Dies und Das, Familie

Selbstbestimmtes Einschlafen, oder wie sich das nennt…

Eigentlich wollte ich „nur“ meinen ganz persönlichen Erfahrungsbericht schreiben – exemplarisch dargestellt an einem typischen Abend bei uns zu Haus… so in der Art: wir machen das so, und dann passiert das und die Kinder schlafen dann um … Uhr ein. Aber wie es immer so im Leben ist: es gibt eine Vorgeschichte und die will ich euch nicht verschweigen 😉 !

Der Try-and-Error-Typ oder 1001 „perfekte“ Wege

Ich habe erst vor kurzer Zeit erfahren, dass es einen Namen – eine Bezeichnung – dafür gibt, wie ich das Zubettgehen meiner Kinder handhabe. Es soll sich selbstbestimmtes Einschlafen nennen. Ja, ich gestehe: ich hatte nie einen großen, ganzen Plan dahinter, kein ausgetüfteltes Konzept, das ich kleinlich versucht habe umzusetzen. So bin ich nicht. Ich bin eher der Try-and-Error-Typ – einfach mal ausprobieren, ob es klappt. Wenn es von Anfang an funktioniert- super! Wenn nicht, dann muss ich halt noch etwas ändern. Kein Drama – einfach ausprobieren. Testen. Anpassen. Fein abstimmen. Etwas vor, dann wieder etwas zurück. Bis es passend ist für uns als Familie – ganz individuell. Nicht nur beim Thema Einschlafen: starre Konzepte eignen sich aus meiner Sicht nicht sonderlich gut für ein sich immer in Veränderung befindliches System, das man Familie nennt 😉 … Jedes noch so kluge, aber allgemeingültig geschriebene Konzept aus Ratgeber XY hat immer das kleine Manko, dass es das individuelle Eltern-Kind-Paar nicht in Gänze berücksichtigen kann. Da muss man dann selbst ran und mehr oder weniger seine eigene Feinabstimmung, passend zur eigenen Situation machen. Und sicherlich wird man dabei nicht auf Anhieb den „perfekten“ Weg für sich finden. Also: try and error!

Wenn das Bauchgefühl die Ratgeberlektüre ist…

Und wie kam ich nun zu meinen Erkenntnissen? Woher wusste ich was zu tun ist? Ich persönlich habe keine Ratgeber gewälzt und mich auch nicht durchs Internet geklickt auf der Suche nach dem richtigen Weg. Vorbilder im Familien- und Freundeskreis waren auch nicht wirklich vorhanden – zu mindestens keine, die mich ansprachen. Ich bin einfach meinem Bauchgefühlt gefolgt:

Was fühlt sich gut an – für alle Beteiligten?

Sicherlich nicht jedermanns/-fraus Sache so vorzugehen. Einigen hilft es bestimmt ihr Bauchgefühl von Worten (Ratgeber/ Internet) unterstützt zu finden und dann sollten sie diese Unterstützung auch nutzen!

Anregungen statt Patentrezepte

Mir ganz persönlich ist es wichtig, dass die Abende in größtmöglicher Harmonie enden. Trotzdem muss die „Kosten-Nutzen-Rechnung“ selbstverständlich für alle Familienmitglieder aufgehen. Das heißt auch für uns als Eltern! Und da muss sich jeder ehrlich beantworten, wie das bei ihm aussehen könnte. Wie hole ich für alle Familienmitglieder das Bestmögliche raus? Da gibt es keine Pauschallösungen, keine Patentrezepte, keine allgemein gültigen Anleitungen. Es können lediglich Anregungen sein, um den eigenen Weg zu finden – für sich, die Kinder und die Familie. Ganz individuell.

Irrungen und Verwirrungen

Als Baby durfte NotYet immer auf meinen Armen, auf meinem Schoß, an meiner Brust im Wohnzimmer einschlafen. Es fühlte sich gut – richtig an. Er wurde größer und die Stimmen von außen mehrten sich, dass es doch nun wirklich mal an der Zeit wäre, dass wir ihm beibrächten, alleine einzuschlafen oder wenigstens dies im Bett zu tun. 

So geht das doch nicht weiter!

Mein Bauchgefühl sagte weiter JA! – alle anderen NEIN… Fragen türmten sich in meinem Kopf: Erfülle ich meinen Erziehungsauftrag nicht richtig? Mach ich es mir zu einfach? Bin ich zu bequem, zu faul und handele deshalb so? Ich geriet ins wanken und schier endlose Abende im abgedunkelten Schlafzimmer folgten. Dauerstillen. Quatsch machen. Um sich treten. Wühlen. Unruhe. Unaushaltbar! Ich geb es zu: es hat mich wahnsinnig gemacht! Und nicht nur das – es hat mich richtig gehend aggressiv gemacht. Harmonie????!!!! Das ich nicht lache…  Lichtjahre davon entfernt.

Es gab aus meiner Sicht 2 Hauptgründe für mein extremes Unbehagen meinerseits:

  1. Ich hatte nach 2-2,5 Stunden Einschlafbegleitung einfach keinen vergnüglichen Abend mehr. Ich bin meist selbst eingeschlafen, musste aber trotzdem wieder aufstehen und war eigentlich viel zu müde dafür. Mal ganz abgesehen davon, dass es unter diesen Voraussetzungen keine abendliche Me-Time, geschweige denn Gespräche mit meinem Mann gab. Höchstens zwei verschlafene und angenervte Eltern…
  2. Dieses lange Liegen und nicht schlafen können, erinnerte mich zusätzlich noch an meine eigene Kindheit. Dort hieß es immer: um 8 Uhr liegst du im Bett. Ich erinnere mich an ewig lange Abende, an denen ich wach lag und nicht schlafen konnte, aber trotzdem nicht aufstehen durfte. Ich empfand es immer als ganz furchtbar: dieses zum sinnlosen Liegen im Bett verdammt zu sein und auf den Schlaf zu warten. (Natürlich lag ich damals allein im Bett und wurde nicht begleitet – das versteht sich von selbst… 😦 )

Ich war gespalten zwischen den Erwartungen anderer und meinem Bauchgefühl, das in eine ganz andere Richtung wies. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema… Ich wollte es hier nur kurz anreißen, damit ihr seht, dass mein Weg zum selbstbestimmten Einschlafen nicht unbedingt nur gerade, zielführend und ohne Irrungen und Wirrungen verlief 😉 Letztendlich sind wir nach dem gar nicht so kurzen Ausflug zur Einschlafbegleitung wieder beim selbstbestimmten Einschlafen gelandet. Wie oben schon angedeutet: try and error.

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abendliche Spielzeit

Abendliche Rituale – Gibt es die überhaupt bei euch?

Ja, gibt es! Nach dem gemeinsamen Abendessen gehen wir als Familie nach oben. Die Kinder ziehen ihre Schlafanzüge an, gehen aufs Töpfchen und putzen sich die Zähne. Dann ist das „Pflichtprogramm“ auch schon erledigt und wir kommen zum schönen Teil 🙂 : dem Vorlesen, dem gemeinsamen Singen, dem Tanzen, dem Musizieren! Je nach Lust und Laune wird das eine mehr, das andere weniger gemacht. Die Kinder entscheiden. Das kann schon mal 45 Minuten in Anspruch nehmen.

Getrennte Wege

Der Rest des Abends verläuft mittlerweile bei beiden Kindern sehr unterschiedlich – altersbedingt wie ich denke. Während BusyBee mit uns nach untern kommt und dort meist noch spielt, geht NotYet auf eignen Wunsch in sein Bett – er ist müde.

NotYet

Er kann mittlerweile seit über einem Jahr alleine – ohne körperliche Nähe von uns – einschlafen. Das hat er damals von sich aus eingefordert. Er stellt seine Sternenhimmelnachtlampe an, kuschelt sich ins Bett, bekommt von allen einen Gutenachtkuss und schläft binnen kürzester Zeit ein – meist so gegen 21 Uhr. Mein Angebot, er könne doch abends noch ein Hörspiel im Bett zum Einschlafen hören, quittierte er mit einem vorwurfsvollen, ungläubigen Kopfschütteln:

„Mama, ich will doch schlafen! Hab ich doch gerade gesagt.“

Das sagt wohl alles 😉 … Ich wollte ihm da eigentlich nur etwas Gutes tun – war wohl nichts! Try and error…

BusyBee

Sie schnappt sich einen ihrer unzähligen Schnuller, die strategisch über das ganze Haus verteilt hat, gibt ihrem Bruder einen dicken Kuss, sagt ihm: „Dude Nacht!“ und kommt mit mir/uns nach unten. Meist spielt sie noch etwas – eigenständig. Papa bekommt dann noch eine extra Kuscheleinheit, falls er zu Hause ist. Wenn BusyBee bereit zum Schlafen ist, kommt sie zu mir, reibt ihren Kopf an meinem Arm und sagt: Schnappeln!“ – was so viel heißt, wie: stillen bitte! Meist schläft sie dabei nicht ein. Sie kuschelt sich zur Zeit an meine rechte Seite und schläft dort binnen Minuten ein. Es ist dann zwischen 21:30 und 22 Uhr. Sie bleibt im Wohnzimmer, bis wir Eltern ebenfalls schlafen gehen. Dann tragen wir sie nach oben ins Familienbett. Das lässt sie problemlos über sich ergehen.

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an meiner Seite

Eltern

Wir unterhalten uns, schreiben Mails, ich twittere, schreibe Kommentare oder blogge etwas. Mitunter schauen wir auch eine Folge einer familientauglichen Serie. Es ist eine Zeit, die wir „sinnvoll“ nutzen, anstatt im Bett zu liegen und zu warten – für uns gewonnene gemeinsame Stunden, die eh rar gesät sind.

Und die Moral von der Geschicht…

Ob wir jetzt alles „richtig“ machen beim selbstbestimmten Einschlafen? Keine Ahnung! Aber das ist auch nicht wichtig, genau so wenig, wie es relevant ist, ob man es nun als selbstbestimmtes Einschlafen betitelt oder nicht. Für uns passt es und DAS ist das Entscheidende! Wir haben unseren – ganz persönlichen – Weg gefunden. Einer, der zu uns passt – zu uns als Familie, zu uns als Eltern, zu uns als Paar und zu unseren Kindern. Zu mindestens für den Augenblick… In dem Sinn: try and error 😉

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Anregungen #Bauchgefühl #Einschlafbegleitung #einschlafen #Erfahrungsbericht #Kind #Kinder #Patentrezept #Ritual #selbstbestimmt

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19 thoughts on “Selbstbestimmtes Einschlafen, oder wie sich das nennt…”

  1. Das klingt wirklich toll 🙂 auch wenn ich mir das nicht unbedingt bei uns vorstellen kann. Wir kriegen IMMER die Antwort „NEIN! ich bin nicht müde“, egal wie wach oder müde. Wir machen die Zeit immer davon abhängig wie die Kinder mittags geschlafen haben und ob. Dann „fühle“ ich auch einfach ob sie müde sind oder nicht. Wenn sie nicht müde sind, müssen sie auch nicht ins Bett (das fand ich als Kind auch immer schlimm 😦 )
    Liebe Grüße und danke für den Bericht

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    1. Liebe Sanne,

      unser Weg klappt bestimmt auch nicht für alle Kinder und Eltern, aber eben bei uns ist es genau das richtige gewesen. Aber es braucht manchmal gehörigen Mut und Selbstbewusstsein eben diesen Weg – den eigenen – zu gehen, wenn das Umfeld massiven Druck ausübt. Als unerfahrene Erst-Mama knickt man schon mal gerne ein und ist völlig verunsichert – so wie ich. 😦
      Warum mischen sich andere auch immer ein? Lasst die Eltern doch machen! Sie müssen doch damit leben, oder nicht?!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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      1. Ich frage mich immer, ob manche Kinder einfach so sind und manche nicht oder ob wir sie manchmal durch unsere Erziehung „verdorben“ haben. Unsere gehen freiwillig ins Bett wenn sie viel zu spät wegen Erschöpfung umfallen – sonst nicht 😉 der große würde auch IMMER ein Hörspiel wollen (aber das hält ihn dann immer wach).
        Wir sind jedenfalls auch viel entspannter als früher. Ich würde mich heute mit einem Baby nie mehr stundenlang ins dunkle Zimmer legen. Habe ich bei Sohn 1 auch so gemacht und fand es wie du schrecklich…
        Man muss sich einfach frei machen von den ganzen Besserwissern 😉

        Liebe Grüße

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  2. Wie froh ich bin, darüber zu lesen. Ich hatte erst unlängst ein ‚Gespräch‘ darüber (eigentlich war es mehr eine Belehrung, ich selbst steige bei solchen gut gemeinten Ratschlägen meist aus, da mir das Diskutieren und Rechtfertigen zu blöd ist, wenn ich eh weiß, dass es nicht zum Denken anregt…). Auf die Frage wann unser Baby ins Bett geht sagte ich „so um halb 8 oder 8“, weil sich bei uns ein Rhythmus ergeben hat, wo das meist zutrifft. Daraufhin wurde ich eben belehrt (obwohl es wirklich nur gut gemeint war), dass das schon spät ist und ich schauen müsste, dass es auf keinen Fall später wird! Weil wenn das Kind dann mal aufstehen muss für Kingergarten oder Schule, dann kommt es in der Früh nie aus dem Bett…

    Wir handhaben es so, dass ich abends, wenn das Baby müde wird, langsam anfange es fertig zu machen usw. und wir dann noch im Bett Stillen bis es schläft. Bei uns ist das ungefähr immer um die selbe Zeit, natürlich gibt es auch Ausnahme und ich gehe mit unserem Hörnchen an einem normalen Tag auch noch nicht ins Bett, wenn es zB erst 17:30 ist, weil daraus aus Erfahrung noch kein tiefer ‚Nachtschlaf‘ entsteht.

    Ich finde es auch hier ganz wichtig, dass man das Kind in gewissem Rahmen selbst besimmen lässt, wann es ins Bett geht. So kann es doch auch lernen, das Gefühl der Müdigkeit und den Sinn des Zubettgehens und des Schlafes zu verstehen!
    Ich habe oft das Gefühl, ’selbstbestimmt‘ heißt für andere (Außenstehende) immer, dass man sich als Eltern total auf der Nase rumtanzen lässt und die Kinder frech sind und sowieso nur machen, was sie wollen – auch wenn das fernsehen bis Mitternacht mit einem Cola und Süßigkeiten ist. Dass es aber ein schönes Miteinander sein kann, wo man mit Achtsamkeit und liebevoll auf die Bedürfnisse seines Kindes eingeht, sehen Außenstehende meist nicht…
    Greets Cao

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    1. Liebe Cao,

      die „Belehrungen“ von außen wann mein Kind, was zu tun hat, kotzen mich sagenhaft an! Woher nehmen sie das Recht es besser zu wissen? Sie sind weder ich, noch mein Kind ist ihr Kind! Nicht vergleichbar. Äpfel und Birnen vergleicht man ja auch nicht!
      Wenn es für das individuelle Eltern-Kind-Paar passt, dann ist es richtig, egal ob andere es toll finden. Aber sie können halt nicht den Mund halten, müssen sich einmischen und besser wissen… Warum nur? Als wenn es nur den einen richtigen Weg gibt – die sie selbst gewählt haben – und alles andere falsch sein MUSS. Kommen sie nicht vielleicht auf die Idee, dass viele Wege ins Bett führen können? Alle gleichberechtigt gut, nebeneinander, ohne Konkurrenz?
      Ich warte immer noch, dass es unter Eltern (Großeltern) so viel Toleranz geben wird!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  3. Huhu
    Wieder ein sehr schöner Artikel 🙂
    Finde es schön, was du über das Bauchgefühl geschrieben hast, bin da immer wieder am Rätseln, habe auch letzte Woche selber etwas darüber geschrieben. Weil, wie auch bei dir, denke ich, dass man auch durch negative Erfahrungen (um 8 im bett liegen MÜSSEN) einen andren Umgang lernt (es ist besser, schlafen zu gehen, wenn man bzw Kind müde ist). Wir hatten das Glück, dass unsere Kiddies von Anfang an einen festen Rhythmus hatten und wir sie um ca 8 ins Bett legen konnten und sie in den Schlaf begleiten. Nun mit fast 3 sieht das beim großen anders aus, aber da auch ich dieses doofe Gehabe kenne von wegen „der muss ins bett“, kenne auch ich das rumgetrete usw, dass auch mich super entnervte und wozu? Lieber alle mal ein wenig entspannter und zeit für alle. Schöner Text 🙂

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    1. Liebe Jenny,

      danke für dein Lob!
      Man muss sich von den Zwängen von außen befreien können – dann kann man auch „ungestört“ in sich hinein hören und seinem Bauchgefühl folgen. Dann wird man seinen ganz persönlichen Weg schon finden…. Früher oder später…. In dem Sinne: try and error 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  4. Das hört sich sehr harmonisch an bei euch. Aber wie läuft das eigentlich mit dem Thema selbstbestimmtes Aufstehen? Wann werden deine Kids morgens so wach?

    Im Prinzip hätte ich nichts dagegen, wenn meine Kinder abends auch mal länger wach sind, wenn sie noch nicht müde sind. In den Ferien machen wir das auch so, dass sie mehr oder weniger selbst entscheiden dürfen, wann sie ins Bett gehen. Das wird dann auch mal 22 Uhr.
    Aber an normalen Tagen müssen die Kinder morgens früh aus den Federn, damit wir um 8 Uhr das Haus verlassen können. Wenn sie mehr als 2 Tage hintereinander nicht ausgeschlafen sind, werden sie tagsüber unausstehlich…

    Wir haben ein abendliches Ritual, dass mittlerweile ganz gut klappt. Nach dem Abendessen können die Kinder noch spielen, wir lesen dann auch noch gemeinsam oder spielen noch Lego. Dann Schlafanzug, Zähneputzen und ab ins Bett. Dort wird meist noch kurz gekuschelt, wir reden über den vergangenen Tag und die Kinder schauen sich dann noch ein Buch an. In der Regel sind beide zwischen 8 und halb 9 eingeschlafen und wir haben Feierabend. Meistens klappt das ganz stressfrei, weil alle wissen, wie es läuft…

    Viele Grüße
    Andrea

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    1. Liebe Andrea,

      mir scheint, ihr habt für euch auch den perfekten Weg zum Einschlafen gefunden 😉

      Das morgendliche Aufstehen wird uns erheblich erleichtert (auch uns Eltern!) seitdem wir eine Wecker mit Sonnenaufgangsfunktion haben. Klingt verrückt, aber war eines der besten Investitionen der letzten Jahre 🙂 BusyBee zum Beispiel wacht schon allein durch die imitierten Sonnenaufgang ganz sacht auf….
      Vielleicht auch eine Anregung für euch?

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  5. Danke für deinen Bericht. Einiges in letzter Zeit von selbstbestimmten Einschlafen gelesen auf twitter. Hat mich wirklich interessiert. Weil wir auch stundenlange Einschlafversuche hatten und ich auch keine Me-time und frustriert war. Seid ein paar Tagen warten wir bis die kleine Wuselmaus angekrabbelt kommt und sich ankuschelt zum Einschlafstillen. Dann geh ich mit ihr rüber in unser Bett und dort schläft sie dann schnell und stressfrei ein.
    Hach und ich kann mich auch dran erinnern, dass ich als Kind immer noch stundenlang wach im Bett lag. Das will ich für meine Kleine nicht. Sie soll gerne ins Bett gehen.

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    1. Genau! Ich will auch, dass meine Kinder gerne ins Bett gehen und dass das Einschlafen für die Ganze nicht zum ewigen Kampf und Krampf wird. Das ist doch dann ein unschöner Abschluss des Tages… 😦

      Wenn es euch jetzt damit besser geht, dann habt ihr wohl euren Weg gefunden! Herzlichen Glückwunsch ❤ 🙂

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  6. Liebe Mother Birth,

    wie wunderbar ❤ Warum meinst Du, dass ich das nicht lesen wollte? Ich glaube, ich habe es falsch rübergebracht. Ich fand es nur irritierend, dass so viele auf Rituale pochen (als Weg zum Einschlafen), sie dann aber nicht ins Schlafen münden.

    Gerade vor dem Hintergund Deiner Erfahrungen verstehe ich Deine Gedanken total. Es ist bei uns — ganz anders. Mit Maple schlafen zu gehen, ist ein Highlight des Abends. Sie sucht zwei Bücher aus. Wir liegen in ihrem Bett (unserem Ehebett eigentlich früher). Ich lese, sie nuckelt dabei hingebungsvoll und lauscht. Auch ich habe es über alles geliebt, vorgelesen zu bekommen. Danach lässt sie die Rollade herunter, und wenn sie möchte, erzähle ich ihr noch eine Ameisen-Geschichte (immer eine "Geschichte von der kleinen Ameise, die Maple hieß und die …" – auf Wunsch. Meistens erlebt sie genau das, was Maple auch erlebt oder gerade verarbeitet. Diese Geschichten hat meine Schwiegermutter erfunden, udn bis auf die Tierauswahl finde ich die Idee ziemlich genial. Die Ameise fühlt fast immer dasselbe wie Maple und tut dasselbe, manchmal macht sie aber auch Dinge anders.). Danach bete ich noch und bedanke mich darin für all das, was wir und sie heute Schönes erlebt haben. (In letzter Zeit soll ich allerdings nicht mehr beten.) Danach kommt die schon sehr müde Anweisung "Einrollen!" (=wie Löffelchenstellung). So schläft sie dann ein, in maximaler Geborgenheit. Die Gestaltung des Einschlafens ins vorgegeben, aber das hat sich mit ihr zusammen so entwickelt. Den Zeitpunkt bestimmt sie nur implizit und in Grenzen selbst. Ich würde nicht vorschlagen, schlafen zu gehen, wenn sie nicht müde wäre. Ich habe aber auch keine Lust, sie morgens aus dem Bett quälen zu müssen. Ich weiß selbst, wie furchtbar das ist, wenn man nichts lieber als schlafen möchte, aber aufstehen muss. Und durch den Kindergarten (wir müssen um 8:30 Uhr los) sind die Zeiten da vorgegeben. Coco muss ja auch noch fertig werden.

    Coco wird wesentlich später müde, und das respektieren wir auch (obwohl es anders schöner wäre). Sie spielt abends noch bei uns, allerdings nicht so besonders eigenständig. Ab und zu schläft sie auch alleine hier ein, legt ihren Kopf auf meinen Bauch und dann … Aber das ist dann sehr spät. Schlimm finde ich das nicht. Aber ich habe auch ganz gerne mal Feierabend, und wie gesagt, ungestört Dinge tun, die ich tue, wenn die Kinder schlafen, geht dann einfach nicht. Weder Computer noch Handy, da wird ständig drauf rumgedrückt bzw. rumgeschrien, wenn man es verbietet. Nähen geht erst recht nicht. Dabei sein, Knöpfe drücken! Sonst siehe oben.

    Klar, vielleicht wäre es (anders als bei Maple) für Coco schöner, bis Ultimo hier rumzuwuseln. Das kostet aber dann den Rest Selbstbestimmung, den ich mir nicht gerne nehmen lassen möchte. Da ist es für mich eine Abwägung. Ich finde es legitim und auch vertretbar, wenn Coco dann (am liebsten mit Karl UND mir) ins Schlafzimmer geht, da die Entspannungsmusik läuft, da ist es ziemlich dunkel, da läuft kein Fußball und vieles andere, was es einfach erschwert, runterzukommen, weil Input. Das finde ich nur menschlich. Ich kann auch besser loslassen, wenn ich weiß, ich verpasse nichts. Auch im Schlafzimmer braucht sie noch viel mehr Zeit als Maple, um einzuschlafen (au0er bei meiner Schwiegermutter: 5 Minuten! Frechheit!). Sie trinkt noch ausgiebig, sie legt ihren Kopf abwechselnd auf Karls und meinen Bauch, sie krabbelt und knetet an uns herum. Und es ist so schön, ihr die Zeit geben zu können und auf nichts anderes fokussiert zu sein, statt (so wäre es sonst hier) zu denken: Nun schlaf doch endlich ein, nein Fußball wollen wir aber nicht ausmachen und Finger weg von der Nähmaschine, das ist gefährlich! Na gut, bevor Du nur brüllst, komm auf den Schoß, aber NEIN! FINGER WEG!!! usw. usw.

    Von daher machen wir dasselbe wie Ihr: Wir hören auf unser Gefühl. Als Coco nach dem Krankenhausaufenthalt überhaupt nicht mehr schlafen konnte, Angst hatte einzuschlafen, sind wir teils sogar nachts irgendwann entnervt Auto gefahren. Weil da da der Weg war.

    Maple ist die ersten 14 Monate ihres Lebens ausschließlich auf dem Arm eingeschlafen, und ich weiß noch, als sie es das erste Mal ohne Schreien tat. Mir laufen die Tränen so runter, wenn ich daran zurückdenke, als sie das erste Mal nicht über die Schmerzen hinweg einschlafen musste. Stillen durfte ich sie da ja längst eh nicht mehr. Dann begann die friedliche Zeit, als ich sie einfach nur auf dem Arm herumtragen musste, und sie schließ irgendwann ein, ohne zu schreien.

    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie in ein Bett zu legen und zu erwarten, dass sie einschläft. Ich finde es auch heute alles andere als selbstverständlich. Zweimal hat sie mich zum Einschlafen rausgeschickt. Ich war so stolz auf sie. Aber sie hat noch so viel Zeit. Sie genießt das Schlafengehen mit mir so sehr, udn wenn ich sage, "Komm, wir gehen auf Boot", dann ist das für sie vielleicht so, wie wenn ich sagen würde: "Möchtest Du ein Stück Himbeertorte?"

    Auch bei Maple kommt es vor (selten), dass sie sagt: "Ich kann gar nicht einschlafen." Dann sage ich: "Das macht doch nichts, dann kuscheln wir einfach. Oder wir träumen von etwas Schönem."

    Klar, selbstbestimmt sagen: Ich gehe jetzt schlafen, das ist was anderes. Aber ich finde das für ein Kindergartenkind auch viel verlangt. Das ist mein persönliches Mama-Gefühl, und es bezieht sich auf meine Tochter. Es ist bei uns so, dass es für uns alle schön ist. Also genau wie bei Euch.

    Alles Liebe
    Mo

    Gefällt 3 Personen

    1. Ach liebe Mo,

      vielen lieben Dank, für deine so ausführliche Antwort! Danke, dass du mir auch einen Einblick in euer abendliches Ritual gewährst. ❤ Mir geht das Herz auf, wenn sie lese wie feinfühlig und liebevoll eure Kinder in den Schlaf begleitet werden. Es hört sich für mich recht harmonisch an – so wie bei uns. Das Ziel ist das gleiche, nur der Weg, der dahin führt ist bei uns verschieden. Weil wir verschieden sind, weil unsere Kinder verschieden sind. Da ist es nur verständlich, nur logisch, dass bei uns nicht das Gleiche passt. 🙂

      Ich habe es wirklich sehr genossen, DEINEN Erfahrungsbericht zu lesen! danke nochmals dafür ❤ ❤ ❤

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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