Gastbeiträge - von euch für mich, Stillen

{12} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von Maria Weltweit

Die vielgereiste Maria_Weltweit wurde irgendwie in meine TL bei Twitter gespült… Ich habe sie sofort lieb gewonnen ❤ Mit der Zeit stellten wir immer mehr Gemeinsamkeiten fest – was mich freut! Auch bei ihrer #Anekdote, die sie für die die #Gastbeitragsreihe: Stillen in der Öffentlichkeit geschrieben hat, erkenne ich mich wieder – an vielen Stellen, sehr vielen Stellen … Vor allem der Trotz! – der hätte von mir sein können 🙂 Aber lest selbst und vielleicht erkennt sich die eine oder andere ebenfalls im Text wieder.


Stillen bis ans Ende der Welt

Follow your instinct…

Ich wollte unbedingt so gerne ein Kind haben, aber unser kleiner Mumintroll ließ sich drei Jahre Zeit, um sich auf den Weg zu machen. Als ich dann endlich schwanger war, wollte ich nichts von Ratgebern und Co wissen. Ich wollte meine eigenen Instinkte nicht beeinflussen und alles auf mich zukommen lassen. Und so habe ich immer gesagt, warum sollte das mit dem Stillen nicht klappen, ich bin eine Frau, ich habe zwei Brüste, also wird es schon klappen. Und so  war es dann auch, mein kleiner Mumintroll trank von Anfang an einfach wunderbar. Die wunden Brustwarzen waren bald vergessen, und die Anpassungsschwierigkeiten gingen über in eine schöne Stillbeziehung. Bekamen wir Besuch, stillte ich einfach, wie es mir passte, entweder zog ich mich zurück, oder stillte vor dem Besuch.

Zum Stillen verbannt? Nicht mit mir!

Und dann kamen richtig gute Freunde, selber seit einem Jahr Eltern einer Tochter, welche auch sechs Monate gestillt wurde. Mumintroll schlief die ganze Zeit tief und fest, und gegen Ende des Besuchs wurde er quakig und wollte stillen. Meine Freundin meinte daraufhin:

„Na, bekommst du jetzt doch noch Hunger. Wir warten hier auf Euch, bis ihr vom Stillen wieder kommt“.

Ziemlich perplex erhob ich mich, und ging zum stillen raus, im eigenen Haus von der Freundin verbannt worden. Ich stand im Flur, völlig unschlüssig, was ich nun tun sollte. Mein Kleiner war auch sehr unruhig und wartete, was ich nun tun würde. Ich dachte mir auf einmal trotzig: Wer bin ich denn, dass ich mich in den eigenen Vier Wänden bevormunden lasse. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, setzte mich aufs Sofa und meinte nur:

„Ich liebe es in Gesellschaft zu stillen. Sonst fühle ich mich so aussätzig.“

Die Freunde hatten es sehr eilig zu gehen, und sagten nur, den Anblick wollten sie ihrer Tochter ersparen. Das wir die Freunde da das letzte Mal sahen, ist eher nebensächlich. Denn viel entscheidender: Mein Trotz war geweckt. Das ist mein Körper, mein Kind, meine Stillbeziehung. Ich entscheide, wann, wo und wie ich mein Kind füttere. Und von da an wagte ich mich immer mehr.

Wie lange willst du denn noch stillen? Der muss doch mal essen!

Sechs Monate vergingen so schnell und mein Kleiner wollte nichts essen. Also stillten wir. Auch mit sieben Monaten wollte er nur stillen. Sowie mit acht Monaten. Und mit neun Monaten. So langsam wurde die Umwelt sehr ungeduldig. Wie lange willst du denn noch stillen? Der muss doch mal essen! Je mehr solche Aussagen kamen, umso größer wurde dieser innere Trotz. Mein Kind, meine Beziehung. Mit 13 Monaten fing mein Sohn an zu laufen, und wollte von einem Tag auf den anderen essen, was wir aßen, und stillte nur noch nachts. Mit 21 Monaten stillte er sich ab, und ich war ehrlich gesagt sehr traurig, das enge Band der Stillbeziehung nicht mehr zu haben.

Wenn Beikost BEIkost bleibt…

4 Jahre später kam meine Lille My in unser Leben, ein Frühchen, was in 33+4 schon saugte, als ginge es um ihr Leben. Was es ja eigentlich tatsächlich auch ging. Nach drei Wochen wurden wir entlassen, weil sie komplett alleine stillte und wundervoll zunahm. Und im Krankenhaus wurde mir der Rat mitgegeben, so lange wie möglich vollzustillen. Und das machten wir. Mit sieben Monaten wollte sie gern mitessen, und BLW war eine tolle Sache. Doch bis heute, sie ist 23 Monate, ist ihre Hauptnahrung Muttermilch. Mal mehr, mal weniger, aber so, dass wir genügend Möglichkeiten hatten, in der Öffentlichkeit zu stillen.

wundervolle Begegnungen ❤

Und ich erlebe so wundervolle Momente. Süße Omas kommen auf mich zu, und erzählen mir, wie sie ihre Kinder auch lange gestillt haben, und traurig waren, dass ihre Töchter es nicht taten, weil eben Pulvermilch dann angesagt war. Frauen, die mich ansprechen, um mir zu sagen, dass sie auch lange gestillt haben, und es toll finden, dass jemand ein großes Kind öffentlich stillt. Kleinkinder die fasziniert sind, und ihre Puppen anfangen zu stillen, finde ich immer besonders toll.

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Die Löwenmama

Am besten jedoch finde ich die Erfahrungen, im Ausland öffentlich zu stillen. In Spanien erscheint es mir als das normalste der Welt. In Dänemark fühle ich mich total aussätzig und in den USA war ich eigentlich auf die größten Probleme gefasst, hatte mir einiges zurecht gelegt, und was geschah? Nicht ein einziger negativer Kommentar oder Blick. Nicht mal beschämend. Und ich stille nicht verdeckt. Lille My hasst alles, was ihren Kopf bedeckt. Ich hätte wirklich alles in den USA erwartet, nur das nicht. Ich erzählte das auch meinem Schatz, und er meinte zu mir:

„Du hast so eine Löwenmamaausstrahlung, da traut sich keiner was zu sagen.“

Und tatsächlich ist es so: ist man von etwas überzeugt, strahlt man das auch aus. Und bekommt keine ungewünschten Ratschläge. Unsicherheit, habe ich das Gefühl, wird von den anderen so schnell gewittert, und ausgenutzt um ungefragt sich einzumischen. Und deswegen schreibe ich hier. An alle Mamas, die stillen:

Ihr seid tolle Frauen, ihr seid stark, ihr seid selbstbewusst. Traut euch, öffentlich zu stillen, denn je mehr es machen, desto normaler wird es.

Und nicht vergessen: #stillenisteinGeschenk


Hier findet ihr die ersten 11 #Anekdoten zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit


Vielleicht habt ihr auch eine nette kleine oder größere #Anekdote zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure #Anekdote bei mir als #Gastbeitrag teilen würdet! Hab ihr Lust? Dann meldet euch gerne per Mail bei mir unter: motherbirth@gmx.de!!! Ich freue mich ❤

*EURE MOTHER BIRTH*

#Anekdote #Ausland #Öffentlichkeit #Bauchgefühl #Begegnungen #Dänemark #Gastbeitrag #Mut #Spanien #stillenisteinGeschenk #Trotz #USA #Stillen #weltweit

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14 Gedanken zu „{12} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von Maria Weltweit“

  1. Liebe motherbirth, liebe Maria,
    Ich finde die Reihe wirklich klasse! Noch habe ich keine Kinder, lese hier aber immer gerne mit und habe eine ganz praktische Frage: Wie habt ihr das mit dem arbeiten vereint? Ich befürchte, in meiner beruflichen Situation werde ich nicht länger als 12 Monate zu Hause bleiben können. Kann man dann überhaupt weiter stillen?
    Liebe Grüße und danke für deinen tollen blog!
    Larissa

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank Larissa ❤
      Ich freue mich wirklich, dass die meine Gastbeitragsreihe zum Stillen in der Öffentlichkeit so gut gefällt!

      Ich selbst in zu Hause und arbeite zur Zeit nicht, aber ich kenne viele Mütter, die problemlos weitergestillt haben, obwohl sie nach 12 Monaten wieder beruflich Eingestiegen sind. Du arbeitest ja bestimmt auch nicht den gesamten Tag, somit kannst du nachts, morgens und abends auf jeden Fall stillen. Zudem gibt es die Möglichkeit abzupumpen und die Milch für dein Kind der Krippe zu geben – z.B. als Mittagsfläschchen…. Nur ein paar Beispiele.
      Wenn es soweit ist, kannst du dich sehr kompetent über alle möglichen Varianten durch eine qualifizierte Stillberaterin oder Hebamme beraten lassen!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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