Dies und Das, Familie

„Ja, bei dir…“ – zwei Seiten einer Medaille

Ja, was ist denn bei mir? Ich scheine eine Außenwirkung zu besitzen, die vermittelt:

„DIE schafft doch alles ganz locker – ohne Probleme.“

Aber da gibt es ein Problem: meine eigene Wahrnehmung und die ist absolut nicht so positiv!

#LebenamLimit

Ich habe nicht selten Tage, an denen ich an meine persönlichen Grenzen gerate – physisch wie psychisch. Da denke ich nicht:

„Ach, alles wunderbar – schaffe ich doch mit links!“

Nein, ganz im Gegenteil! Manchmal befinde ich mich am Rande des Wahnsinns, frage mich, wie ich das alles bewältigen kann und soll. Bin verzweifelt und scheitere an meinem eigenen Perfektionismus, dem ich schon lange nicht mehr gerecht werden kann, egal wie sehr ich mich auch bemühe. Es ist realistisch nicht mehr machbar. Wunsch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Weiter als mir lieb ist und ich mir selbst eingestehen mag. Mein innerer Monk dreht schon seit längerem – eigentlich seitdem ich Mutter geworden bin – deshalb am Rad. Ich scheitere einfach an meinen eigenen Ansprüchen oder aber an den vermeintlichen oder vielleicht auch „echten“ Erwartungen anderer. Das erzeugt einen unheimlichen Druck, den ich versuche Stand zu halten. Aber dieses Unterfangen ist, wie der Versuch von Don Quijote gegen die Windmühlenflügel zu kämpfen – vergeblich.

by Pixabay
Meine Verpackungen sehen nicht mehr so schick und perfekt aus … by Pixabay

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Und gerade jetzt in der Weihnachtszeit ist die Diskrepanz zwischen „ich will unbedingt“ und „ich kann schaffen“ besonders groß. Das bestes Beispiel hierfür:

Mo Zart schrieb dazu:

„Ich mag das so gerne. Könnte ich Stunden drauf verwenden. Hab ich.

Früher. Als Z-Bedürfnisse noch Platz hatten…“

Und wieder dieses Missverständnis! Ich bin genau so, wie du liebe Mo! Ich LIEBE das Einpacken. Es war früher immer etwas ganz Besonderes für. Ich liebte es fein abgestimmte Verpackungen zu kreieren. Mir immer etwas Neues auszudenken – etwas noch Raffinierteres. Es hat mir wahnsinnig Freude bereitet Stunden, nein was sage ich, Tage darauf zu verwenden. Erinnerungen aus einer Zeit, wo Zeit noch keine Rolle spielte… man hatte ja genug davon und einem war dies nicht einmal bewusst… Meine Antwort:

Das ist die Wirklichkeit – kein schöner Schein, keine kleine perfekte Welt.

Zwei Seiten einer Medaille

Ich möchte so viel gleichzeitig sein und machen. Nicht einmal die Hälfte ist realistisch gesehen umsetzbar. Andere sehen immer nur, was ich geschafft, geleistet habe – ich sehe hingegen meine To-Do-Liste, die immer länger wird, den Zeitdruck, der mir im Nacken sitzt, die Dinge, die wochenlang unerledigt bleiben, Aufgaben über Aufgaben und kein Ende in Sicht. Zwei Seiten der selben Medaille – so unterschiedlich, so grundsätzlich gegensätzlich – nicht deckungsgleich.

Mut zur Lücke

Es liegen gefühlt Welten zwischen der Außenwirkung, die ich anscheinend erzeuge und meiner Eigenwahrnehmung. Aber woher kommt das? Wer hat recht? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen – zwischen meiner vielleicht zu positiven Außenwirkung und meinem zu strengen Selbstbild. Ihr sollt nur wissen: ich bin NICHT perfekt, bei Weitem nicht! Vieles was von außen betrachtet so leicht und mühelos erscheint, ist es vielleicht gar nicht. Zumindest nicht für mich. Und ich sollte weniger kritisch mit mir selbst sein, weniger hart ins Gericht mit mir gehen, mal 5 gerade sein lassen, Mut zur Lücke beweisen und dem Satz:

„Gut ist gut genug.“

mehr Platz in meinem Leben einräumen. Ich denke, dann wäre meinen Leben leichter – subjektiv empfunden – und dann könnte ich vielleicht sogar das in mir erkennen, was Freunde in mir zu sehen scheinen.


Ich wünsche euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit – ohne Stress und vor allem den Mut zur Lücke. Denkt daran: Gut ist gut genug – perfekt muss nicht sein! Ich werde versuchen mich auch daran zu halten. In dem Sinne…

*EURE unperfekte MOTHER BIRTH*

#Weihnachten #Geschenke #Zeit #Perfektionismus #perfekt #Anspruch #Wirklichkeit #Mutter #Mama #Selbstbild #Außenwirkung #Diskrepanz #scheitern #MutzurLücke #LebenamLimit

Advertisements

2 Gedanken zu „„Ja, bei dir…“ – zwei Seiten einer Medaille“

  1. Liebe Andrea,

    dazu fallen mir ein paar Sätze ein 🙂

    Meine ToDo Listen aus 2011 liegen immer noch da und sind brandaktuell. Ich schaffe das.

    Euphorisches Geschenkeeinpacken mit ästhetischem Anspruch knicke ich mir seit einigen Jahren. Denn die Realität, also Geschenk in die Hand nehmen- aufreißen – Papier fallen lassen, steht in keinem Verhältnis zu der Zeit, die man braucht, um es einzuwickeln.

    Weihnachten ohne Stress- mal ehrlich: in 10 Jahren vielleicht.

    Und zu guter Letzt: Ich wünsche euch gesunde Feiertage, viel Schlaf und was gutes zum Essen. Liebe Grüße, Silke

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Silke,

      du hast absolut recht: der Aufwand des Geschenke Einpackens steht in keinem Verhältnis, wie es dann geöffnet wird 😉 … Trotzdem habe ich es damals geliebt und vermisse es etwas.

      Dein lieb gemeinter Wunsch nach Gesundheit und gutem Essen hat sich bei mir leider nicht erfüllt 😦 Hatte ganz schlimm Magen-Darm, so dass ich am 23. und 24.12. auch noch im KH in Behandlung war. Und auch heute ist mir immer noch sehr übel….

      Nächstes Jahr wird es besser – bestimmt!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt mir

Hinterlasst mir hier gerne einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen <3

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s