Gastbeiträge - von euch für mich, Stillen

{23} Stillen in der Öffentlichkeit – #Gastbeitrag von Tanja Tollpatsch

Der #Gastbeitrag von Tanja Tollpatsch zeigt, dass Muttermilch nicht nur über die Brust seinem Kind geben kann, sondern auch über die Flasche. Jedes Stillpaar muss und sollte seinen eigenen Weg finden können – ohne Vorurteile und Anschuldigungen. Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“, sondern nur:

unsere individuelle Lösung.

Und DIE ist immer richtig 😉 … Also nicht verurteilen und bewerten, sondern offen sein, nach Hintergründen fragen und versuchen sich in sein Gegenüber hinein zu versetzen. Das hilft unheimlich, um gegenseitiges Verständnis haben zu können – und genau DAS ist es doch, was wir stillenden und Flasche gebenden Mütter wollen: VERSTÄNDNIS für unsere Lösung, für unsere Entscheidung


Nein, meine Brust trink ich nicht!

Oder: Was die kleine Piepsstimme dazu sagen würde…

Die Unbekümmertheit der Ahnungslosen…

„Nachdem Ihnen das Baby auf die Brust gelegt wird,wird es sofort mit dem saugen beginnen.“

So, oder so ähnlich, liest man es oft und/oder bekommt jede Mama es erklärt. Klasse! Stillen funktioniert quasi von allein – dachte ich! Und eine kleine Stimme im Hinterkopf piepste fragend:

„Warum gibt es dann Stillberaterinnen? Ließ doch mal zu dem Thema…“

Egal, Stimmchen bekam ein Tuch im den vorlauten Mund gestopft und ich verschwendete keinen Gedanken mehr daran.

by Pixabay
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Stillen sieht ja auch so easy aus…

Der Sohn meiner Cousine kam zur Welt und ich konnte sehr oft sehen, wie leicht es ist sein Kind zu füttern und wie viel Geld sie spart! Auch nachts, schön im Bett stillen und keine Flaschen machen zu müssen.
Das mach ich auch! Stillen ist praktisch und ich bin von Natur aus fau äh praktisch veranlagt… Dann kam mein Sohn und als er auf meiner Brust lag, machte er mir schöne Augen, von allein wollte er nicht anfangen zu saugen – hat wohl keinen Hunger, egal erstmal kuscheln 😍
Später wurde er unruhig, also habe ich versucht ihn anzulegen – er saugte ein oder zwei mal, drehte dann aber den Kopf wieder weg, um sich alles anzusehen. Wieder anlegen, nicht einmal saugen wollen, sondern Blicke von ihm, die mir einen Vogel zeigten.

Die Piepsstimme in meinem Hinterkopf lachte sich heiser…

So ging das Spielchen eine ganze Weile. Auch die Hebamme schaffte es nicht, den Sohn zum Trinken zu bewegen, indem sie uns anders lagerte oder den Trinkreflex auslöste. Er wollte sich nur alles ansehen.
Um uns zu beruhigen und um uns zu vergewissern das er keine Probleme mit dem Trinken hat, gab es eine Flasche mit Pre – die er auch quasi inhaliert hat. Also keine Probleme und hungrig war er auch nicht mehr. Schaute sich aber alles und jeden an. Am anderen Morgen stand dann eine Stillschwester an meinem Bett.

Das blöde piepsige Stimmchen feierte eine Party in meinem Hinterkopf…

Da müssen „Fachleute“ ans Werk…

Die Stilldame faselte was von:

„Der braucht ein bisschen Starthilfe, dann klappt das schon!“

Pustekuchen, der Sohn wollte nicht, wie sie wollte. Zu bunt wurde es mir, als sie meinen Sohn zwang den Kopf zu drehen! Irgendwann war die Tante weg und es erschien die nächste und die nächste… Irgendwer drückte mir Stillhütchen auf die Brust, denn damit MUSS es ja klappen… Nö, 2-3 mal saugen und dann wieder umherschauen was es zu entdecken gibt.

Mama hat nen Plan – das Baby auch!

Man war ich genervt! Mit dem Mann den Plan gefasst, es Zuhause in Ruhe zu schaffen, denn die Zimmer-Nachbarin bekam Besuch über Besuch, im Stillzimmer watschelte immer die Fotografin rein und im Abpump-Eckchen war es auch so wuselig, dass der Sohn immer zu umhersah, um ja nix zu verpassen. Als wir dann Zuhause ankamen, machte das Baby uns schnell klar, dass er auch hier nur schauen will, aber nicht dabei an der Brust sein und trinken möchte…

Also pumpte ich ab und gab die Muttermilch über die Flasche. Legte ihn dennoch immer wieder an, um ihn vielleicht doch zum Stillen zu überreden – aber es änderte sich nichts: er wollte schauen. Im Gegenteil: wir wurden beide frustrierter, also ließ ich es bleiben und wir gaben Flasche.

Das Umfeld – zwischen den Stühlen

Was mich aber sehr verletzte, war das Umfeld! Teils fremde Frauen gingen mich an und unterstellen mir eine böse, unfähige Mama zu sein, die ihrem Kind was sehr schlimmes antut! Und ja, sie stocherten damit in einer Wunde, in der ich selber täglich den Finger steckte… Zumal der Sohn mit annähernd 5 kg auf die Welt kam, musste er auch noch als schlechtes Beispiel für böse Pulvermilch herhalten. Das in der Flasche Muttermilch war, das interessierte kaum jemanden. Kann ja viel erzählen diese komische Frau… Es verstand niemand, dass der Sohn sich lieber alles anschaute, als sich bequem volllaufen zu lassen – heute ist er noch immer so: wenn etwas sein Interesse weckt, ist das Essen vergessen. Die andere Seite fragte mich dann immer:

„Warum tust du dir das an? Ist doch viel zu viel Stress,nimm Pulver!“

Man kann es einfach niemanden recht machen, aber alle können einen verunsichern. Gerade als Erstlingsmama weiß man nicht ob alles so seine Richtigkeit hat und ist schnell verunsichert. Ich habe lange gebraucht, um mir nicht alles zu Herzen zu nehmen, sondern mein bzw. unser Ding durchzuziehen.

Und soll ich euch was verraten?
Beim nächsten Kind mach ich es auch so!
Aber diesmal habe ich ein dickeres Fell und werde Kontra geben!


Hier findet ihr die ersten 22 #Anekdoten zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit


Vielleicht habt ihr auch eine nette kleine oder größere #Anekdote zum Thema: Stillen in der Öffentlichkeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure #Anekdote bei mir als #Gastbeitrag teilen würdet! Hab ihr Lust? Dann meldet euch gerne per Mail bei mir unter: motherbirth@gmx.de!!! Ich freue mich ❤

*EURE MOTHER BIRTH*

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