Gastbeiträge - von euch für mich, Stillen

{22} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von sandra-schindler-schreibt

Ich freue mich sehr, dass Sandra von sandra-schindler-schreibt in ihrem #Gastbeitrag uns ihren kleinen Milchvampir vorstellt, dem sie sogar jetzt noch ein Buch gewidmet hat. Eine tolle Art und Weise eine wundervolle Stillbeziehung zu würdigen, die mit einer großen Portion Selbstverständnis gelebt wurde – von beiden Seiten 😉 … Ich würde übrigens mein beiden Kinder auch als Milchvampire bezeichnen. Und jetzt verrate ich euch mal ein gut gehütetes Geheimnis: NotYet hieß bei uns bestimmt bis zu seinem 1. Geburtstag – na, ratet mal! – genau: MILCHVAMPIR. 🙂 Deshalb bin ich schon gespannt auf das Buch! Ich will mehr lesen… Und wie schauts bei euch aus? Habt oder hattet ihr auch kleine Milchvampire zu Hause?


Stillen in der Öffentlichkeit: zwischen Selbstverständnis und Tabu

Wie mein erstes Mal Stillen in der Öffentlichkeit war? Keine Ahnung, ich kann mich nicht daran erinnern – also muss es ziemlich unspektakulär gewesen sein. Ich gehörte nicht zu den Müttern, die ein Geheimnis ums Stillen machten. Aber ich kenne sie schon, diese Frauen, die sich verstecken, aus Angst davor, von der Gesellschaft stigmatisiert zu werden. Denn viele Menschen empfinden das Stillen als Tabu, als etwas, was man nur im Verborgenen tun darf, weil es ja irgendwie unnatürlich ist. Genauso unnatürlich, wie das Kind zu Hause zu bekommen oder es im eigenen Bett schlafen zu lassen.

Warum ist das Denken in der Hinsicht eigentlich bei vielen so fürchterlich konservativ? Ich vermute, es hängt mit der Generation der Großeltern unserer Kinder zusammen, also mit unseren eigenen Eltern. Denn die wuchsen in einer Welt der von der (Nach-)Kriegszeit geprägten Tabus auf: Kinder muss man schreien lassen, man darf sie nicht verwöhnen, indem man auf ihre Bedürfnisse eingeht. Und diese Denkweise hat sich auch in vielen Köpfen unserer Generation festgesetzt.

Über Peinlichkeiten – Dinge sollten beim Namen genannt werden

Ist euch schon mal aufgefallen, dass nicht wenige Leute nicht in der Lage sind zu sagen:

„Ich geh jetzt mal aufs Klo!“?

Sie sagen stattdessen sowas wie:

„Ich bin mal kurz weg!“

Gut, ob man jetzt im Geschäftsleben so deutlich sein möchte, wie man sein könnte, das bleibt jedem selbst überlassen, aber gegenüber den (Enkel-)Kindern – die dann womöglich entgeistert auf die Mama zugestürzt kommen und fragen:

„Wo ist denn der Opa hin? Er hat gesagt, er ist mal kurz weg, aber wohin ist er denn gegangen?“

Sei mal ehrlich!

Genau wie bei der ängstlichen Einstellung gegenüber Hausgeburten und Familienbetten sowie dem Klothema plädiere ich beim Stillen für Ehrlichkeit – und die beinhaltet für mich, dass ich meinem Kind von Anfang an sage, warum manche Dinge bei uns anders sind als so, wie sie in den Standard-Kinderbüchern dargestellt werden. Und es beinhaltet auch Ehrlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit, denn ich habe keinen Grund, mich zu verstecken, nur weil ich das hergebe, von dem ich weiß, dass es für mein Kind das Beste ist. Ich zeige durch diese intime Handlung, dass mein Kind ein Teil von mir ist – und ich ein Teil von ihm. Ich stehe für mein Kind ein, auch – und gerade wenn mir jemand dumm kommt.

Einstellungssache? – Einstellungssache!!!

Vielleicht war es diese Einstellung, die dazu geführt hat, dass ich nie schlechte Erfahrungen beim Stillen in der Öffentlichkeit gesammelt habe. Und das, obwohl ich eine Reaktion durch meine Handlungen manchmal regelrecht provoziert habe. Das Stillen – egal, wo – war für mich selbstverständlich. Dass ich provoziert habe, damit meine ich nicht, dass ich überall die Milchquelle ausgepackt hätte, sodass es auch ja jeder sehen konnte. Das nicht. Ich fühlte mich wohler mit Spucktuch um die Brust. Aber: Ich nahm mein Baby überall mit hin. Manchmal war ich mit meinem Kleinkind im Theater, wenn mein Mann dort auf der Bühne stand. Dafür wurde ich natürlich beim ersten Mal schon etwas schräg angeschaut, aber als die Leute dann sahen, wie gut es funktionierte, da verwandelte sich die Skepsis in Bewunderung. Die Platzanweiserin kam sogar in der Pause, in der ich im Foyer stillte, auf mich zu, um mir ihre Begeisterung auszusprechen:

„Ich wünschte, mehr Frauen wären so wie Sie!“

Ich stand auch etliche Male mit Nachwuchs im Tragetuch auf der Bühne. Und wenn das Kind dann quengelig wurde, machte ich eine kurze Stillpause. Dann gings weiter, bis es von mir in den Schlaf gesungen wurde. Eigentlich erstaunlich, dass die Kids bei so einem „Krach“ direkt neben sich überhaupt schlafen können. Aber meine waren es von Anfang an gewohnt. Es beruhigte sie, wenn ich sang – vielleicht gerade deshalb, weil sie wussten, ich würde sie nie allein lassen, auch wenn ich meinem Hobby nachging – und sie könnten jederzeit ihre Milch und auch meine Nähe bekommen, wenn sie sie brauchten.

Cover Milchvampir
Diese Stillbeziehung hat so gar zu einem Buch geführt! Gibt es auch bald zu kaufen…

Hmmm, lecker, Milch!

Ich glaube, es wäre mir auch gar nicht gelungen, das mit dem Stillen zu verstecken, denn gerade meine Kleine war so fixiert darauf, dass sie zum Beispiel sofort rief:

„Hmmm, lecker, Milch!“

, sobald ich aus der Dusche stieg. Und als sie dann größer war und wir unterwegs waren, meldete sie sich einfach zu Wort, wenn sie Hunger hatte. Aber nicht dezent, sondern mit einem lauten:

„Milch. Mihiiiiilch!!!“

Da musste ich schon ab und zu schmunzelnd an Little Britain denken. Übrigens war bei dem Kind jede Brust „Milch“. Ich erinnere mich, als wir mal an der steinernen Büste einer nackten Frau vorbeikamen. Dreimal dürft ihr raten, was sie sagte … Genau:

„Hmmm, lecker, Milch!“

Die Sache mit dem Bikini…

Irgendwann wurde sie sogar ziemlich penetrant. Ich konnte im Sommer nicht im Bikini vor dem Kind stehen, ohne dass es Appetit bekam. Das war mir dann doch zu viel, auch wenn ich heute über die Erinnerung lachen muss. Da haben die Leute schon komisch geschaut, als das Kind mir in aller Öffentlichkeit das Bikinioberteil langzog, um fix anzudocken, wenn ich es hochnahm. Natürlich nicht still und heimlich, sondern inzwischen sogar mit einem flehenden:

„Einmal noch Portion Milch haben!“

Diese Situation war übrigens ausschlaggebend dafür, dass ich anfing zu schreiben. Auf einmal war da diese Geschichte vom kleinen Milchvampir in meinem Kopf. Die Szene am Strand hab ich da übrigens tatsächlich eingebaut. Noch immer denke ich gerne an die zahlreichen lustigen Momente mit meinen Milchvampiren zurück, wobei viele davon sich nicht in der Öffentlichkeit, sondern zu Hause ereigneten. Und deswegen behalte ich sie auch für mich – wir wollen ja schließlich beim Thema bleiben…

Viele unvergessliche, positive Stillmomente mit euren kleinen Milchvampiren wünscht euch

Sandra Schindler


Hier findet ihr die ersten 21 #Anekdoten zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit


Vielleicht habt ihr auch eine nette kleine oder größere #Anekdote zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure #Anekdote bei mir als #Gastbeitrag teilen würdet! Hab ihr Lust? Dann meldet euch gerne per Mail bei mir unter: motherbirth@gmx.de!!! Ich freue mich ❤

*EURE MOTHER BIRTH*

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2 Gedanken zu „{22} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von sandra-schindler-schreibt“

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