Blogparade, Dies und Das, Familie

#Blogparade – Darf man heute noch Hausfrau sein? oder „Hast du nichts gelernt?“

Ich freue mich sehr, dass ich doch noch an der #Blogparade – Darf man heute noch Hausfrau sein?  von Sonjas besondere Welt teilnehmen kann ❤ ! Die anfangs gesetzte Frist vom 30. Juni hätte ich niemals geschafft einzuhalten. Daher bin ich um so erfreuter, dass es eine Verlängerung bis zum 31. Juli geben wird. Diese werde ich nun nutzen, um meine Gedanken zum Thema: Hausfrau niederzuschreiben.


Um es mal gleich festzuhalten:

Ich bin eine HAUSFRAU!

Wobei ich mich mit dieser Bezeichnung ganz schlecht identifizieren kann, mich selber ungern so nenne und von anderen auch ungern so genannt werde. Warum das so ist, werde ich euch im Folgenden versuchen zu erklären.

Vom alleinverdienenden ambitionierten Hausmann und einer Hausfrau, die den Haushalt und das Kochen hasst…

Den Haushalt zu machen, hasse ich zu tiefst! Ja, so ist es. Eine Hausfrau, die ihre ureigenen Aufgaben hasst. Oh, oh, oh… Darf ich das? Keine Ahnung – es ist halt so. Ich bin halt keine „gute Hausfrau“ wie meine Schwiegermutter, die ihr Seelenheil in der Erschaffung des perfekten Zuhauses findet. Mir bringt es keine Erfüllung, wenn das Haus blitzt und blinkt. Hausarbeit ist für mich Mittel zum Zweck. Nicht mehr und nicht weniger. Es muss getan werden, aber Spaß hab ich daran nicht. Auch das Kochen – noch so eine Tugend der „guten Hausfrau“ – liegt mir so gar nicht. Ich kann nicht kochen und vor allem – ich mag es auch nicht! Der Herzensmann ist der „klassische“ Alleinverdiener, aber er hat Hausmannallüren 🙂 !!! Darf er das? Keine Ahnung – ich lass ihm seinen Spaß. Ihm bringt es nämlich – ganz im Gegensatz zu mir – Freude den Haushalt zu machen. Was bei mir ehrlich gesagt immer wieder unverständiges Kopfschütteln verursacht 😉 . Es scheint ihm eine innere Befriedigung zu bescheren, wenn er das Haus auf Hochglanz poliert hat. Er huscht wie eine emsige Biene durchs Haus und erfreut sich dann an seiner getanen Arbeit, an seinem vollbrachten Werk ❤ 🙂 . Ich hingegen kann immer nur denken #Hamsterrad f**k – in 3 Tagen sieht es eh wieder so aus… Er ist halt die/der bessere Hausfrau/-mann als ich! Selbst beim Kochen überflügelt mich meine bessere Hälfte mit seinen Hausmannqualitäten. Er findet Entspannung!!! beim Kochen am Abend, wenn er einen stressigen Tag im Büro hatte. Für mich völlig unverständlich – mich stresst kochen ungemein. Was ich hingegen mag: Im Garten Hecken, Büsche und Bäume schneiden! Das wiederum ist der persönliche Graus des Herzensmannes. Er versucht sich darum immer zu drücken…

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Das Bild wäre für uns stimmig, wenn da ein Mann – mein Mann – abgebildet wäre 🙂

Klare „klassische“ Rollenverteilung!? Ja, nein – jein 😉

Wie man sieht, haben wir vordergründig eine klassische Rollenverteilung: Hausfrau und Alleinverdiener, aber wenn man unseren privaten Alltag betrachtet, stellt man fest, dass man in so eng gefassten Denkmustern schnell an die Grenzen der tatsächlich gelebten Realität stößt. Wir passen in keine Schublade mit unserem „Modell“. Es hat nichts mehr mit dem veralteten Rollenverhalten unserer Eltern und Großeltern zu tun. Wir leben eine gleichberechtigte Partnerschaft – auch wenn ich zur Zeit nicht erwerbstätig bin. Nicht weil mein Platz als Frau und Mutter im Haus und am Herd ist, sondern viel mehr, weil es mein Herzenswunsch ist, meine Kinder ins Leben zu begleiten. Gerade in den Anfangsjahren. Mein Mann unterstützt und bestärkt mich in diesem Wunsch. Auch wenn es für ihn selbst bedeutet, dass er die alleinige Verantwortung trägt für den Unterhalt der Familie aufkommen und deshalb 2 Jobs machen zu müssen. Dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar ❤

„Hast du nichts gelernt?“ – veraltete Klischees wirken bis heute nach

Und nun will ich euch noch verraten, warum ich mich selbst ungern als #Hausfrau bezeichne. Es gab ein Schlüsselerlebnis, welches ich nie vergessen werde, da es mich sehr getroffen hat. Ich wurde während der zweiten Schwangerschaft gefragt, was ich denn beruflich machen würde. Meine Antwort: ich bin zur Zeit Hausfrau und Mutter. Die Antwort darauf hat mich tief erschüttert und ich war ehrlich gesagt schockiert, als man mich tatsächlich fragte:

„Hast du nichts gelernt?“

Kann es sein, dass man heute nur noch aus Perspektivlosigkeit heraus Hausfrau ist? Weil man zu dumm für etwas „Richtiges“ ist? Was ist das denn bitte für ein abwertendes  Bild in der Gesellschaft? Das hat mich geärgert – richtig geärgert. Nur mal so nebenher: ich habe ein abgeschlossenes Studium … Der betreffenden Person ist es nicht mal in den Sinn gekommen, dass ich mich eventuell bewusst dazu entscheiden habe und nicht weil ich leider keine anderen Optionen hatte. In solchen Situationen frage ich mich manchmal schon: Darf man heute noch Hausfrau sein (wollen)? Ist dieser Wunsch noch zeitgemäß? Ich persönlich glaube, dass die Hausfrau von heute nicht mehr unbedingt die Hausfrau von damals ist. Vielleicht wäre eine neue Bezeichnung hilfreich, um die alten Klischees nicht immer wieder neu aufwärmen zu müssen.

Selbstgewähltes Abstellgleis oder Zeit der neuen Fokussierung im Leben?

Für meine Mutter eine völlig unverständliche Entscheidung: ich mache mich in der heutigen Zeit von einem Mann finanziell abhängig und gleichzeitig hab ich ja „umsonst“ studiert, wenn ich gar nicht arbeite… Ist das so? Darf ich nicht in einer gewissen Phase meines Lebens Hausfrau sein wollen? Es ist ja nicht so, dass ich beschlossen hätte nie wieder etwas anders zu tun. Ich habe es auch nie bereut studiert zu haben. Es war richtig und wichtig in der betreffenden Lebensphase. Nun ist mir etwas anders wichtig: ich möchte voll und ganz für meine Kinder da sein, so lange sie mich noch so viel brauchen. Was sein wird und wo mich das Leben noch so hintreibt, weiß ich nicht. Ich glaube vieles ergibt sich. Dieser Blog ist der erste Schritt in eine neue Richtung, die ich mit meiner Berufung als Mutter vereinbaren kann. Mal sehen, was sich daraus noch entwickeln kann. Ich bin auf der Reise mit unbekannten Ziel, aber das macht für mich auch den Reiz aus. Ich muss jetzt noch nicht wissen, wie meine Zukunft in 10 oder 20 Jahren aussieht. Es gibt so viele Variablen, die ich nicht beeinflussen kann. Ich lass mich überraschen – vielleicht werde ich ja doch noch Hebamme oder Doula… Wer weiß 🙂 Eine naive Weltsicht? Vielleicht, aber sie macht mich aktuell glücklich und nur das zählt für mich.

Vollzeit-Mama statt Hausfrau

Ich bin gerne Mutter, ich bin gerne für meine Kinder da, ich bin auch gerne zu Hause und genieße die intensive Zeit mit meinen Kindern, aber ich bin nicht gerne Hausfrau! Deshalb bezeichne ich mich lieber als Vollzeit-Mama 😉 … Das kann ich für mich voll und ganz unterschreiben. Hinter der Bezeichnung stehe ich, kann mich mit ihr identifizieren. Wenn ich es noch differenzieren sollte, bin ich eine Vollzeit-Mama, die in Teilzeit bloggt und nebenher noch etwas Haushalt erledigen muss.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

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11 thoughts on “#Blogparade – Darf man heute noch Hausfrau sein? oder „Hast du nichts gelernt?“”

  1. Du hast eine fantastische Einstellung 🙂 lass uns doch statt Hausfrau den Begriff Mamnehmer etablieren (winke mal der Jana Heinzelmann) – ja der Feminismus hat uns leider nicht nur gutes bescherrt: Die Ansprüche an uns Frauen sind einfach höher geworden. 😦 Liebe Grüße, Ella

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ella,

      schau mal hier -> https://www.2kindchaos.com/gesellschaft/muetterthron-beziehungsgewalt-feminismus-interview-mit-rona-duwe
      Mit der Definition von Feminismus, den Rona Dune hier aufzeigt kann ich mich sehr gut identifizieren. Danach bin ich vielleicht sogar eine Feministin 🙂 !

      Dein Vorschlag von „Mamnehmer“ zu sprechen, finde ich auch gut. Der Begriff „Hausfrau“ ist veraltet und überholt und spiegel keineswegs mehr die Realitäten wieder. Außerdem ist er so negativ besetzt, dass über neuen, besser passende und positiv besetzte Begrifflichkeit dringend nachgedacht werden sollte!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Ich bin ja auch Hausfrau und Mutter. Und ganz ehrlich? Manchmal habe ich das Gefühl mich dafür schämen zu müssen. Aber dann schaue ich wieder auf meinen Sohn und meinen Kugelbauch und stelle fest „Es ist richtig so!“

    Ich bin so unfassbar dankbar dafür, dass ich zuhause bleiben KANN und wir gut leben. Ich MUSS nicht arbeiten gehen, weil mein Mann einfach gut verdient. Ist das nun verwerflich? Ich denke nicht.

    Natürlich hört man hier und da „du machst dich abhängig“. Nein mache ich nicht. Das Geld welches er verdient ist genau so meins, wie die Kinder von ihm sind. 😉
    „Und wenn er dich verlässt?“ *lach* „Und wenn nicht?“ Hach ja. Vielleicht mache ich ja auch noch mit der Parade!

    Sonnige Grüße.

    Gefällt 3 Personen

    1. Hätte, hätte Fahrradkette… blablabla… Man sagte mir auch voraus, dass ich den Mann fürs Leben niemals nie mit 16 in der Disco kennenlernen könnte. Man sieht ja wie recht alle hatten 😉
      Sicherlich besteht die theoretische „Gefahr“ verlassen zu werden oder dass der Mann stirbt, aber will ich mir mein Leben von Angst – meist der anderen – diktieren lassen? Nein. Ich übernehme die Verantwortung für meine Entscheidung und muss letztendlich die Konsequenzen tragen. Deshalb verstehe ich auch nicht warum alle mitreden und kritisieren müssen….
      Jeder sollte seine ganz eigenen Entscheidungen treffen dürfen, ohne Kritik dafür einstecken zu müssen.

      Ich hoffe sehr, dass auch duo noch bei der Parade mitmachst! Ich bin sehr gespannt auf deine Gedanken dazu.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 2 Personen

  3. Mir gehts mit dem Haushalt ähnlich, mein Mann und ich teilen uns zwar die Arbeit, so richtig gern machts aber keiner. Außer kochen, das mögen wir beide!
    Lustig, habe unwissend von der Blogparade einen ähnlichen Beitrag geschrieben 😉
    Greets Cao

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, liebe Tanja, noch so eine Mama… 😉 Nach dem Putzen ist definitiv vor dem Putzen – kurz vor dem Putzen, sehr kurz davor… 😦
      Vielen lieben Dank ❤ und ich bin wirklich froh mich fürs Mama-Sein entschieden zu haben. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe – nie!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 3 Personen

Hinterlasst mir hier gerne einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen <3

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