Dies und Das, Familie

Zeit des Herzöffnens

Eine ganz besondere Zeit

Ich genieße die ersten Monate besonders. Sie SIND besonders. Dieses hilflose kleine Wesen auf meinem Bauch, auf meinen Armen, an meiner Brust. Getragen von mir durch den Tag – gekuschelt und gestillt durch die Nacht. Ich kann mich nicht satt sehen. Ich kuschle und schmuse – es kann gar nicht genug Nähe geben – weder für mich noch für das Baby. Manchmal scheint es mir so, als hätten wir – das Baby und ich – das gleiche intensive Bedürfnis nach Nähe. Ich genieße diese Stunden in vollen Zügen. Sie vergehen viel zu schnell. Zu schnell für mich. Viele Mütter wollen die ersten Monate „nur überstehen“ – ich bin traurig, dass sie so schnell vorüberziehen. Auch jetzt würde ich am liebsten wieder die Zeit anhalten können. Den Augenblick konservieren. Für immer. Aber das geht leider nicht. Ich kann den Lauf der Zeit nicht aufhalten – ich kann nur versuchen all die kostbaren Momente in meinem Herzen zu bewahren. Sie mit Liebe zu konservieren, um mich mit Freude und Dankbarkeit immer wieder an sie erinnern zu können.

Manchmal frage ich mich:

Wie soll das erst werden, wenn ich sicher weiß, dass unsere Familienplanung abgeschlossen ist und ich diese besondere Zeit ein allerletztes Mal erleben werde?

Dann schiebe ich diesen Gedanken schnell wieder beiseite, denn daran mag ich jetzt – heute – noch nicht denken. Jetzt nicht! Noch nicht…

„Hallo, wer bist du denn?“

Dieses vorsichtige gegenseitige Kennenlernen… Ich bin aufgeregt, wie vor dem ersten Date. Und das ist es ja auch – ein erstes Date mit meinem Baby! Welchen Charakter hat das neue Familienmitglied wohl? Wie habe ich die zarten Signale richtig zu deuten? Alles neu – alles aufregend. Und bei jedem Kind anders. Kein vergleichen – stattdessen neu entdecken.

Zeit des Herzöffnens

Man muss sich erst einmal auf einander einschwingen, ganz behutsam herantasten, schauen was dieses kleine Wesen besonderes braucht und welche Vorlieben es hat. Es ist eine Zeit des intensiven Kennenlernens – eine Zeit des Herzöffnens. Ich öffne mein Herz ganz weit für diesen kleinen Menschen, lass ihn hinein und nie wieder hinaus. Mein Herz scheint vor Liebe überzuquellen. Ich könnte die Welt umarmen und ihr danken für dieses wundervolle Geschenk in meinen Armen.

In meinen Armen ❤

So zart…

Ich liebe diese zarten – unglaublich zarten – Babyfüße! Zarter als alles andere. Und so winzig. Ich kann und konnte nie aufhören sie mir anzuschauen, sie zu bewundern und über ihre Sohlen zu streicheln. Bald werden sie nicht mehr so zart, so unberührt, so pur und rein sein – also schließe ich etwas wehmütig dieses Gefühl – diesen Anblick – in mein Herz und in meine Erinnerung ein. Auch der Duft, den Neugeborene verströmen, ist etwas ganz Besonderes. BusyBee duftete nach Erdbeeren -frisch gepflückten Erdbeeren nach einem Sommerregenschauer. Diesen Duft werde ich nie vergessen. Er war so unverwechselbar, so rein, so lieblich. Ich konnte gar nicht aufhören an ihr zu schnuppern, zu riechen – diesen Duft in mich aufzusaugen. Ihn zu bewahren in meinen Erinnerungen, da er mit der Zeit langsam verfliegt, weniger wird und irgendwann vollends verschwindet. Nun sauge ich abermals einen besonderen Duft ein – einen nach Marzipan. Wieder ganz unverwechselbar, wieder ganz eigen und wieder so wunderbar, dass ich es kaum in Worte fassen kann, was ich empfinde, wenn meine Nase an dem kleinen Köpfchen riecht…

Das Wunder des Lebens

Auch wenn es vielleicht die anstrengendste Zeit ist, auch wenn das Baby vielleicht am wenigsten zurückgibt, auch wenn man vielleicht noch nicht viel mit dem kleinen Erdenbürger anfangen kann, für mich sind und bleiben die ersten Monate die schönste Zeit.

Aussagen wie:

„Mit nem Baby kann man ja noch gar nichts anfangen. Es schreit, schläft oder macht in die Windel.“

lassen mir immer etwas kopfschüttelnd zurück. Sehen diese Leute wirklich das Wunder nicht? Das Wunder des neuen, ganz zarten Lebens – den Beginn von Allem. Ich sehe es und bin für jede Wiederholung, der ich beiwohnen darf unendlich dankbar! 

Und damit verabschiede ich mich wieder ins Wochenbett – zusammen mit meinem kleinen Wunder, das nach Marzipan duftet und dem ich mein Herz ganz weit öffnen kann… ❤

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Baby #Babyduft #Babyfüße #kuscheln #Liebe #Mama #Mutter #Nähe #Neugeborene #Wunder 

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15 thoughts on “Zeit des Herzöffnens”

  1. Du hast mein momentanes (Gefühls)Leben in perfekte Worte gefasst. Morgen sind es sieben Wochen, seit ich dieses Wunder zum dritten Mal erlebe. Ich kann den Geruch gar nicht vergleichen, er ist für mich eher wie ein greifbar gewordenes Gefühl. Ähnlich müssen sich mit Synästhesie Begabte fühlen!
    Geht es dir auch so, dass du mit jedem Kind sehnlicher diese flüchtigen Momente und Stunden festhältst, in der Ahnung, nicht zu wissen ob und wann du es nochmal erleben darfst?
    Beim Titelfoto deines Textes dachte ich für einen Moment, es sei mein eigenes Baby, das in völliger Entspannung im Milchkoma auf meinem Arm schläft. So zauberhaft!<3
    Alles Liebe für Euch.

    Gefällt 1 Person

    1. Mir geht es ebenso wie dir, dass mir mit jedem Kind bewusster wird, wie kostbar diese erste Zeit ist und wie schnell sie vorbei geht! Ich mag und will mich noch nicht davon verabschieden und den Wunsch nach einem weiteren Kind begraben. Denn unter der Geburt von K3 habe ich die Vision gehabt, dass ich auf jeden Fall noch ein weiteres Mal gebären werde. Und daran glaube ich fest!

      Ich wünsche dir von Herzen weitere zauberhafte Stunden mit deinem Baby und deiner Familie ❤

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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    1. Liebe Dagmar,

      ich habe den Text geschrieben, weil den Zauber, den ich jeden Tag bewundern darf, in Worte fassen wollte.
      Klar gibt es wundervolle Momente, auch wenn die Kinder älter werden, aber es ist eben was anderes…

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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  2. ❤ Dieses Konservieren. Ich weiß genau, was Du meinst. Die Nähe, jede kleine Mimik, Geste…Und tatsächlich kann ich einige Babymomente der Großen bis heute anrufen.

    Saug alles auf, liebe Andrea! Genieß! Ich freu mich für Dich!

    LG Christina

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Christina,

      ich sauge alles in mich auf! Denn ich weiß, wie schnell die Zeit vergeht. Beim dritten Kind nach viel schneller … gefühlt zumindest.
      Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes Wochenbett mit viel kuscheln und Nähe.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

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    1. Danke, für dein Lob!
      Ich habe bei meinen älteren Kindern auch immer wehmütig zurückgeschaut. Und werde es diesmal sicherlich auch wieder tun.
      Ich hoffe inständig, dass ich diese Zeit auch ein viertes Mal noch erleben darf.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      Gefällt 1 Person

Hinterlasst mir hier gerne einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen <3

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