Gastbeiträge - von euch für mich, Stillen

{5} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von schnuppismama

So nun freue ich mich besonders über den #Gastbeitrag von Schnuppismama . Sie erzählt uns heute unter anderem eine #Anekdote zu einem ganz besonderem Thema, nämlich über das „Stillen in der Öffentlichkeit des Internets“! Der Stein des Anstoßes zu diesem Artikel waren die abfälligen und – ich würde fast schon sagen: diskriminierenden, Kommentare als Antwort auf einen Blogpost von Schnuppismama, in dem sie darüber beschreibt, wie sich ihre jüngere Tochter mit 34 Monaten selbstbestimmt abstillt. Ich war wirklich entsetzt und erschüttert über eine solche Reaktion und fand es eine gute Idee, dass eben diese #Anekdote hier ihren Platz finden soll. Danke liebe Schnuppismama, dass du meinem Wunsch gefolgt bist. Es zeigt sich mal wieder, dass das Internet manchmal öffentlicher ist, als einem bewusst oder lieb ist. Für mehr Offenheit gegenüber dem Stillen – auch im Netz! 


Es gibt einem schon zu denken, wenn etwas, dass erwiesenermaßen etwas Einzigartiges, Gesundes, Gutes und Unübertreffliches ist, in der Gesellschaft so gar keinen guten Ruf hat und in der Öffentlichkeit oftmals mehr als nicht nur ungern gesehen wird.

Unsere Stillzeit

Unsere Stillzeit ist gerade erst zu Ende gegangen. Ich hatte mir gewünscht, dass es wie bei meiner Großen auch hier vom Kind ausgeht und es auch bald soweit ist, doch als es jetzt soweit war…
Stillen ist einfach etwas so Besonderes und Einmaliges. Gleichzeitig sollte es aber eben etwas Alltägliches sein und als solches habe ich es die insgesamt 48 Monate (MaxiL 14 Monate, MiniL 34 Monate) auch gesehen und ebenso gehandhabt.

Was das heißt?

Wenn gestillt werden musste, dann wurde gestillt – egal wo, also auch in der Öffentlichkeit: sei es im Kloster oder während eines Gottesdienstes in unserer Dorfkirche, sei es im Freizeitpark oder in der Fußgängerzone. Es war zu dem Zeitpunkt die Nahrung der Wahl und – sehen wir jetzt mal von Kirche & Co. ab – wurde sie genau dort eingenommen, wo sich auch andere Fischbrötchen, Pommes und Burger reinziehen – und diese sogar oft im Vorbeigehen und nicht immer gerade appetitlich anzuschauen.

Wo ist das Problem?

Warum aber ist das Stillen in der Öffentlichkeit eine Zumutung, gar Erregung öffentlichen Ärgernisses? Was ist an einer der natürlichsten Sachen der Welt so anstößig? Ich finde das krank! Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor, die damit ein Problem haben? Ich glaube, ich möchte es nicht wissen. Mir fällt dazu nur ein Wort ein: pervers!

Wie öffentlich ist denn öffentlich?

Das Anstößige beim öffentlichen Stillen scheint die nackte Brust zu sein. Doch möchte ich wirklich mal ernsthaft die Frage beantwortet haben, wann man da denn wirklich was von sieht? Wenn ich allein an die oft überraschte Frage meines Mannes denke, ob ich etwa gerade gestillt hätte… Wie oft habe ich in Tragetuch oder Tragehilfe gestillt, wie oft lag eines meiner Kinder vor meinem Bauch und keiner konnte beim Vorbeigehen sehen, ob es gerade an meiner Brust angedockt war, geschweigedenn überhaupt großartig was von der Brust selbst.
Ich bin nicht sonderlich freizügig veranlagt, ich habe mich beim Stillen nicht zur Show gestellt. Ich habe das natürlichste der Welt einfach getan: ich habe gestillt, wann immer es gerade anstand, egal wo ich war.
Wenn ich so nachdenke, dann hat mich kaum einer deswegen direkt kritisierend angesprochen. Allein schmunzeln muss ich, wenn ich daran zurückdenke, wie ich bei der U3 beim Kinderarzt länger im Behandlungszimmer warten musste, bis es los ging und Schnuppi solchen Hunger hatte, dass ich sie erst einmal angelegt habe. Kaum geschehen, betrat der Kinderarzt den Raum und verließ ihn mit hochrotem Kopf Unverständliches murmelnd direkt wieder… Ich hab mich köstlich amüsiert. Gerade einen Kinderarzt hätte ich da ja souveräner eingeschätzt.

Stillen im Heide Park Soltau.jpg
Stillen in Heide Park Soltau

Wenn man das (Langzeit-)Stillen öffentlich macht

So kann ich, so ganz persönlich, eigentlich keine negativen Erfahrungen bezüglich des Stillens in der Öffentlichkeit verzeichnen, sehr wohl aber wegen des (Langzeit-)Stillens an sich! Und das nicht nur im Privaten, sondern plötzlich auch ganz öffentlich, und zwar im Netz.
Berichtet man im Internet über das Langzeitstillen (hier ist mit „Langzeit-“ allerdings bereits „mehr als ein paar Wochen“ gemeint), stillt man quasi auch in der Öffentlichkeit und öffnet damit ebenfalls den Kommentaren Tür und Tor.
Meinungsaustausch ist mir wichtig und ich begrüße das rege kommentieren unter meinen Beiträgen, freue mich immer, wenn mir jemand Feedback gibt. Dass es aber ausgerechnet, nach bereits diversen Blogposts zum Thema Stillen, dann unschön wurde, als ich mitgeteilt habe, dass sich Knupsi nun mit ihren 2 3/4 Jahren abgestillt hat, hat mich richtig getroffen. Ich wusste zunächst gar nicht, wie ich reagieren sollte und habe versucht, den Ball flach zu halten. Doch es ließ mich nicht los. Ich konnte nicht fassen, was mir da gerade an den Kopf geworfen wurde. Ich empfand die Kommentare als extrem herablassend und respektlos. Reagierte ich über? Nein! Viele andere Mamis gaben mir mit ihrer Reaktion recht, sprangen für mich in die Bresche und gaben ordentlich kontra – etwas, zu dem ich im ersten Moment nicht in der Lage war. (Hier könnt Ihr den Blogpost nebst Kommentaren nachlesen.)

Stillen braucht eine Lobby

Ich finde die Erfahrung, die ich in der Öffentlichkeit des Internets gemacht habe, sehr übertragbar auf das reale Leben. Ich denke, dass viele Mütter erst einmal bzw. beim ersten Mal erschrocken und gelähmt reagieren, wenn sie so unverständlich, plötzlich und überraschend angegriffen werden.
Dass mir sofort so viele liebe Mamis zur Seite sprangen, mich unterstützt und für mich das Zepter in die Hand genommen haben, war mein ganz großes Glück! Es war genau das, was ich in diesem Moment gebraucht habe: Rückhalt, Gemeinschaft, Hilfe, Bestätigung…
Wenn doch jede Mutter, der dies so im realen Leben passiert, gleich eine Armee von Mamas um sich hätte, die sich schützend um sie stellt… Wäre das nicht wunderbar?

Eure schnuppismama


Hier findet ihr die ersten 4 #Anekdoten zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit


Vielleicht habt ihr auch eine nette kleine oder größere #Anekdote zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure #Anekdote bei mir als #Gastbeitrag teilen würdet! Hab ihr Lust? Dann meldet euch gerne per Mail bei mir unter: motherbirth@gmx.de!!! Ich freue mich ❤

*EURE MOTHERBIRTH*

#Anekdote #Öffentlichkeit #Stillen #Gastbeitrag #Internet #Kommentare #Solidarität #Langzeitstillen #Abstillen #selbstbestimmt

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20 thoughts on “{5} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von schnuppismama”

  1. Liebe Schnuppismama, liebe Mother Birth,

    ein ganz toller Artikel! Er spricht mit aus der Seele und beschreibt alles was zum Thema „Stillen in der Öffentlichkeit“ mal gesagt werden musste. Ich habe ihn mit Freude und permanenten Kopfnicken gelesen. 😅
    Vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße,
    Kathi

    Gefällt 1 Person

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