Blogparade, Dies und Das, Geburt, Mother Birth, Schwangerschaft

#Blogparade: Mein WendePunkt – „Und was davon sind deine eigenen Ängste?“

1001 WendePunkt

Als die liebe Tanja von HerzBauchWerk zur ihrer ersten eigenen #Blogparade – Mein WendePunkt aufrief, war ich von Anfang an begeistert von dem Thema! ❤

 MEIN WENDEPUNKT

So viele Möglichkeiten – schoss es mir durch den Kopf! 😍 Und kurz darauf: soooooo viele Möglichkeiten!!!! 😱 Ich bin ja bekanntlich nicht besonders entscheidungsfreudig 😦 und mir fielen spontan 1001 WendePunkte ein – alle so toll, alle so entscheidend und einschneidend für mein Leben als Mutter. Alles Geschichten, die eigentlich erzählt werden sollten… Und nun?

Alte Bekannte

Über einige WendePunkte, die mir meine Mutterschaft beschert hat, habe ich sogar schon mal etwas geschrieben:

Alles entscheidende Kehrwenden in meinem Leben, die meine Überzeugungen ins Gegenteil umkehrten und mein Denken, Fühlen und Handeln in völlig neue Bahnen lenkten. Aber sie wieder aufgreifen, aufhübschen und nochmals verbloggen? NÖ! Nicht mein Stil 😉

Neue Ideen

Also weiter nachgedacht. Über einige WendePunkte habe ich bis jetzt auf meinem Blog noch stillgeschwiegen. Wäre jetzt vielleicht der „richtige“ Zeitpunkt“ über BLW / Breifrei oder über selbstbestimmtes Einschlafen oder gar vorgeburtliches Elternsein zu schreiben?! Alles Themen bei deinen ich meinen ursprünglichen Standpunkt massiv verändert und viele Ansichten und Überzeugungen großzügig über Bord geworfen habe. Aber niemals würde ich sagen:

„Das war MEIN WendePunkt!“

Es sind alles WendePunkte – Neuorientierungen, Umorientierung -, aber nicht der „Alles verändernde“ WendePunkt in meinem Leben. Also weiter suchen! 🙂

DER WendePunkt – MEIN WendePunkt

Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen! Na, klar!!! Wieso bin ich darauf nicht früher gekommen? So eindeutig, so klar… Es kann nur einen geben und über diesen EINEN –  den besonderen WendePunkt – will ich schreiben – der alles veränderte, der am nachhaltigsten mein Leben beeinflusste. Nicht nur das als Mutter, sondern der alle Bereiche meines Lebens völlig verändert hat – zum Positiven. Der so allumfassend war und mein Denken für immer verändert hat. Und nicht nur meins, sondern auch das des Herzensmannes. Aber wovon spreche ich eigentlich? Dazu muss ich etwas ausholen…

Der Superlativ – ängstlich, ängstlicher, ich

Vor nicht allzu langer Zeit war ich von Ängsten aller Art zerfressen. Sie regierten mich und mein Leben. Alle Entscheidungen wurden von ihnen beeinflusst – selten führte es dazu, dass es bessere Entscheidungen wurden. Eher das Gegenteil war der Fall. Meine Entscheidungsfreiheit war beschnitten – die Ängste ließen mir nur ein schmales Toleranz-Fenster, dass sich stetig zu verkleinern schien. Ich war gefangen ein einem undurchdringlichen Netz von Ängsten und es kamen täglich neue hinzu. Aber woher kamen sie: diese Ängste? Diese Frage stellte ich mir nie. Ich nahm sie immer nur an, lud sie auf meine Schultern und ertrug sie stillschweigend. Mit jeder neuen Angst wurde ich handlungsunfähiger. Sie blockierten mich, lähmten mich – immer ein Stücken mehr. Sie nahmen mir mein Leben weg. Genießen? Entspannen? Freuen? Ging unbelastet wegen irgendeiner Angst oder Sorge nicht mehr. Ständig machte ich mir Sorgen, dass durch mein (Fehl-)Verhalten oder nur durch mein nicht genügend umsichtiges Verhalten etwas ganz Furchtbares passieren könnte… Alles bedenken, alles absichern, alles …. Das Gedankenkarussell drehte sich immer schneller und bekam noch Rückenwind durch Sätze wie:

„Wie damals, als XY nicht daran dachte, dass… und dann SO etwas passierte.“

„Denke bloß immer daran… Du weißt ja was … passiert ist.“

„Du willst doch nicht Schuld daran sein, dass… .“

Ich war von mahnenden, erhobenen Zeigefingern umgeben. Pass hier auf… Pass da auf… Achte bloß hierauf… Bedenke auf jeden Fall das… Also ich würde das niemals machen… Sie wollen mich doch nur warnen und schützen! Sie meinen es doch nur gut! Aber warum fühlt es sich dann so an, als wenn sie mir die Luft zum Atmen nehmen würden? Warum geht es mir mit jeden „guten Ratschlag“ nicht besser, sondern schlechter?

IMG_0398.JPG
Der mahnende Zeigefinger: „Pass bloß auf!“

Sicherheitfanatikerin

Ich bin immer mehr zur Sicherheitsfanatikern geworden. Konnte kaum noch Kontrolle abgeben, traute fast niemanden irgendetwas zu, vor allem nicht etwas „richtig“ Sicheres – ja, in alle Richtungen Abgesichertes – zu tun, außer mir natürlich. 😉 Immer wieder spukten dabei die mahnenden Beispiele, die Geschichten anderer in meinem Kopf herum. Die Geburt meines ersten Kindes sollte die Krönung meiner Übervorsichtigkeit werden. Ich war mir sicher: Ich habe an alles gedacht! An wirklich ALLES. Hab mich doppelt und dreifach abgesichert. Formulare sicherheitshalber mehrfach ausgefüllt, immer eine Zweitmeinung eingeholt und auch damit immer eine weitere Angst eingesammelt. DAS war mir damals nur nicht bewusst. Ich war so fixiert auf die Vermeidung von Unheil, Schaden und was weiß ich, dass ich überhaupt nicht mehr sah, was passierte: Ich traf alle meine Entscheidungen aus Angst und Angst ist bekanntlich ein ganz, ganz mieser Ratgeber 😦 Die Quittung bekam ich prompt: trotz aller meiner Bemühungen ist die Geburt in die schlimmstmögliche Katastrophe gemündet – zumindest für mich. Und was hatte ich nun von meinen Absicherungen im Vorfeld? Genau: NICHTS! Und meine Reaktion darauf? Endlich aufgewacht und mich frei gemacht von dieser Geißel? Nein, ganz im Gegenteil:

noch neurotischer, noch ängstlicher, noch unsicherer…

„Und was davon sind deine eigenen Ängste?“

Die Wende kam während des Hypnobirthingkurses – mitten in der Schwangerschaft mit BusyBee. Wir sollten als „Hausaufgabe“ unsere Ängste in Bezug auf die Geburt schriftlich festhalten. Ich hatte eine beachtliche Liste zusammengestellt. Punkt um Punkt reihten sich die Ängste untereinander und dabei habe ich tatsächlich nur die dringlichsten zu Papier gebracht… Und dann kam die Frage aller Fragen, die ich nie -niemals – erwartet hätte:

„Und was davon sind deine eigenen Ängste?“

Zunächst war ich völlig verwirrt. Was soll das denn bitte für eine Frage sein?! Wenn es nicht meine eigenen Ängste sind, von wem sind sie dann? Mir wurde dann von der Hebamme erklärt, dass viele Menschen, ja fast alle Menschen, dazu neigen ihre eigenen Ängste auf andere zu projizieren – zu übertragen. Und ich habe sie immer fleißig an- und abgenommen. Also setzte ich mich abermals vor die Liste und horchte intensiv in mich hinein: Wovor habe ICH wirklich Angst? Und was soll ich sagen: Punkt um Punkt verschwand auf nimmer Wiedersehen von meiner Liste. Letztendlich blieben 3 Punkte übrig. 3!!! Punkte. Mehr nicht. Das waren meine EIGENEN Ängste. Nicht die der anderen. Meine ganz alleine. Und mit denen ließ sich arbeiten, sie im Zaum halten, weil ich mich nicht mehr noch um die Sorgen anderer kümmern musste. Ich war befreit. Endlich!

Lebe leichter…

Heute frage ich mich immer zuerst, wenn das ungute schleichende Gefühl der Angst in mir aufsteigt:

„Habe ICH davor wirklich Angst oder habe ich nur die Angst eines anderen übernommen?“

Und meist kann ich danach sagen:

„Nein, danke, nicht meine!“:-)

Das Leben ist um so viel leichter, schöner, entspannter geworden. Ich bin entspannter geworden, kann viel mehr genießen, loslassen, ohne sofort das nächste Unheil zu erwarten. Dem Herzensmann geht es übrigens ebenso. Es wurde ein Schalter in unseren Köpfen umgelegt und wir gedenken nicht ihn je wieder zu betätigen 🙂 Dieser WendePunkt hat unser Leben nachhaltig verbessert. Für immer ❤


Einen weiteren tollen Beitrag zur #Blogparade:

Die liebe Chrissy von sonnenshyn führt die #Blogparade an, ihr WendePunkt ist ein negativer Schwangerschaftstest…

*EURE MOTHER BIRTH*

#Angst #übervorsichtig #Fehler #Gastbeitrag #Hypnobirthing #Schaden #schützen #Sicherheit #Sorgen #Unsicherheit #Wendepunkt #Geburt #Entscheidungen #Entscheidungsfreiheit

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10 Gedanken zu „#Blogparade: Mein WendePunkt – „Und was davon sind deine eigenen Ängste?““

  1. Huhu
    Wieder sehr gerne gelesen und überhaupt nicht abgeschreckt, sogar erleichtert, denn mir geht es im Moment leider oft noch so wie es dir damals ergangen ist. Ich bin noch dabei meine eigenen Ängste zu sortieren und zu sehen, welche meine und welche von anderen sind usw. Es macht mir sehr Mut, dass du das überwinden konntest. Ich denke, dass ich das auch mit der Zeit schaffen kann das Ängstelevel auf ein Minimun zu reduzieren.
    Danke für deinen BEitrag 🙂

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    1. Liebe Leela,

      vielen lieben Dank für dein Lob ❤
      Den ersten und auch entscheidenen Schritt hast du ja bereits schon getan! Dir ist bewusst, dass nicht alle Ängste, die du mit dir herumträgst, deine sind! 🙂 Ich hoffe und wünsche dir sehr, dass es dir mit der Zeit gelingen wird dein Angstlevel auf ein Minimum zu reduzieren. Es macht das Leben auf jeden Fall leichter und entspannter 🙂

      Übrigens war "meine Angst" es könnte jemand durch den Text abgeschreckt sein, ein Paradebeispiel einer fremden Angst 😉 … auch ich verfalle noch in alte Muster, aber schaffe es dann reflektierend doch noch aus ihnen auszubrechen. Wie in diesem Beispiel nicht immer sofort, aber irgendwann schon. Und mir ist bewusst, dass es nicht meine Angst war. Viel wert ❤

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Danke vielmals für deinen tollen Beitrag liebe Motherbirth, in meiner Blogreihe werde ich mal das Thema Glaubenssätze aufgreifen, sie haben sehr viel mit unseren Ängsten zu tun… Sie sind wie Würmer die sich in uns hinein fressen, Parasiten die lange unbemerkt unser Leben bestimmen. Können wir sie aber erkennen und los lassen, dann werden wir frei! Danke nochmals für deinen tollen WendePunkt! Liebe Grüsse Tanja

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    1. Liebe Tanja,

      ich habe mich gefreut bei deiner Blogparade mit machen zu können. Mein WendePunkt war mal wieder eine Herzensangelegenheit, die ich aber nie so richtig in Worte fassen konnte. Dein Anstoß war die Motivation, die ich bauchte. Deshalb sage ich:
      DANKE!!!!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  3. Toll geschrieben! Und für mich persönlich absolut nachvollziehbar, denn ich hatte lange Zeit ein Leben voller Ängste.

    Ich konnte Zugfahrten kaum genießen, war im Urlaub (schon auf den Weg dahin) immer vom schlimmsten ausgegangen. Von wegen „Ich will nicht nach Spanien, weil ich kein spanisch kann. Was, wenn ich ins Krankenhaus muss?“ Das hielt mich 6 Jahre davon ab, in dieses tolle Land zu fliegen!
    Und das ist noch ein harmloses Beispiel.

    Schön, wenn man irgendwann aufwacht.

    Sonnige Grüße.

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    1. Darf ich sagen, dass man merkt, dass du die zeit mit den Ängsten überwunden hast? Du bist fast immer positiv, entspannt und hoffnungsvoll ❤ 🙂

      Solche "harmlose" Beispiele hab ich auch zu Hauf ;-)….
      Konnte zum Beispiel schlecht Beifahrer sein, weil ich nicht bremsen konnte. Ich hatte ständig Angst vor einem Hausbrand und musste immer wieder Herd etc kontrollieren. Auch Krankheiten von Unbekannten belasteten mich wochenlang, weil ich fürchtete ein geliebter Mensch könnte das auch bekommen. Ich könnte immer so weiter machen… Mach ich jetzt aber nicht mehr 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Ich würde nicht sagen dass ich es überwunden habe. Es ist definitiv besser geworden, aber ich arbeite immer noch an mir.

        Und ob du es glaubst oder nicht, das Buch zur Autogenen Geburt hilft mir gerade sehr dabei!

        Also herzlichen Dank nochmal. 🙂

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