Blogparade, Dies und Das

#Blogparade: Was ich mir als Mutter gönne – Wenn man sich selbst im Weg steht…

Ich habe in meiner Blogpause voller Elan Sabine von Daheim und mehr zugesagt, dass ich gerne an ihrer Blogparade: Was ich mir als Mutter gönne mit machen wolle. Ich hatte gefühlt tausende Ideen im Kopf. Nun sitze ich hier, zurück im Alltag, vor dem Laptop und frage mich:

Was habe ich mir dabei gedacht?

Mir fällt einfach nichts ein. Nichts. Rein gar nichts. Selten saß ich vor dem Laptop, wollte einen Blogtext verfassen und hatte eine solch gähnende Leere in meinem Kopf. Aber was hat sich verändert?

Der Alltag und das schlechte Gewissen

Was sich verändert hat? Ich bin wieder in meinem Alltag mit all seinen Herausforderungen angekommen. Die Zeit ist knapp, die zu erledigenden Aufgaben reihen sich wie ein unendliches Band aneinander, ohne dass ein Ende in Sicht scheint. Meine Gedanken kreisen um vermeintliche Pflichten und Erwartungen und weniger um meine eigenen Bedürfnisse und kleinen Auszeiten. Das ist auch tatsächlich mein „Problem“: ich kann mir schlecht etwas gönnen ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu haben – zu mindestens im Alltag nicht. Meine Therapeutin schüttelt dann immer mißbilligend den Kopf und sagt:

Aber sie wissen, dass sie es sollten. Sie müssen mal ihr Pflichtbewusstsein etwas zurückstellen und auch mal an ihre Bedürfnisse denken!

Böser Blick – erhobener Zeigefinger. Ich nehme es mir vor und doch scheitere ich meist daran: an mir selbst. Ich stehe mir selbst im Weg. Im Urlaub, wenn der Alltag ganz weit weg erscheint mit seinen Verpflichtungen, sitzt mir mein Pflichtgefühl auch nicht so spürbar unangenehm im Nacken. Ich fühle mich freier, entspannter und kann mir doch tatsächlich auch mal was gönnen: Essen gehen, ein Buch lesen, ein ausgedehntes Frühstück am Morgen … Aber diese Leichtigkeit verschwindet, sobald der Alltag wieder einkehrt. Ich versuche sie festzuhalten, zu bewahren, aber lange gelingt es mir nie.

Hilfe annehmen - es könnte so einfach sein... *by Pixabay*
Hilfe annehmen – es könnte so einfach sein… *by Pixabay*

Hilfe annehmen

Es könnte so einfach sein: Hilfe annehmen, Auszeit nutzen, entspannen und sich was gönnen. Aber ganz so einfach ist es eben nicht 😦 Ich kann keine Hilfe annehmen oder besser gesagt: mir fällt es unendlich schwer sie anzunehmen. Irgendwas hält mich mit einer enormen Kraft davon zurück… Ich weiß nicht mal genau was es ist. Oder vielleicht doch. Ich habe ein schlechtes Gewissen anderen „meine“ Arbeit aufzubürden, wenn ich nichts „Nützliches“ mache, sondern „nur“ eine Auszeit nehme. Ich fühle mich unzulänglich, wenn ich nicht alles alleine unter einen Hut bekomme. Als Versagerin – setzen sechs. Ich kann da einfach nicht aus meiner Haut heraus. Es kostet mich unendliche Überwindung nach Hilfe zu fragen und sie anzusehen – sollte ich es doch einmal tun. Und dann? Ich kann nicht entspannen und meine Me-Time genießen. Mein schlechtes Gewissen lässt es nicht zu, am liebsten würde ich mich entschuldigen und sagen: Es kommt nie wieder vor.

Eine Sackgasse

Selbst dem Herzensmann gegenüber kann ich nicht aus meiner Haut. Er will mir Arbeit abnehmen – meint es gut, will mich entlasten, mir Raum schaffen – und ich gehe an Decke, kann die Hilfe nicht annehmen, habe ein schlechtes Gewissen und ärgere mich über mich selbst, dass ich mir mal wieder so sehr  selbst im Weg stehe. Es ist eine absurde Situation: mir wird Hilfe angeboten und anstatt sie dankend, wie jeder normale Mensch, annehmen zu können, habe ich das Gefühl mich verteidigen zu müssen. Ich werde sauer, fühle mich unzulänglich, bin frustriert, fühle mich, als wenn ich versagt hätte. All diese negativen Gefühle projiziere ich nun auf die Person, die mir netterweise Hilfe angeboten hat. Es kommt, wie es kommen muss – zum Streit. Ich fühle mich verletzt, werde gemein, meine mich verteilen zu müssen, verletze mein Gegenüber, stoße ihn vor den Kopf. Sackgasse.

Gute Vorsätze

Dieses Verhalten ist ungesund und nicht nachahmenswert – in keinster Weise. Ich muss an mir arbeiten, um endlich über meinen eigen Schatten springen zu können. Ich muss lernen, mir etwas gönnen zu können – ohne Wenn und Aber, ohne schlechtes Gewissen, ohne das Gefühl ich hätte etwas „Verbotenes“ getan. Ich muss lernen Hilfe anzunehmen – sie mir zu gönnen – das wäre der erste Schritt. Eigentlich weiß ich dies alles schon sehr lange – theoretisch! Aber die praktische Umsetzung fällt mir so unglaublich schwer. Nun bin ich wieder schwanger. Eine Zeit, die mir mehr Achtsamkeit und Rücksicht auf mich selbst abverlangt. Eine gute Übung, um meine Vorsätze vielleicht doch endlich in die Tat umsetzen zu können…. Ich hoffe, es wird mir gelingen Auszeiten zu nehmen – für mich, für mein ungeborenes Kind, für uns. Unbeschwert, ohne schlechtes Gewissen. Einfach mal genießen. Das ist meine persönliche Herausforderung, der ich mich in den nächsten Monaten stellen werde. Ob es mir gelingen wird? Keine Ahnung, aber ein Versuch ist es sicherlich wert.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

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7 Gedanken zu „#Blogparade: Was ich mir als Mutter gönne – Wenn man sich selbst im Weg steht…“

  1. Ich hatte auch lange Zeit Probleme Hilfe anzunehmen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dann ebenfalls immer. Weil ich andere nicht mit „meinen“ Aufgabe belästigen wollte, während ich in der Badewanne liege…

    Das zweite Kind hat das aber (bisher zumindest) geändert. Es ist ja noch ganz frisch, aber ich merke wie ich mittlerweile ganz gut entspannen kann und Dinge liegen lasse bzw den Mann bitte es zu tun.

    Vielleicht bekommst du ein ähnliches Gefühl dafür, in der jetzigen Schwangerschaft? Ich wünsche es dir jedenfalls, denn es tut unglaublich gut!

    Sonnige Grüße.

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    1. Du hast den „richtigen Dreh“ jetzt schon beim 2. Kind raus … Da bin ich ehrlich gesagt etwas neidisch drum. Ich hoffe wirklich, dass ich es diesmal schaffen werde. Ich weiß nun schließlich, was passiert, wenn man nach der Geburt null Rücksicht auf sich selbst nimmt – Rettungswagen, weil der Körper immer wieder das Not-Aus drückt. Ist scheiße und brauche ich nicht wieder :-/

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. Sich dessen bewusst zu sein und es zu verändern … wie sehr ich diese Diskrepanz kenne.
    Gehe einkaufen, komme zurück und merke, für jeden etwas schönes gekauft. Nur ähm für mich? Ne lass mal (wieder und wieder). Und wie ich mich in dem Text erkenne, fast schon unheimlich.
    Danke. Danke für deine Ehrlichkeit.
    Und viel Glück für die Zukunft und die langsamen Veränderungen. Denn jede Erkenntnis, dass es anders laufen kann, bringt diese auch mit der Zeit. Denke ich. Hoffe ich. Wünsche ich, für dich und mich.

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    1. Liebe Eve,

      vielen lieben Dank für deine Worte. ❤ Anscheinend geht es ja nicht nur mir allein so… Ich hoffe auch, dass ich Veränderungen aktiv bewirken kann – gerade jetzt während der Schwangerschaft mit unserem dritten Kind brauche ich dringend mehr Beachtung meiner eigenen Bedürfnisse. Nicht von anderen, sondern von mir. Ich muss mir mehr Beachtung schenken können, insbesondere in Hinblick aufs Wochenbett. Schon beim letzten Mal führte mein Unvermögen mich zu schonen in den körperlichen Zusammenbruch. Das möchte ich diesmal auf gar keinen Fall. Deshalb muss ich JETZT üben!
      Wünsch mir Glück!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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