Stillen

Zum Stillen braucht man …

Zum Stillen braucht man eigentlich nicht viel, aber es gibt viele nützliche und vielleicht auch weniger nützliche kleine Helferchen, die einem das Stillen erleichtern (sollen). Also angeblich. Habe ich gehört… Ach wisst ihr was? Ich erzähl euch mal eine kleine Geschichte, die nicht bierernst gemeint ist und die man gerne mit einem Augenzwinkern lesen darf.

Der Schildnöck wird gestillt

 

Es war einmal…

Es war einmal eine junge Frau, die ihr erstes Kind unter dem Herzen trug. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie stillen wollte oder gar konnte. Denn sowohl ihre Mutter, als auch ihre Schwiegermutter hatten schließlich zu wenig Milch gemacht. Trotzdem wollte sie vorbereitet sein. Auf Alles. Auf alle Eventualitäten. Die Werbeindustrie suggerierte ihr, dass Stillen so einfach gar nicht möglich sein kann. Die diversen Angebote rund ums Stillen mussten schließlich an die Frau bzw. an die Mutter gebracht werden. Was wäre das für eine Konsumgesellschaft, wenn Stillen so einfach möglich wäre? Nur Mutter, Kind, Brust. Zu puristisch. Puristisch ist natürlich auch trendy, aber nicht wenn damit kein Geld zu verdienen ist.

Also zog diese, durch Prospekte gut informierte, Mutter aus, um alles zu besorgen, damit es ihr möglich wäre zu stillen. Und die Einkaufsliste was lang! Darauf standen unerlässliche Dinge, wie:

  • Stillkissen, inklusive Ersatzbezug. Das Günstige wird schon nicht schlechter sein, als seine teure Alternative. Sieht ja (fast) identisch aus. Das die Füllung viel geringer ist, fällt nicht auf. Beim Stillen später schon, denn da stützt das Kissen nicht wirklich, so dass ein kompliziertes Gebilde aus weiteren Kissen darunter drapiert werden muss. Jedes Mal ein Krampf. Natürlich mit schreiendem Baby als Untermalung. Zum Glück weiß das die werdende Mutter jetzt noch nicht. Ansonsten hätte sie sich sicherlich für das andere entschieden.
  • Stilleinlagen in diversen Aufführungen: die Billigen – man will ja Geld sparen; die Teuren – für das Baby soll es doch eigentlich nur das Beste sein; die Stoffeinlagen aus Wolle-Seide – bio ist auch so wichtig…
  • ein Fläschchenstarter-SetWieso man das zum Stillen braucht? Niemand stillt doch immer! Abpumpen ist viel bequemer und der Papa soll ja auch mal füttern können… Ach, und überhaupt: braucht man halt. Sagt der Hersteller, sagt die Verkäuferin im Fachgeschäft, sagt das Werbeprospekt in ihrer Hand.
  • Und wenn man dann schon die Fläschchen hat, braucht man auch unbedingt noch den passenden Varporisator! Wie auch sonst sollen bloß die Fläschchen porentief rein werden? Und einen Fläschchenwärmer! Wie unglaublich praktisch. Unbedingt notwenig. Und noch Milchbeutel oder so super praktisch stapelbare Becher mit Drehverschluss… Milch musste ja auf Vorrat lagerbar sein, denn sie schien nicht jederzeit verfügbar… Rückblickend kann diese Frau es kaum noch glauben, dass sie das glaubte.
  • Weitere Anschaffungen aus dieser Kategorie sind: extra Flaschenbürste und extra Spülmittel! Wenn es da etwas Spezielles für Babys gibt, sollte man das doch kaufen, oder? Auch wenn es doppelt so teuer ist, ist es auch bestimmt doppelt so gut. Mindestens! Die werdende Mutter hat sich eh schon im Irrgarten der 1000 Möglichkeiten verrannt. Also was solls? Muss auch unbedingt noch mit.
  • Die teuren Fläschchen müssen schließlich auch noch mit Milch gefüllt werden. Also muss eine Milchpumpe her. Handpumpe reicht. In ihrer Vorstellung drückt Frau nicht mehr als 5 Mal den kleinen Schwenkhebel und die Flasche ist wie im Nu gegüllt mit schmackhafter, frischer Muttermilch. Das die weibliche Brust nicht wie ein Wasserhahn, den man einfach aufdreht, fungiert, hat kein Werbeprospekt verraten.
  • Und falls das familiäre Milch-Mangel-Problem auch sie ereilen sollte, stellte sie sicherheitshalber noch PRE-Nahrung in den Küchenschrank. Das Kind soll schließlich auf gar keinen Fall verhungern!
  • Oder Durst leiden. Also gesellt sich zur PRE-nahrung noch schnell Babyfencheltee. Natürlich instant und extra für Babys. Ist sicherlich besser. Also muss ja so sein. Wieso gäbe es den sonst? Und auch die Schwiegermutter riet dazu, da sonst die Babys – gerade im Sommer – leicht austrocknen würden. Sie brauchen dann nämlich extrem viel Flüssigkeit. Hätte die junge Frau jetzt anstatt der unzähligen Werbeprospekte nur einen einzigen Stillratgeber gelesen, dann wüsste sie, dass sich die Muttermilch anpasst – auch an die Außentemperaturen. Hat sie aber nicht. Also wird weiter fleissig geshopt, Geld ausgegeben und die Wirtschaft angekurbelt.
  • Und Frau braucht schließlich auch noch Still-BHs! Wie lange trägt man die Dinger denn? Also wenn das mit dem Stillen eh nichts wird, reichen doch die Billigen von der Drogeriekette vollkommen aus. Sie kratzen zwar, sitzen nicht optimal und stützen nichts, aber für 1-2 Monate sollte es schon gehen… So denkt die ahnungslose werdende Mutter und träumt davon ihre schicken BHs mit Spitze bald schon wieder tragen zu können. Dass das die nächsten 6 Jahre nichts wird, ahnt sie nicht 😉

Durch Zufall bekommt sie noch 2 Probepackungen von ihrer Hebamme zugesteckt:

  • einmal: Lansinoh Wollfett
  • einmal: Stillöl von Weleda

Sie steckt sie ein, aber glaubt sie nie benutzen zu müssen. Irrtum sondergleichen. Das erste wirklichlich Nützliche im Repertoire dieser Frau.

Dinge, die fehlen werden:

  • Eine ausreichende Menge an Spucktüchern. Denn 5 Stück reichen nicht. Bei weitem nicht, aber das sagt einem der glänzende Werbeprospekt nicht. Denn Spuktücher sind nicht wirklich attraktive Werbeprodukte…
  • Auch Multi-Mam-Kompressen suchte man vergeblich. Und dabei können diese in den ersten Tagen so hilfreich sein. Aber schmerzende Brüste scheinen ebenfalls nicht ins Bild zu passen. Also ab in die Schmuddelecke an Ende des Regals. Ganz unten.
  • Für die ganz akkuraten Menschen, die auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollen, hätte man auch noch eine Flasche Retterspitz bereit halten können, falls sich eine Brustentzündung ankündigen sollte. Aber weder von der Brustentzündung, noch vom Retterspitz hatte die Frau jemals etwas gehört.
  • Ein informativer Stillratgeber wäre sicherlich auch hilfreich gewesen…

Aber was am meisten gefehlt hat, war der Austausch mit Frauen, die selbst stillen. Die einem einen lebensnahen Rat geben können. Die wissen, was man wirklich braucht, abseits der Hochglanzmagazine und der Werbeindustrie. Wo man einfach mal Stillen „erleben“ kann. Denn die Gespräche mit unseren Müttern führen viel zu oft in eine Sackgasse aus „zu wenig Milch“, frühen Abstillen und schnellem Zufüttern.

Wir alle können Ratgeberinnen, Fragenbeantworterinnen, Kaufberaterinnen sein für Mütter, die sich in der Schwangerschaft mit dem Thema Stillen beschäftigen möchten. Also plaudert aus dem Nähkästen! Wie ich gerade.

In diesem Sinne grüße ich alle mit dem Motto der diesjährigen Weltstillwoche:

Stillen fördern – gemeinsam!

 

*EURE MOTHER BIRTH*

 

 

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2 Gedanken zu „Zum Stillen braucht man …“

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