sie bilden zusammen erst die Komplexität der Geburtsrealität ab. Wenn aber positive Geburtsberichte gesellschaftlich sanktioniert, geächtet oder als abnorm dargestellt werden, dann gibt es eine gefilterte Weitergabe von Informationen. Es entsteht ein Missverhältnis – ein Ungleichgewicht, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Frauen schweigen über positive Geburtserlebnisse, trauen sich nicht darüber zu berichten, glauben „so etwas“ wäre es nicht wert, erzählt zu werden…

„Als das brasilianische Model Gisele Bündchen in einem Interview von der traumhaft schönen, nahezu schmerzlosen Geburt ihres ersten Kindes in der heimischen Badewanne berichtete, brach im Internet ein Sturm der Empörung los. Viele Mütter empfanden ihre Aussagen als extrem unsolidarisch und unwahr. Es gehöre sich nicht, eine Geburt positiv zu beschreiben….“*

* Quelle: Kopf, Alexandra: Traumgeburt Gelassenheit, Entspannung und Schmerzkontrolle durch Selbsthypnose, Heidelberg 2015, 1.Aufl., S.33

Grabenkämpfe – unnötig und sinnlos, wie ich finde

Negative Geburten führen also zu Solidarität und Mitgefühl – und positive? Zu Empörung? Ist man als Frau automatisch unsolidarisch zu anderen Frauen, wenn man von der eigenen schönen Geburtserfahrung berichtet? Ist dieser Vorwurf fair? Warum findet nur eine Solidarisierung auf der Ebene des Leidens statt und nicht auf der, der Freude? Warum scheint es eine so unüberbrückbare Schneise – ja einen Graben – zwischen den Frauen zu geben, die negative Geburtserfahrungen gemacht haben und denen, die positive Geburten erleben durften? Und was ist mit mir? Ich habe beide Seiten der Medaille kennengelernt – beide vielleicht sogar in ihrer extremsten Form (Stichwort: traumatische, gewaltsame Geburt vs. schmerzfreie, lustvolle Geburt). Ich möchte über mein positives Geburtserlebnis nicht schweigen müssen – es gehört zu meiner Biographie -. Auch die Positiven Berichte sind wichtig! Sie sollten als Ausblick, als Möglichkeit, als Hoffnungsschimmer, als Mutmacher, als Vision, als Denkanstoß verstanden werden, aber definitiv nicht als MUSS oder GARANTIE für etwas! Und schon gar nicht als eine Art perfider Wettkampf über die Wertigkeit unterschiedlicher Geburtserlebnisse. Damit tun wir uns keinen Gefallen – Grabenkämpfe nützen niemanden. Es gibt nur Opfer auf beiden Seiten und letztlich keine Gewinner. Positive Berichte vervollständigen das Bild von möglichen Geburtserlebnissen und sind deshalb sinnvoll und wichtig. Es gibt immer beide Seiten der Medaille, negiert man eine – egal welche – führt das zu einer einseitigen Sichtweise, die ich nicht gut heißen kann.

Die Geschichte der anderen

Sie sind prägend für unsere eigene Vorstellungswelt der Geburt. Ich kenne das aus eigner Erfahrung. Mein Wissen über Geburt beruhte, bevor ich selbst Mutter wurde, alleinig auf – hauptsächlich negativen – Erzählungen anderer Frauen. Alle Schwangere bekommen von vielen Seiten gut gemeinte Ratschläge und Erlebnisberichte. Selten handelt es sich bei diesen aber um positive Erzählungen, die Mut machen und von den Möglichkeiten berichten, selbstbestimmt zu gebären. Sie schüren eher eine diffuse Angst vor dem Unbekannten, gerade bei Erstgebärenden, die noch über keine eigenen Geburtserfahrungen verfügen. Gerade für sie wäre es wichtig sich mit einer #positivenGeburtskultur zu umgeben. Dies ist die andere Seite der Medaille: negative Berichte können bei der Verarbeitung schlimmer Geburtserfahrungen helfen – positive Berichte dagegen bieten die Möglichkeit sich angstfrei und selbstbestimmt auf eine Geburt vorzubereiten. Deshalb empfinde ich es als so wichtig, dass wir zu dem Punkt gelangen, an dem positive Geburtsberichte keine Empörung mehr auslösen oder gar als unsolidarisch und unwahr bezichtigt werden!

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Ich möchte etwas ändern, einen Denkanstoß geben mit meiner Vision einer #positivenGeburtskultur ❤

Meine Vision einer #positivenGeburtskultur

Vielleicht kann und mag nicht jeder meinen Wunsch nach einer #positivenGeburtskultur verstehen oder teilen. Ich wünsche mir aber, dass er Respekt erfährt. Ich möchte meiner Vision eine Stimme geben und mit ihr die andere Seite der Medaille aus ihrem Schattendasein befreien. Auch wenn ich mit meiner Vision von einer #positivenGeburtskultur Empörung hervorrufen sollte, halte ich daran fest, weil ich an folgenden Satz vom ganzen Herzen glaube:

Kann es falsch sein, sich für etwas POSITIVES einzusetzen und stark zu machen? NEIN!

Ich habe diesen Text geschrieben mit der Vision von einer #positivenGeburtskultur im Herzen, ohne unnötige Interventionen, mit ganz viel guter Hoffnung und dem Glauben an die Gebärfähigkeit der Frau. Ich würde mich freuen, wenn ihr meine Vision teilt

Auch die liebe Sanne von Meine Traumgeburt hat kürzlich mehrere Beiträge zum Thema #positiveGeburtskultur geschrieben. Klickt auch hier -> „#positiveGeburtskultur – Die perfekte Geburt“ ; „#positiveGeburtskultur – Der Sinn des Geburtsschmerzes“ „#positiveGeburtskultur – Selbstbestimmung“ gerne mal rein. Sehr lesenswerte Artikel.

*EURE MOTHER BIRTH*

Quelle: Kopf, Alexandra: Traumgeburt Gelassenheit, Entspannung und Schmerzkontrolle durch Selbsthypnose, Heidelberg 2015, 1.Aufl., S.33; 55

#Geburtsbericht #positiv #negativ #Geburt #positiveGeburtskultur #Vision #Empörung #Solidarität #Grabenkämpfe

 

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18 thoughts on “#positiveGeburtskultur – Visionen brauchen eine Stimme”

  1. Glaube es liegt viel daran dass die Ärzte (und deren Umfeld und Methoden) in ein glorifiziertes Licht/ auf ein Podest gestellt werden. Und da kommt natürlich niemand auf die Idee das negative Geburtserlebnis dieser Maschinerie in die Schuhe zu schieben. Die Götter in Weiß wollen doch immer nur unser Bestes, da kanns doch nicht möglich sein, dass ihre Methoden sowas schreckliches wie eine schmerzhafte Geburt verursachen können 😡.
    Gerade wenn man jemand ist der unter Zwängen nicht mehr gut Arbeitet/Funktioniert sollte man sich möglichst nicht in dieses zwanghafte einschränkende System begeben, sondern nur allein auf seinen Bauch hören. Der weis einfach besser Bescheid als ein dritter der einem nur vor den Kopf gucken kann, was gerade nötig ist.
    Wir sollten die moderne Medizin dafür einsetzen einzuschätzen ob eine normale physiologische Geburt möglich ist und dann die Frau nur noch dabei unterstützen ihren Weg darin zu finden und das funktioniert wie du ja selbst erlebt hast nicht mit dauer CTG, standardmäßige Zugänge, Stillhalten, künstliches Blasensprengen, Ratespielchen, aufforderungen zum Pressen und allem was in der Eskalationsspirale sich daraus ergibt.
    Ich wurde regelrecht verlacht als ich ins Krankenhaus kam und meine Meinung von einer natürlichen physiologischen Geburt kundgetan habe (eben wie ich die Geburten bei Pferd und Rind bisher miterlebt habe, die brauchen ja schließlich auch keinen Geburtsvorbereitungskurs und denen erzählt auch niemand wie sie Atmen sollen) und damit nahm das Drama seinen Lauf.

    Ich freu mich übrigends über jeden positiven Geburtsbericht, gerade auch von den danebensitzenden Männern die anderen Männern mutmachen, welche dann wiederum positive Energie den Gebährenden zukommen lassen können.
    Wir brauchen definitv positive Geburtsberichte vorallem für die ganzen Schwangeren denen es nur nützen kann sich emotional in die richtige Verfassung zu bringen.

    LG
    Sandra

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    1. Der Glaube an die „Götter in Weiß“ ist immer noch immens. Bei Krankheiten mitunter berechtigt, aber nicht bei einem natürlichen Vorgang wie der Geburt. Dort muss das Zepter unbedingt wieder in die Hände der gebärenden Frauen!!! Ihnen wohnt ein ureigenes Wissen über die Vorgänge bei der Geburt inne – sie wissen instinktiv wie eine physiologische Geburt ablaufen muss. Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren dürfen: einmal wurde ich entbunden und einmal habe ich geboren. Ich wusste, was ich tun musste, folgte einem inneren Plan. Alle Frauen verfügen darüber, nur trauen sich die wenigsten zu ihm zu folgen, da ihnen schon in der Schwangerschaft vermittelt wird, dass nur Ärzte und Hebammen das nötige Wissen über eine Geburt haben. Das stimmt aber nicht. Jede Frau hat das, von Geburt an. Wir müssen nur wieder lernen es zu nutzen, für uns, für unsere Kinder, für eine physiologische Geburt.
      Frauen, die auf dieses Wissen zugreifen kann, ist besser „informiert“ über die Vorgänge in ihrem Körper, als jeder außenstehende Arzt mit seiner Technik 😉 …

      Auch Männer müssen positive Berichte lesen – unbedingt. Sie müssen ihren Frauen wieder Vertrauen schenken können – an ihre Gebärfähigkeit glauben können! das ist ungemein wichtig. Wie soll eine Frau sich selbst vertrauen können, wenn ich engste Vertrauensperson – der Mann – eher dem Mediziner mit seiner doch so präzisen Technik glaubt? das ist ein ganz wichtiger Eckstein!!! Ich selbst könnte mir erst vollständig vertrauen, als ich sah, dass mein Mann es auch tat. Das wird vielfach völlig unterschätzt.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Ich gehöre zu den Frauen, die „Glück“ hatten. Ich hatte 3 wunderbare Hausgeburten und manchmal habe ich auch das Gefühl ich müsste mich dafür schämen. Man hört Antworten wie: „Da hast du aber Glück gehabt! Meine Tochter wäre gestorben, wenn ich nicht im Krankenhaus gewesen wäre!“ Oder ähnliches. Dabei stellt sich oft heraus, dass schon im Vorfeld in der Schwangerschaft etwas nicht in Ordnung war. Das ist ja eine ganz andere Ausgangssituation. Und obwohl, oder gerade weil ich die Geburten so schön erleben durfte, finde ich es erschütternd, wenn ich negative Geburtsberichte höre. Ich bin sehr froh und dankbar, dass mir das erspart geblieben ist. Denn unter den Geburten spürte auch ich, wie verletzlich man in dieser Situation ist. Wie sensibel und sozusagen „fremd“ gesteuert von den Abläufen der Natur. Wenn da von Außen gewaltsam eingegriffen wird….es hätte mich auch traumarisiert! Höre ich dann negative Berichte und möchte darauf hinweisen, dass es beim nächsten Mal anders laufen könnte, wird das auch oft abgetan. Das Vertrauen in den eigenen Körper ist leider bei vielen Frauen nicht da. Der Hebammenmangel und damit verbundene stramme Zeitplan macht die Betreuung sehr löchrig und damit geraten Hebammen in die Kritik, weil sie eine Geburt nicht so betreuen konnten, wie sie es eigentlich wollten. Und schon vertrauen Frauen, die sich nicht gut aufgehoben fühlten den Hebammen auch nicht mehr. Das ist ein fieser Kreislauf. Ich hoffe wir können das Blatt nochmal wenden. Für unsere Töchter.

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    1. Ja, das Argument mit dem KH und Sterben kenn ich nur zu gut – leider auch in dem netten Kontext, dass man mich fragte:
      „Und, was machst du wenn die zweite Geburt wieder nicht funktioniert und du nicht im KH bist? Deinen Sohn konnten sie ja damals retten im OP, aber jetzt: da stirbt dein Kind und du wirst nie wieder glücklich! dafür würde ich mich nicht verantwortlich machen…“
      Das sind Wahnsinnsaussagen, die man machmal hört… Warum sollen zwei Geburten genau identisch laufen? Davon mal ganz abgesehen wollte keiner meine Erklärung hören, warum ICH der Meinung war, dass eine Interventionsspirale zur Sectio bei Kind 1 geführt hatte. ICH bin ja nur Laie … Das ein grundlegendes Wissen über das Gebären jeder Frau inne wohnt? Absolut esoterisch!!! (Meinung der anderen)

      Ich finde es wunderbar, dass du 3 stärkende und schöne Geburten erleben konntest. Erzähl es immer wieder, denn eine #positiveGeburtskultur braucht viele Stimmen! Von Frauen, die berichten können, wie wunderbar Geburten sein können, die das mediale verzerrte Bild korrigieren und erweitern, die tradierte Ängste, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden, über winden. Sei so eine Frau, bitte ❤

      Das Vertrauen in den eigenen Körper wird Frauen leider schon in der Schwangerschaft ausgetrieben, weil Ärzte ihnen weniger vertrauen schenken als ihrer Technik, die aber fehlerbehaftet ist – schon allein aus der Interpretationssache der abgeleiteten Werte heraus. Mediziner brauchen immer handfeste Beweise… wann werden wir endlich begreifen, dass allein die gebärende Frau Sicherheit gibt, indem man ihr eine normale physiologische Geburt ermöglicht. Die Evolution hat es so vorgesehen, sonst wären wir jetzt nicht hier, sondern längst ausgestorben.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  3. Oh meine Lieben, der Text von dir Motherbirth erinnert mich an das leidige Frauenthema: diese Stutenbissigkeit, diese Missgunst ersteinmal, wenn man die Frau gegenüber nicht versteht, oder das Gefühl hat, die hat etwas besseres oder ist stärker. Das zieht sich doch durch das ganze Frausein durch. Es wird endlich zeit, dass wir Frauen nicht mehr gegeneinander kämpfen sondern uns pushen, unsere Weiblichkeit als etwas starkes sehen, anfangen zu networken. Männer sind im networken hervorragende Meister, wir Frauen bringen das irgendwie nicht hin. Anstatt einer tollen Mama, die eine wundervolle, selbstbestimmte Geburt erlebt hat auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „gut gemacht alte!“ Schauen wir sie entgeistert an, und nur weil wir uns das ganze nicht zutrauen, fangen wir an uns angegriffen zu fühlen und rumzumeckern. Das bringt niemanden weiter. Manchmal hab ich das Gefühl, Männer können lockerer mit dem Erfolg von anderen Männern umgehen und sich gegenseitig inspirieren. Sollten wir auch tun! 😘

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    1. Wir machen uns als Frauen tatsächlich das Leben selbst schwer… Warum kann ich persönlich schwerlich nachvollziehen. Ich gönne jeder Frau von Herzen ein wunderschönes Geburtserlebnis. Das habe ich schon vor meiner ersten Geburt und danach erst recht, obwohl diese Geburt traumatisch und gewaltsam in einer Not-Sectio endete. Also alles andere war, als eine selbstbestimmte und schöne Geburt. Neid und Missgunst liegen mir fern. Mir selbst wird doch nicht die Butter vom Brot genommen, wenn jemand anderes Glück und Freude hat, oder? Viele Frauen neigen leider dazu, dass sie immer während vergleichen und bewerten: positiv vs. negativ; gut vs. schlecht… Wieso? Wem bringt das was? Wir werden nur schwächer dadurch und einsame Alleinkämpfer. Das macht mich traurig – sehr.
      Ich hatte schon mal nach einer Twitter Diskussion einen Artikel geschrieben. Da hatte ich massive Kritik und Anfeindungen erhalten, wegen meiner Ansichten. Unter anderem wurde mit unterstellt, dass ich eine ZENSUR!!! fordere – wie krass ist das denn? Oder dass ich arrogant und überheblich bin… Falls du auch den Text mal lesen willst – hier der link: https://motherbirthblog.wordpress.com/2016/02/04/noch-kein-geburtsbericht

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  4. Ich liebe diesen Artikel – einfach weil er mir so aus der Seele spricht : ich habe ja auch beide Seiten erfahren ‚dürfen‘. Über all höre ich nur negative Geburtserlebnisse und vor allen Dingen : nicht selbstbestimmt ! Da muss sich einfach was ändern. Frauen gehen schon mit einer gewissen Angst an die Geburt – ach, schon in der Schwangerschaft ist da diese Angst vor der Geburt und es wird alles für einen geplanten Kaiserschnitt vorbereitet um diese negativen Erlebnisse zu vermeiden. Schlimm ist es geworden .

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    1. Es freut mich, dass du meine Vision teilst 🙂 Leider scheint es so, dass das nicht viele tun… Der Text ist bis jetzt weniger lesen worden als mein Impressum 😦 – vermutlich zu positiv… das will man nicht hören 😉 Trotzdem halte ich daran fest, dass sich was ändern muss und ich werde weiter dafür kämpfen gehört zu werden mit meiner Vision!
      Wir müssen es endlich schaffen, dass dieser negative Blickwinkel auf die Geburt durchbrochen wird – durch positive Berichte! Wir müssen unsere Geschichten erzählen, immer wieder.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 1 Person

  5. Hachz, Du sprichst mir so aus der Seele. Ich fühle mich immer wenn ich von meiner Geburt oder meinem Blog erzähle in einer Art Rechtfertigungszwang (anderen Müttern gegenüber): „…hört sich jetzt erstmal komisch an „schmerzfreie Geburt“, aber es geht wirklich, ich habe es erlebt… „. Wie schon mal gesagt, mir wurde indirekt auch schon mal die Schuld gegeben an einem schmerzhaften Geburtserlebnis (weil es für PDA dann zu spät war). Auch wenn viele Frauen positiv und neugierig reagieren, einige sind missgünstig oder halten einen gar für einen Lügner. Und dann gibt es noch die Fraktion „Hausgeburt ja, so natürlich wie möglich, aber Geburtsschmerz gehört nunmal dazu, sei nicht so zimperlich“. Ich schreibe grade selbst an einem Artikel darüber… auf die #positiveGeburtskultur ! Für unsere Töchter und Enkelinnen!

    Liebste Grüße 🙂
    Susanne

    Gefällt 1 Person

    1. Ach, du Liebe ❤ Ich finde es nicht richtig, wenn man sich entschuldigen oder rechtfertigen muss, weil man eine schöne Erfahrung machen durfte. Und dich auch noch zu beschuldigen…? Diese Person hat nichts verstanden. Eine selbstbestimmte Geburt ist, wenn man selbstverantwortlich Entscheidungen trifft. Also wenn man nicht andere für seine nicht getroffenen Entscheidungen verantwortlich macht. Ich schüttle gerade den Kopf… Wie gemein ist das denn?!
      Für mich gehört der Schmerz auch nicht zur Geburt, sondern mittlerweile eher die Geburtslust 😉
      Ich freue mich schon auf deinen neuen Artikel! Fühl dich gedrückt und versuch die negativen und neidischen Stimmen nicht so nah an dich heran.
      Für eine #positiveGeburtskultur – für unsere Töchter und Enkelinnen!!!!!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  6. Oh Mann, hast du wirklich so viel negatives Feedback dafür geerntet?
    Mir hat eine Bekannte nach meiner nicht gerade schönen Geburt erzählt, wie sie ihre fast gänzlich verschlafen hat. Ich hab es ihr gegönnt und so stehen lassen.
    Mein eigenes Erlebnis erzähle ich nicht gerne. Es niederzuschreiben war damals nicht einfach, aber heilsam. Dabei bin ich eigentlich sehr, sehr positiv in den Tag gegangen, habe mich von der positiven Stimmung meiner Hebamme im Vorbereitungskurs mitreißen lassen…

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    1. Natürlich habe ich auch positives Feedback bekommen 🙂 – insbesondere aus dem Freundeskreis. Aber, ich nenn sie mal lockere Bekanntschaften – sah es deutlich anders aus. da gab es regelrechte Anfeindungen. Hier nehme ich gedanklich schon mal alle Kommentare zur Geburtslust heraus. Da besteht so gut wie absolutes Unverständnis für…
      Ich finde es ganz großartig, dass du trotz deiner eigenen negativen Erfahrungen, anderen ihre guten lässt. Meine Freundin hatte damals nicht mal 48 Stunden vor meiner traumatischen Geburt, ihre heilsame zweite Geburt gehabt. Wir haben uns im gleichen KH getroffen. Sie strahlte vor Glück – war wie Superwoman 😉 Da habe ich mir geschworen: DAS will ich auch! Ich will den Glitzerschweif 🙂 und eben nicht: Neid und Missgunst.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  7. kann es sein, dass ein großteil der frauen – aufgrund von konditionierung und negativer vermittlung der gesellschaft und ihren eigenen einstellungen – eine schmerzhafte, vielleicht sogar traumatische geburt erleben und sich gar nicht vorstellen können, dass geburt auch schön oder sogar lustvoll sein kann? möglicherweise sind diese erfahrungen so einschneidend, dass die frauen so etwas wie ‚eifersüchtig‘ sind und sich absolut nicht vorstellen können, dass es durchaus positive geburtserlebnisse geben könnte…

    greets cao

    Gefällt 2 Personen

    1. Vielleicht hast du recht, Cao. Ich weis es nicht. Über die Beweggründe kann ich nur spekulieren, aber ich kann meinen Standpunkt klar machen, meinen Wunsch formulieren und der ist ein klares Plädoyer für eine Stärkung der positiven Geburtsberichte, damit sie nicht weiterhin unterrepräsentiert bleiben.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 2 Personen

Hinterlasst mir hier gerne einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen <3

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