Blogparade, Dies und Das, Mother Birth

#Blogparade: So hab ich mich als Mama verändert

Die liebe Frida von 2kindchoas hat zur #Blogparade: So hab ich mich als Mama verändert aufgerufen. Da konnte ich nicht Nein sagen, denn ich habe mich verändert. Nicht in allen Punkten – ich bin ja schließlich kein neuer Mensch geworden 😉 … Aber ich bin nicht mehr dieselbe. Meine Kinder haben mich verändert – beide auf ihre ganz eigene Art. Sie haben mir meine Grenzen, aber auch meine Möglichkeiten aufgezeigt, deutlicher als es je zuvor ein anderer Mensch getan hat. Ich bin froh über diese Veränderungen, denn sie haben mich weitergebracht. Ich fühle mich heute wesentlich wohler in meiner Haut als früher. Und das ist gut so!

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Hier die Top 3 – meiner Mama-Veränderungen

1. Mein Freundeskreis

Natürlich hat sich mein Freundeskreis nicht vollständig verändert. Einige wirklich gute Freundinnen aus der „Vor-Kinder-Ära“ sind geblieben, haben überdauert. Darüber bin ich auch wirklich froh. Wir schaffen es mit viel Empathie uns in das Leben der anderen hineinzuversetzen – auch wenn es so ganz anders verläuft als das eigene. Wir finden immer noch viele gemeinsame Gesprächsthemen, können unserer Herz gegenseitig ausschütten und bekommen Verständnis und Wertschätzung entgegengebracht. Das möchte ich nicht einen Tag missen! Sie haben meine Veränderungen angenommen, sie als Bereicherung wahrgenommen und unsere Freundschaft hat es, denke ich, auf eine ganz neue Ebene geschafft. ❤

Leider konnte ich nicht alle Freundschaften hinüberretten… Einige zerschellten an den unüberwindbaren Klippen: „Wir haben uns einfach nichts mehr zu sagen“ Kennt ihr das auch? Man sitzt zusammen – vielleicht auch mit mehreren alten Freundinnen – alle unterhalten sich über den Job, den letzten exotischen Spontantripp, das durchzechte Wochenende mit zu viel Alkohol und Ausschlafen bis 15 Uhr und du denkst nur:

„WTF! Ich kann nicht mitreden – bei keinem der Themen. Ich gehöre nicht mehr zu ihrem Kreis.“

Ich fühlte mich dann immer wie ein Alien, der auf dem „falschen“ Planeten gelandet ist. Ich kann über Kinder, Windeln, schlaflose Nächte, Spielplätze, Familienurlaube usw. berichten, aber DAS wiederum interessiert keinen der anderen wirklich oder sie können dabei genauso wenig mitreden, wie ich bei ihren Themen. Sie sind unter sich eine homogene Masse, zu der ich mal gehört habe, nun aber nicht mehr. Es ist ok – der Abschied fällt trotzdem schwer. Ich habe lange versucht daran festzuhalten – an den „guten alten Zeiten“, die aber natürlich nicht wiederkamen. Mit der Zeit wurde der Kontakt immer lockerer bis er irgendwann im Sande verlief, weil man sich – wenn man es so nennen will – auseinander gelebt hatte. Weil der erlebte Alltag auseinander gedriftet war, weil man keine Schnittmenge bei den Gesprächsthemen mehr finden konnte, weil das echte Interesse für das Leben des anderen schwand. Schade, aber man muss lernen loszulassen. Freundschaften können sich ändern und manchmal ist es besser Abschied zu nehmen, auch wenn es schwer zu akzeptieren ist.

Ich habe aber auch neue Freundschaften geschlossen, obwohl dies mir als introvertierter Menschen eigentlich sehr schwer fällt. Mit Kindern lässt sich aber zum Glück schneller Kontakt zu anderen Müttern knüpfen:

Man hat wenigstens schon mal ein gemeinsames Thema… 😉

Und so habe ich neue Freundinnen gefunden, die ich ohne meine Kinder vielleicht nie getroffen hätte. Nicht viele, aber Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und denen es hoffentlich auch mit mir so geht ❤

Was mich dies gelehrt hat:

Veränderungen leichter anzunehmen und zu akzeptieren, die Bereicherung in ihnen zu sehen, loslassen zu lernen, wenn es nötig ist und nicht verkrampft an der vergangenen Nostalgie festzuhalten und nicht zu guter Letzt mutig zu sein und zu neuen Ufern aufzubrechen – manchmal wartet dort nämlich eine wundervolle Überraschung auf dich.

2. Meine Meinung

Früher – ich muss es zugeben – war ich eines dieser Herdentiere! Immer den anderen hinterher, viele eigene Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Schande über mein Haupt. Auch Selbstreflexion war nicht mein Steckenpferd. Ich war einer dieser Lemminge, die den anderen hinterher von der Klippe sprang, da ich meinte: Einer wird sich schon was dabei gedacht haben… Das dachten wohl auch die anderen … 😉

Gegen den Strom? Undenkbar! Und dann kamen meine Kinder. Noch in der Schwangerschaft von NotYet war ich fein angepasst und normkonform – ein Vorzeige-Herdentier. Ohne eigene Meinung, die hab ich mir ausgeborgt, von anderen, die es ja besser wissen mussten. Ob das schlau war? Im Rückblick eher nein… 😉

Und dann als frischgebackene Erstlings-Mama hab ich feststellen müssen:

Die andere Meinung passt vielleicht zum anderen, aber deshalb noch lange nicht zu mir.

Also musste ich mir wohl oder übel eine eigene Meinung bilden 😉 Ich stellte schnell fest, dass es dafür auch Rückgrat braucht, vor allem wenn die eigene Meinung nicht mehr massenkompatibel ist, wenn der eigene Weg gegen den Strom führt. Da braucht man Durchhaltevermögen, ein gutes Selbstbewusstsein und eine ordentliche Portion Kraft, um bei sich zu bleiben und nicht wieder den vermeintlich leichteren Weg einzuschlagen und sich in der Masse als Herdentier treiben zu lassen. Mir ging es zu mindestens so.

Aber ich habe auch die Vorteile kennengelernt. Ich weiß heute warum ich etwas tue, ich stehe voll hinter meinen Entscheidungen, bin nicht mehr Abhängig von anderen Meinungen, sondern bilde mir sie selbst. Es hat mich stärker, selbstbewusster und ich mag sogar behaupten – es hat mich glücklicher gemacht. Ich habe damit mehr zu mir selbst finden können. Und das ist für mich meine ureigene Kraftquelle geworden, aus der ich schöpfen kann – immer wieder. 

3. Mein Berufswunsch

Ich habe eigentlich mal im Hauptfach Kunstgeschichte und in den Nebenfächern Klassische Archäologie und Europäische Ethnologie studiert. Ich habe auch einen Abschluss: Magister. Es war mein Wunschstudium und ich bin froh darum, dass ich es gewagt habe. Trotzdem: ich habe mich verändert. Ich kann mich immer noch für die Kunst im Mittelalter erwärmen und begeistern. Aber seh ich meine Zukunft auch noch darin? Ich würde sagen: NEIN. Heute nicht mehr. Mein Herz hängt jetzt mit viel mehr Intensität an anderen Themengebieten – wie Stillen und Geburt. 

Ich kann mir jetzt tatsächlich vorstellen ganz neu anzufangen, einen ganz neuen Weg einzuschlagen. Vielleicht als Stillberaterin, Doula oder Hebamme. Ich möchte mit Menschen – Frauen und Kindern – arbeiten und nicht mit Artefakten, Bauwerken und Büchern. Ich habe mich verändert und damit auch mein Berufswunsch. Ich möchte – wie schon damals – eine Berufung haben. Zur Zeit wäre es einfach nicht mehr Kunstgeschichte.

Mein Blog ist das erste Wagnis in eine andere Richtung, eine Richtung, die mein Herz mir weist und eine Richtung, die meine Kinder mir zeigten. Ich werde diese Richtung weiter verfolgen, weil ich daran glaube, nun endlich auf dem richtigen Weg zu sein – zu mir selbst, zu meiner Bestimmung. Es fühlt sich stimmig an – alles – zum ersten Mal.


Für mich sind diese Veränderungen ein Geschenk, das mir meine Kinder gegeben haben. Kostbar, weil sie mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich jetzt bin. Die „neue“ Version meiner Selbst gefällt mir  wesentlich besser – dem Herzensmann übrigens auch 😉 ❤

 

*EURE MOTHER BIRTH*

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9 Gedanken zu „#Blogparade: So hab ich mich als Mama verändert“

  1. Oh da kann ich dir in vielen Punkten zustimmen. Und ohne Kindergarten habe ich manchmal das Gefühl dass das Rückrad doppelt so dick sein muss. Grade weil ich da nicht eine von denen bin die sagen „Nur mein Weg ist der einzig Richtige“.

    xo,
    Katarina

    Gefällt 1 Person

    1. Ach liebe Katharina,

      du wurdest als Spam eingeordnet 😉 … deshalb ist dein Kommentar erst jetzt von mir freigeschaltet!

      Ich gehöre auch nicht zu der Sorte : „Nur mein Weg ist der Richtige“ 🙂 und habe viel Verständnis für andere Wege. Leider wird einem nicht immer genauso viel Verständnis entgegengebracht, wie man selber aufbringt. Das kann mich mitunter schon frustrieren.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt mir

      1. Das weiß ich noch nicht genau. Mein Brainstorming-Zettel ist lang und breit gefächert. Von nochmal studieren bis ganz klein neu anfangen ist alles dabei. 😜
        Ich weiß noch nicht wohin die Reise geht. Aber was ich mal studiert habe passt nicht mehr zu mir. Ähnlich wie bei Dir.

        Gefällt 1 Person

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